11.11.2018 - 16:54 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Dem gezackten "Z" verfallen

Bei Zündapp-Fans ist Markus Kellner bekannt wie ein bunter Hund. Auf Oldtimer-Märkten und Ausstellungen ist er bei den Liebhabern der einstigen Kultmarke erste Anlaufstelle.

Rasenmäher und Kleinkrafträder mit dem gezackten „Z“ für Zündapp haben es dem Hobby-Schrauber Markus Kellner angetan.
von Bernhard SchultesProfil

Der Hobby-Schrauber hat nach jahrelangem Sammeln und der Instandsetzung von 50 Kubikzentimeter-Mopeds unendlich viele Ersatzteile. Und wenn er mal was nicht hat, dann kann er zu mindestens den Sammlern Tipps geben, wo sie das begehrte und benötigte Ersatzteil erhalten können. Die Mopeds der Marke Zündapp mit den kleinen Motoren sind seit seinem 15. Lebensjahr Markus Kellners großes Hobby.

Mittlerweile sammelt er auch Rasenmäher dieser Marke. Markus Kellner: "Das damalige Zündapp-Werk suchte nach Möglichkeiten, ihre Produktpalette zu erweitern, um die Rentabilität des Unternehmens zu steigern. So wurden ab 1970 für den Gartenfreund diverse Rasenmäher ins Programm aufgenommen. Auch diese besaßen Bauteile aus Druckgusselementen, was sie zu flüsterleisen Arbeitsgeräten machte. Die 100 Kubikzentimeter-Zweitaktmotoren der Mäher waren gebläsegekühlt und hatten eine Leistung von drei PS.

Die damalige Modellpalette umfasste fünf Typen: den 1-Stern-Mäher, den 2-Stern-Mäher, den 3-Stern-Mäher, den 4-Stern-Mäher und schließlich den 5-Stern-Mäher. "3- und 5-Stern-Mäher verfügten über angetriebene Vorderräder, 4- und 5-Stern-Mäher über einen Elektrostarter. Die anderen Modelle wurden alle per Hand gestartet und mussten mit Muskelkraft über die Rasenfläche geschoben werden", weiß der Sammler. Was Markus Kellner neben den unverwüstlichen Motoren besonders fasziniert, sind das leuchtende Gelb und Rot der Verkleidungen der Rasenmäher.

Seine ersten Modelle, die er gekauft hat, waren teilweise in einem erbärmlichen Zustand. Nichts ging mehr, doch der findige Bastler brachte sie alle wieder zum Laufen. Blinkend und strahlend stehen sie in seinem Schuppen und der Garage, die mittlerweile einem regelrechten Zündapp-Museum ähneln.

In den vergangenen Jahren hat Markus Kellner seine Lagerstellen, in dem er die Raritäten aufbewahrt, ständig um- und ausgebaut. Das inzwischen mit Vollwärmeschutz ausgestattete Gebäude beherbergt auf verschiedenen Etagen neben den Rasenmähern 30 Mopeds aus dem Zeitraum ab 1950. "Bis auf wenige sind alle fahrtüchtig, doch die wenigen bring ich auch noch zum Laufen", verspricht der 47-jährige Oldtimer-Sammler. Angefangen hat alles, als er als Jugendlicher auf dem Sperrmüll ein total verrostetes Moped fand. "Was willst denn mit dem alten Glump?", fragte damals sein Vater, als er eines Tages das Gefährt anschleppte. Abend für Abend schraubte er an dem "Schrotthaufen" herum, bis dieser endlich lief. "Es war damals mein erster fahrbarer Untersatz", erzählt der Tüftler grinsend.

Über sein Können und Wissen freut sich mittlerweile auch sein Arbeitgeber, die Baufirma Haubner. Der Baggerfahrer erledigt kleinere Reparaturen an seinem Arbeitsgerät und dem Fuhrpark der Firma oft selbst. "Mir macht das Schrauben halt unheimlich Spaß", meint Markus Kellner. "Es ist vielleicht aber auch eine kleine Sucht dabei. Man versucht, die alten und seltenen Raritäten und Sammlerobjekte immer vor Freunden zu ergattern." Seine Zündapp-Mopeds und Rasenmäher hat Markus Kellner aus der gesamten Oberpfalz und aus Oberfranken zusammengetragen. Mit den früheren Besitzern wurde er sich immer schnell und ohne Streitigkeiten einig.

"Bei vielen Leuten standen die Dinger nur noch im Weg rum", so Kellner. "Eines war 50 Jahre in einer Scheune abgestellt, mit Heu abgedeckt, ohne dass es angerührt wurde." Der Preis richtet sich immer nach dem Zustand und den Originalteilen an den Fahrzeugen. Kellner hat auch schon einige Male zwei baugleiche Mopeds gekauft und daraus ein Fahrzeug mit allen Originalteilen zusammengeschraubt. Auf Teilemärkten in Schwandorf, Ansbach, Kemnath und Riesa ist Markus Kellner seit langem bekannt. Er schätzt dort auch das besondere Flair. "Auf den Märkten wird geschachert, gefeilscht, getauscht und fachgesimpelt." Manchmal bekommt er auch Tipps, wie sich manches noch besser machen lässt. "Das ist aber nicht so oft der Fall, meistens gebe ich die Auskunft", scherzt der sympathische Hoppy-Schrauber.

Markus Kellner will seine Schätze im nächsten Jahr erstmals in Friedenfels präsentieren. Der Arbeitskreis Tourismus will Kellners "Feuerstühle" und "heiße Gartengeräte" in sein Traditionsfest einbinden.

Die kleinen Motoren der Mopeds und Rasenmäher kann Markus Kellner mittlerweile blind zerlegen und zusammenschrauben.
Garage und Schuppen sind mittlerweile voll belegt. Nun hat Markus Kellner den Giebel seines Schuppens als Lager entdeckt. Per Seilzug und kleinem Kran hievt er die Sammlerstücke dort hinauf
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