07.05.2021 - 13:32 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Rehkitze richtig retten

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Wie trägt man ein Rehkitz aus einem Feld? Auf was genau ist zu achten? Naturpark-Ranger Jonas Ständer klärt auf.

Zur fachlich korrekten Rehkitzrettung gehört sicheres Greifen und Festhalten sowie das Tragen von Handschuhen durch den Helfer und eine Grasumhüllung des Kitzes. Mit leicht ausgestreckten Armen erreicht man zudem einen Abstand vom Körper, betont Ranger Thomas Ständer.
von Bernhard SchultesProfil

Der Verein Rehkitzrettung Tirschenreuth hat im vergangenen Jahr über 300 Kitze vor dem Mähtod gerettet. Auch für dieses Jahr stehen die Helfer bereit, um den Tieren zu helfen.

„Neben dem Einsatz verschiedener Methoden und technischer Hilfsmittel, wie Scheuchen als Vergrämung und dem mittlerweile wichtigsten Gerät, den Drohnen, gehört zur Rettung aber auch der richtige Umgang mit den Kitzen nach ihrer Auffindung“, betont Berufsjäger und Naturpark-Ranger Jonas Ständer im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Als Schulungsleiter betreut er den Verein Rehkitzrettung Tirschenreuth seit Vereinsbestehen. „Zur Rettung verwenden deshalb die Mitglieder des Vereins immer Handschuhe, rupfen Gras aus der Wiese, umhüllen damit die Rehkitze und Tragen es weit weg vom eigenen Körper an den Wiesenrand“, bestätigt Jonas Ständer.

Oberpfalz-Medien hatte kürzlich bei einem Artikel zur Kitzrettung ein Archivbild aus dem Jahr 2019 verwendet. Dabei trug der Helfer lediglich Handschuhe. „Diese Handhabung ist hinfällig und nicht korrekt“, betont der Berufsjäger.

Auf das Foto in diesen Artikel bezieht sich der Naturpark-Ranger

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Jonas Ständer weiter: „Wichtig zu wissen ist, dass jedes Kitz einen Individualgeruch hat, durch welchen das Muttertier, die Geis, neben dem Kontaktlaut ihr eigenes Kitz immer wieder erkennt." Wenn nun im schlimmsten Fall Menschen das Kitz mit bloßen Händen anfassen würden, könne es passieren, dass durch den anhaftenden menschlichen Geruch, das Jungtier nicht mehr von der Mutter „angenommen“ und mit Milch versorgt wird. "Wir würden genau das Gegenteil erreichen, von dem was wir eigentlich wollen. Das Kitz würde verhungern." Deshalb sei es wichtig, so wenig Kontakt wie möglich zu hinterlassen.

„Zusätzlich werden manchmal auch Körbe eingesetzt, indem die Helfer das Kitz mit dem umhüllten Gras an den Wiesen- und Waldrand tragen“, weiß Jonas Ständer. „Hier wird es anschließend unter dem Korb solange gesichert, bis die komplette Wiese gemäht ist. Danach wird es unmittelbar freigelassen und die Geis kommt in der Regel sehr schnell zurück und holt ihr Kitz ab.“

„Wichtig zu wissen ist, dass jedes Kitz einen Individualgeruch hat, durch welchen das Muttertier, die Geis, neben dem Kontaktlaut ihr eigenes Kitz immer wieder erkennt."

Berufsjäger und Naturpark-Ranger Jonas Ständer

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