25.06.2020 - 11:47 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Auch heuer lockt das Schwimmbad

Für die Freibadbegeisterten im Erholungsort hat das Warten ein Ende. Bei drei Gegenstimmen votierte der Gemeinderat für die Öffnung des Freibads. Ein spezielles Hygienekonzept zum Schutz vor dem Coronavirus soll die Badesaison ermöglichen.

Enormes haben in diesem Jahr neben Beschäftigten der Gemeinde und freiwilligen Unterstützern die Mitglieder des Förderkreises Freibad Friedenfels geleistet. Vorsitzende Lisa Rauh (Zweite von links) dankte für die vielen freiwilligen Stunden im Vorfeld - obwohl die Helfer nicht wussten, ob das Bad geöffnet werden kann. Mit im Bild ein Teil der Unterstützer, die am Tag der Entscheidung durch den Gemeinderat nochmals kräftig Hand angelegt haben: (von links) Bärbel Völkl, Gabi Härtl, Barbara Kaßeckert und Monika Seidel.
von Bernhard SchultesProfil

Nicht leicht machte sich das Gremium den von vielen erhofften Saisonstart. Obwohl es in den 51 Jahren des Bestehens des Schwimmbads auch nicht immer leicht war, die beliebte Freizeitanlage am Leben zu erhalten und weiterzubetreiben, so merkte man bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, dass heuer vieles anders ist. „Die technischen Voraussetzungen sind gegeben. Doch es gilt, die zusätzlichen Anweisungen, Vorschriften und ein gefordertes Hygienekonzept wegen der Pandemie umzusetzen“, erklärte Bürgermeister Oskar Schuster.

Lang war dazu der Maßnahmenkatalog, den das Gemeindeoberhaupt präsentierte. So wurde die Zahl der Besucher auf 100 Badegäste pro Tag beschränkt. Eine Aufsichtsperson führt beim Einlass und dem Verlassen der Badeanlage Buch. Freibadbesucher müssen dabei ein Formular mit Name und Telefonnummer ausfüllen. Hiermit könnte dann im Fall einer Erkrankung am Coronavirus nachvollzogen werden, wer zu welcher Zeit im Freibad war. Sobald die maximale Besucherzahl erreicht ist, werden die Zugangstüren geschlossen. Erst wenn Gäste das Bad verlassen, ist wieder ein Eintritt möglich.

Rutsche bleibt gesperrt

Auch die Zahl der Schwimmer, die gleichzeitig im Becken in vorgeschriebener Richtung ihre Bahnen ziehen dürfen, musste für die anstehenden heißen Tage begrenzt werden. Im Schwimmerbecken dürfen sich 24 Personen aufhalten, im angrenzenden markierten Nichtschwimmerbecken können sich gleichzeitig 12 Personen erfrischen. Die Rutsche im Kinderbecken bleibt aus Gründen der Hygiene gesperrt. Und die von den Kindern sehr beliebte große aufblasbare Robbe wird heuer nicht zu Wasser gelassen.

Weniger Probleme gebe es auf der großen Liegewiese. Auf der riesigen Fläche mit dem alten Baumbestand werden Markierungen angebracht, die die Besucher voneinander abgrenzen. Die einzelnen Parzellen können hier der Reihenfolge nach belegt und ausgesucht werden. Der Zutritt für Kinder unter 14 Jahren ist in diesem Jahr nur in Begleitung Erwachsener möglich. Auch verwies Oskar Schuster darauf, dass beim Betreten und Verlassen des Schwimmbads sowie zur und von der Liegewiese Maskenpflicht herrscht. Dies gilt auch beim Gang zur Toilette sowie zum Kiosk. Am Kiosk selbst gibt es in diesem Jahr nicht das breite und alljährlich übliche Speisenangebot. Nur abgepackte und verschlossene Lebensmittel verlassen den Verkaufstresen.

Für Abhilfe bei den heuer ebenfalls fehlenden Umkleidekabinen im Hauptgebäude sorgte der Förderkreis Freibad. Vorsitzende Lisa Rauh hob die Anschaffung von zwei Kabinen, die im Freien errichtet werden, hervor. Auch die Duschen stehen heuer nicht zur Verfügung. Die einzigen Duschmöglichkeiten bestehen im Durchschreitebecken, wie Oskar Schuster betonte.

In zwei Schichten

Viel Lob bekam bei der Diskussion zur Öffnung des Freibades von allen Parteien und Bürgermeister Oskar Schuster der Förderkreis. „Enormes haben die Mitglieder im Vorfeld geleistet, um die Anlage wieder auf Vordermann zu bringen“, bestätigte Lisa Rauh, Vorsitzende und Dritte Bürgermeisterin. Auch nach der Eröffnung werden sich die Mitglieder zur Unterstützung der Gemeinde einbringen, versprach Lisa Rauh. „Im Zweischichtsystem besetzen wir ehrenamtlich täglich das Kassenhäuschen und bewältigen zahlreiche erforderliche Pflichten zur Aufrechterhaltung eines funktionierenden Badbetriebes.“

Keine Empfehlung

Bei der Diskussion im Gemeinderat zur Öffnung des Freibads gab Bürgermeister Oskar Schuster keine Empfehlung. Die Entscheidung sollten die Gemeinderäte - ohne Fraktionszwang - treffen. Während der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Reinhard Stummreiter, sich in diesem Jahr zu einer Öffnung nicht durchringen wollte, setzte sich der Fraktionssprecher der CSU, Uwe Heider, für eine Badesaison ein: „Viele Friedenfelser warten auf die Öffnung.“

Viele Friedenfelser warten auf die Öffnung.

Uwe Heider (CSU)

SPD-Fraktionssprecher Christian Bischof meinte, sinnvoll wäre heuer eine Regelung, die nur Badegästen den Besuch des Biergartens erlaube, "um so mehr reinen Badegästen den Zutritt zu ermöglichen". Auf eine Besuchszeitbegrenzung, um mehr Gästen an einem Tag die Badbenutzung zu gewähren, wie sie anschließend von Christian Mitterbauer (CSU) vorgeschlagen wurde, konnte sich das Gremium aber nicht einigen. Für kurzfristige Änderungen bei möglichen Reglementierungen hinsichtlich des Besucherandrangs machte sich Karl Zeh (Grüne/Neue Wege) stark.

Schließlich stimmten Bürgermeister Oskar Schuster, Reinhard Stummreiter und Gertraud Kappauf (alle Freie Wähler) gegen eine Öffnung des Freibads. Manuel Schmidt (Freie Wähler) und die Mitglieder der anderen Fraktionen votierten dafür. Das Ergebnis: 8:3. Starten soll die Freibadsaison am Mittwoch, 1. Juli. Die Öffnungszeiten sind dann täglich von 13 bis 19 Uhr mit Kassenschluss um 18 Uhr.

Bericht zum Jubiläum des Freibads Friedenfels

Friedenfels

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