28.09.2018 - 14:32 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Seile verbinden Jung und Alt

Es ist ein Vormittag genau nach dem Geschmack der Mädchen und Buben des Friedenfelser Kindergartens. Unter der Anleitung des Arbeitskreises Tourismus lernen sie, wie man Seile und Schnüre herstellt.

Alle Hände voll zu tun haben Erwin Bächer (links) und Josef Wendl (rechts) am Aktionstag des Kinderhauses.
von Bernhard SchultesProfil

Kindergartenleiterin Nicole Lippert und ihr Team hatten die Kinder schon im Vorfeld auf diesen besonderen Aktionstag vorbereitet. Sie lernten dabei das Leben in der früheren Zeit kennen, als es noch keine Maschinen und Autos gab, kein Strom aus der Steckdose kam und Kinder nicht so viele Spielsachen hatten wie heute. Bilder und Kopien wurden im Kinderhaus dazu erstellt, ausgedruckt, besprochen und ausgemalt.

Auch die früheren Berufe wurden vorgestellt und ausführlich erklärt. Dass früher noch vieles mit der Hand und selbst gefertigten Maschinen und Werkzeugen gemacht werden musste, begeisterte die Kinder. Neben Privatleuten besitzen im Erholungsort Friedenfels auch Mitglieder des Arbeitskreises Tourismus verschiedene Arbeitsgeräte aus der früheren Zeit sowie wichtige Utensilien zur Herstellung von Arbeitsmaterial.

Echte Profis im Bereich alter Handwerkskunst sind Erwin Bächer, Theo Höfer, Bernhard Schaumberger und Josef Wendl. Die spontane Zusage der vier agilen Senioren erfreute das Kindergartenteam. Erwin Bächer und seine Helfer schafften die alten Arbeitsgeräte ins Freigelände des Kindergartens. Am Aktionstag staunten dann die Kleinen nicht schlecht, als sie die ersten Spiel- und Sprungseile erhielten. Noch interessanter, vor allem für die Buben, war die Herstellung der verschieden langen Seile. Die vier Mitglieder des Arbeitskreises Tourismus setzten die Kinder an die alten Vorrichtungen zur Seilherstellung und ließen sie unter ihrer Anleitung verschiedene Stricke und Schnüre fabrizieren.

Mit Hilfe einer Kurbel, an der vier drehbare Haken befestigt waren, wurden die Einzelfäden nochmals in sich verdreht. So entstand ein dickes, reißfestes Seil. Den sogenannten Führungsdorn, der die Einzelfäden kontrolliert verdrehte, steuerten die Senioren und erzählten: „Grundsätzlich lassen sich Seile aus vielen Materialen herstellen. So kann man Stroh verarbeiten. Auch aus Hanf lassen sich sehr haltbare und robuste Seile in allen erdenklichen Dicken und Längen herstellen.“

In die alte Technik hatten sich die Kinder schnell eingearbeitet und an der Kurbel großen Spaß. Gelernt haben die Mädchen und Jungen auch viel über das Material zur Herstellung der Seile. Eine einjährige Pflanze, die Jute wird dazu verwendet, wusste Erwin Bächer. "Ihre Stängellänge und damit auch ihre Faserlängen können bis zu vier Meter erreichen." Insbesondere in Indien und Pakistan mit immer feuchtem, tropischem Klima, wachse Jute besonders gut.

Am Ende des Aktionstages bekamen alle Kinder noch zusätzlich ein farbiges Seil von den Mitgliedern des Arbeitskreises geschenkt. „Hoffentlich machen wir bald wieder so einen Tag", war der einhellige Tenor der fröhlichen Kinder. Gefreut hat das Lob der Kleinen auch die Kindergartenleitung. Nicole Lippert: „Die Erfahrungen und Erlebnisse im Umgang mit Brauchtum und Traditionen werden wir auch weiterhin fortsetzen.“

Das erste selbst gefertigte Seil bringt große Freude, nicht nur als Spring- und Hüpfseil.
Theo Höfer (links) und Bernhard Schaumberger (rechts) erklären den Kindern die verschiedenen Arbeitsschritte.
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