29.01.2021 - 12:02 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Grünes Licht für Erweiterung des Friedenfelser Kindergartens

Der Gemeinderat Friedenfels hat beschlossen, den Kindergarten zu erweitern. Diskussionen über die 290.000 Euro teure Maßnahme blieben aber nicht aus. Bei 10:2 Stimmen wurde ein bereits erstellter Planentwurf gebilligt.

Ein weiteres Mal wird der Kindergarten Friedenfels erweitert. Bürgermeister Oskar Schuster (Bild) stellte den Gemeinderäten den Planentwurf vor. Die auffälligste Baumaßnahme betrifft den überdachten Außenbereich (links).
von Bernhard SchultesProfil

„Friedenfels befindet sich in einem Aufwärtstrend.“ Diese Meinung vertrat in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend nicht nur Bürgermeister Oskar Schuster. Das Gemeindeoberhaupt belegte seine Aussage mit Zahlen. „Vom Jahresende 2019 bis Januar 2021 stieg die Einwohnerzahl um fast fünf Prozent. Allein 57 Kinder bis sechs Jahre befinden sich darunter.“ Oskar Schuster weiter: „Aufgrund des bestehenden Bedarfs und der bereits erfolgten Anmeldungen im Kinderhaus muss bis September 2021 eine weitere Kindergruppe untergebracht werden." Vorgesehen und geeignet sei dafür der bisherige Turnraum im Kindergarten, "was allerdings bauliche Veränderungen im Kinderhaus erforderlich machen wird“.

Ein Architektenbüro hatte die Räumlichkeiten im Vorfeld begutachtet. Die neuen Entwürfe sehen vor, dass der vorhandene, an den Turnraum angrenzende überdachte Außenbereich künftig zu einen weiteren Gruppenraum ausgebaut werden soll. Die dadurch neu entstehende Außenfassade wird in Anlehnung an das bestehende Kinderhaus mit großen Fenstern versehen.

Barrierefreie Zugänge

Durch die Umbaumaßnahmen können zudem der Sanitärbereich vergrößert, eine Fußbodenheizung eingebaut und schadhafte Fenster ausgetauscht werden. "Nach der Erweiterung sind die neuen Räumlichkeiten durch barrierefreie Zugänge von allen Kindern des Kinderhauses nutzbar.“ Die durch das beauftragte Architektenbüro erstellte Kostenschätzung in Höhe von 290.000 Euro erachtete Bürgermeister Oskar Schuster als realistisch.

Zu der von Schuster vorgestellten Maßnahme musste der Gemeinderat nun eine Grundsatzentscheidung treffen. Dabei ging es um die Frage, ob die nötige Erweiterung in dieser Form durchgeführt werden soll. Außer Frage stand für Lisa Rauh (Bündnis 90/Die Grünen), dass für die Kinder Platz geschaffen werden muss. Sie suchte bei der sich anschließenden Diskussion unter den Ratsmitgliedern jedoch nach einer kostengünstigeren Lösung. Die Bausumme von 290.000 Euro nannte sie eine „sportliche Herausforderung für die Gemeinde, zumal ja noch weiter Projekte anstehen“. Auch verwies die Fraktionssprecherin von Bündnis 90/Die Grünen auf jährliche Schwankungen bei der Belegzahl im Kinderhaus. Eine Fertigstellung der Kinderhaus-Erweiterung bis September 2021 sah sie zudem sehr kritisch.

Auch für den Fraktionssprecher der CSU, Uwe Heider, war es wichtig, dass für die Kinder genügend Plätze im Kindergarten bereitstehen. Er suchte jedoch nach weiteren Alternativen, „da ja nach dem geplanten Umzug des Rathauses in das Lehrerwohnhaus Platz für das Gesamtpaket Kinderhaus geschaffen wird“.

Den Einwänden der beiden Gemeinderatsmitglieder erteilte Bürgermeister Oskar Schuster eine deutliche Absage. An Lisa Rauh gewandt meinte das Gemeindeoberhaupt: Auch nur eine kleine Umbaumaßnahme koste mindestens 100.000 Euro. Und für diese Summe bekomme man keinen Zuschuss. Außerdem würde diese Maßnahme "Flickzeug bleiben“. Zu den angeführten jährlichen Schwankungen bei den Belegplätzen wusste Oskar Schuster, dass bereits Anfragen von weiteren Bauinteressenten vorliegen "und sich nach freien Plätzen im Kindergarten erkundigt wurde“.

Der Rathauschef sagte zu Uwe Heider, dass sein Ansinnen auf jeden Fall länger dauere. Mindestens drei bis vier Jahre müsse man dafür einplanen. "Aber wir brauchen die Plätze bereits in diesem Jahr.“ Auch einen späteren Leerstand bei den Räumen im jetzigen Rathaus sah Oskar Schuster nicht: „Die Friedenfelser Jugend und die Vereine könnten diese beziehen.“

Sicherheit geben

Unterstützung bekam Bürgermeister Oskar Schuster anschließend von Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg (CSU). „Bauwillige brauchen Sicherheit“, meinte er und sah ebenfalls wie Bürgermeister Oskar Schuster eine derzeit positive Entwicklung in der Gemeinde. Weiter brachte Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg die zu erwartenden Zuschüsse ins Spiel. „Wenn wir sie erhalten, ist der Unterschied zu einer kleineren Erweiterung, wo keine Förderungen erfolgen, relativ gering.“ Die Fördersituation bestätigte die geschäftsleitende Beamtin der Gemeinde, Regina Wildenauer: Mit Sonderprogrammen des Bundes könne man bis zu 60 Prozent an Zuschüssen erhalten.

Der anschließenden Abstimmung zur Erweiterung des Kindergartens nach dem Planentwurf des Architektenbüros stimmten die Ratsmitglieder mehrheitlich zu. Dagegen waren Lisa Rauh und Karl Zeh (Bündnis 90/Die Grünen). Einstimmig hingegen genehmigte der Gemeinderat den Bedarf von künftig insgesamt 50 Kindergartenplätzen (bisher 40) im Kinderhaus Friedenfels.

Friedenfels muss heuer zahlreiche weitere Projekte stemmen

Friedenfels
Das letzte Mal erweitert wurde der Kindergarten Friedenfels 2013. Hierbei wurden Räumlichkeiten für eine Kleinkindgruppe geschaffen.

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