02.08.2019 - 09:58 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Oase des Sports und der Erholung

Idyllisch am Ortsrand und am Fuß des Schusterberges gelegen, feiern die Friedenfelser am Sonntag den 50. Geburtstag ihres Freibads. Aus dem Freizeitangebot des Erholungsortes ist es längst nicht mehr wegzudenken.

Zur Abschlussbesprechung „50 Jahre Freibad Friedenfels“ trafen sich (von links) der Vorsitzende der Wasserwacht, Markus Münchmeier, und Jugendleiter Markus Kellner, die beiden Vorsitzenden des Freibad-Fördervereins, Lisa Rauh und Patricia Henze, und Bürgermeister Gottfried Härtl.
von Bernhard SchultesProfil

Die Gemeinde Friedenfels, der Förderkreis und die Wasserwacht treten gemeinsam als Veranstalter des Jubiläumsfestes auf. Freude über "50 Jahre Freibad" herrscht besonders bei Bürgermeister Gottfried Härtl sowie den Vorsitzenden von Förderkreis und Wasserwacht, Lisa Rauh und Markus Münchmeier.

"In all den Jahren war es nicht immer leicht, die beliebte Freizeitanlage am Leben zu erhalten und weiterzubetreiben", erklärt das Gemeindeoberhaupt. "Für einen ordnungsgemäßen Betrieb der Anlage fallen alljährlich hohe Kosten an. Doch die Gemeinderäte und heutigen Unterstützer und Förderer des Freibades haben bisher immer wieder Wege gefunden, die Betriebs- und Unterhaltskosten sowie darüber hinaus Gelder für Modernisierung und Verbesserung aufzubringen." Die Gäste des Freibads zeigten sich dankbar für die umfangreichen Bemühungen um den Erhalt. Lisa Rauh und Patricia Henze vom Förderkreis erhalten regelmäßig von den Badegästen Lob für die idyllische Anlage. Eröffnet wurde das Freibad am 14. Juni 1969 vom damaligen Landrat Otto Freundl zusammen mit Bürgermeister Georg Kunz und viel Prominenz. Bei den Feierlichkeiten wurde das Bad, das vom Landkreis Tirschenreuth gebaut wurde, offiziell an die Gemeinde übergeben. Hintergrund war, dass Friedenfels damals ein aufstrebender Fremdenverkehrsort war.

Antrag der SPD

Die Idee zum Bau eines Schwimmbades kam jedoch bereits 1960. Der SPD-Ortsverein stellte am 16. Februar einen Antrag zur Errichtung. Am 5. Januar 1967 wurde die Baugenehmigung durch das Landratsamt erteilt. In der fast zweijährigen Bauzeit entstand die bis heute beliebte, aber mittlerweile in die Jahre gekommene Freizeitanlage.

Bestens vertraut mit dem weitläufigen Gelände ist der langjährige Schwimmmeister und einstige Gemeindearbeiter Karl Schultes. "Es war fast unser zweites Zuhause", sagt der mittlerweile 88-Jährige bei einem Gespräch mit Oberpfalz-Medien. "Kurz vor der Fertigstellung sagte Bürgermeister Georg Kunz eines Tages in der Arbeit zu mir, Kare du machst das." Die Zeit der Einarbeitung war kurz, "aber es hat Spaß gemacht", erinnert sich Schultes, der von Juni 1969 bis zur Rente 1994 und dann ehrenamtlich bis 2010 im Freibad tätig war. Bereits kurz nach der Einweihung erfreute sich das beheizte Freibad Friedenfels bei der Bevölkerung großer Beliebtheit, berichtet der frühere Schwimmmeister. "Obwohl unsere kleine Steinwaldgemeinde damals nur rund 1500 Einwohner zählte, fanden sich an heißen Tagen 2000 Badefreudige und mehr in der herrlichen Anlage ein.

Seinen Job erledigte Karl Schultes 24 Jahre hauptberuflich, stets gewissenhaft und mit vollem Einsatz von Mai bis September, täglich rund zwölf Arbeitsstunden. "In dieser Zeit habe ich nie einen freien Tag gehabt, heute unvorstellbar." Machbar war dies, weil er Unterstützung von seiner Familie und Ehefrau Resi erfuhr, die ebenfalls viele Jahre bei der Gemeinde tätig war und im Freibad Arbeiten im Kiosk und als Reinigungskraft verrichtete.

Viel Arbeit

"Wir waren ein gutes Team", unterstreicht Karl Schultes und erzählt, dass an Besucher-Rekordtagen trotz Unterstützung der ehemaligen Mitarbeiterinnen Mini Hoffmann, Betty Menl, Rosa Radimerski, Rosa Scharf, Amalie Schaumberger und Emma Sirtl, die Arbeiten fast nicht zu schaffen waren. Denn auch Parkplatz sowie Minigolfanlage, die Sportflächen um den Tischtennisbereich bis hin zu Bodenschach und Boccia erforderten die Aufmerksamkeit des Personals. Es gibt viele Schriftstücke, Unterlagen, Fotos und Postkarten, die Karl Schultes und Bernhard Kellner zusammengetragen haben. "Die Minigolfanlage war zur damaligen Zeit eine der schönsten in der gesamten Umgebung", wissen auch die Mitglieder des Fördervereins, die nach der Vereinsgründung die integrierte Sportanlage intensiv gepflegt haben. Heute ist es um die Minigolfanlage ruhiger geworden. Sie bräuchte wie das Freibad eine Generalsanierung.

Die Verantwortlichen bei Gemeinde, Förderverein und Wasserwacht werden auch nach 50 Jahren nicht müde. "Das vom Freistaat Bayern angekündigte Förderprogramm zu Freibadsanierungen lässt hoffen", meint Bürgermeister Gottfried Härtl.

Das Festprogramm:

Das Friedenfelser Freibadjubiläum beginnt am Sonntag, 4. August, um 10 Uhr mit einem Weißwurstfrühstück. Um 13 Uhr erfolgen die Begrüßung sowie Ansprachen und Grußworte von Ehrengästen. Ein sportliches Wasserballturnier folgt um 14 Uhr. Anmeldungen hierzu sind bei Bademeister Walter Etterer noch möglich. Auf dem Freigelände findet zur gleichen Zeit ein Erlebnistag mit der bekannten Kinderzauberin Monique Sonnenschein statt. Für das leibliche Wohl bieten die Veranstalter Kaffee, Kuchen, Steaks und Bratwürste sowie verschiedene Getränke und Biere. Für Weinliebhaber steht ein Weinstand zur Verfügung. Die "Birner Buddyboys" gestalten den Festausklang ab 18 Uhr. Der Eintritt zum Badjubiläum ist frei.

Der langjährige Schwimmmeister des Freibades Friedenfels, Karl Schultes, und seine Frau Resi haben ein umfangreiches Archiv mit vielen Schriftstücken, Unterlagen, Fotos und Postkarten über die 50-jährige Geschichte des Freibades erstellt.
Stolz zeigt Bürgermeister Gottfried Härtl eine von Bernhard Kellner zur Verfügung gestellte Postkarte. Sie zeigt das Freibad 1970, ein Jahr nach der Fertigstellung. Auffallend die große Liegewiese ohne ihren heutigen umfangreichen Baumbestand.
Idyllisch gelegen, ist das Schwimmbad am Ortsrand von Friedenfels bei Jung und Alt beliebt und bietet unbeschwerten Badespaß.

 

 

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