15.06.2021 - 11:09 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Naturpark Steinwald: Große Anstrengungen für eine „Perle der Natur“

Die Flussperlmuschel gab es einst zu Tausenden in den Gewässern des Steinwalds. Begehrt war sie aufgrund ihrer seltenen Perle. Wie es um die vom Aussterben bedrohte Muschel steht, erfahren Teilnehmer einer Exkursion am Sonntag.

Robert Mertl, der viele Jahre das Artenhilfsprogramm Flussperlmuschel betreute, kennt die Stellen im Naturpark Steinwald, wo noch Vorkommen vorhanden sind.
von Bernhard SchultesProfil

Nur in absolut klaren, kühlen und strukturreichen Bächen kann die Flussperlmuschel bestehen und sich vermehren. Die Larve der Flussperlmuschel ist ein Parasit und lebt mehrere Monate in den Kiemen der Bachforellen, ohne diesen zu schaden. Wenn sie eine gewisse Größe erreicht hat und Temperatur und Bachbett geeignet sind, lässt sie sich ins Flussbett fallen und gräbt sich dort ein. Erst im ausgewachsenen Stadium bildet sich die harte Schale. Dieses Wissen nutzen die Projektunterstützer des Vereins Kulturlandschaft südlicher Steinwald und Mitglieder des Naturparks Steinwald und versuchen seit Jahren, die Bevölkerung zu sensibilisieren.

Umfangreiche Einblicke und viel Hintergrundwissen vermittelt eine Exkursion des Naturparks Steinwald am Sonntag, 20. Juni, um 14 Uhr bei der Grenzmühle. Willkommen sind alle Interessierten. Susanne Ullmann-Wiesend, Projektleiterin des Artenhilfsprogramms Flussperlmuschel, wird bei der Exkursion die komplexe Lebensweise der Flussperlmuschel erläutern. Unterstützt wird sie von den Naturpark-Rangern Jonas Ständer und Marie Wittmann. Sein umfangreiches Wissen steuert auch Robert Mertl bei, der in früheren Jahren wie kein anderer das Projekt Flussperlmuschel in den Steinwaldbächen vorantrieb.

Die Verantwortlichen wissen, dass es von der Flussperlmuschel nur noch ganz wenige Bestände in Bayern gibt. Sie sind vom Aussterben bedroht und deswegen besonders geschützt. Schlechte Wasser- und Strukturqualität der Fließgewässer haben die Bestände in den letzten Jahren schwer beeinträchtigt. Derzeit liegt im Naturpark Steinwald eines der letzten Vorkommen in der Oberpfalz. Wo die Probleme im Muschelschutz liegen und welche Anstrengungen unternommen werden, um diese „Perle der Natur“ zu erhalten, wie der optimale Lebensraum aussieht und welche weiteren wichtigen Arten von den durchgeführten Maßnahmen profitieren, können die Teilnehmer bei der rund zweieinhalb Stunden dauernden Exkursion entlang des Grenzbaches erfahren. Zudem gibt es einen Einblick in die fast fertiggestellte Hälterstation für Flussperlmuscheln auf der Grenzmühle.

Trotz der Lockerungen der Corona-Beschränkungen weist die Geschäftsstelle des Naturparks Steinwald auf nachfolgende Regeln hin, die unbedingt beachtet werden müssen: Grundsätzlich gilt für alle Führungen im Naturpark Steinwald eine Voranmeldung. Diese können Interessierte unter Telefon 09634/7079013 oder per E-Mail (info[at]naturpark-steinwald[dot]de) vornehmen. Weiterhin gilt, auch wenn fast alle Veranstaltungen im Freien stattfinden, ein Mindestabstand von eineinhalb Metern. Sollte dies einmal nicht möglich sein, muss eine FFP2-Maske getragen werden.

Einen großartigen Erfolg verzeichnete der Verein Kulturlandschaft südlicher Steinwald bei der Ausgabe von Fenchelpflanzen

Friedenfels

 

 

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