15.04.2021 - 13:52 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Gemeinderat Friedenfels einstimmig für Bau einer Schilfkläranlage

Nun ist es endgültig. Nach über zehn Jahren Reden, Planen und Diskutieren beginnen im nächsten Frühjahr die Bauarbeiten für eine Schilfkläranlage in Friedenfels. Einstimmig votierten die Gemeinderäte für die noch notwendigen Schritte.

Das Gelände für die Schilfkläranlage der Gemeinde Friedenfels ist bereits gerodet. Es befindet sich im direkten Anschluss an die alte Kläranlage und grenzt an den Radweg von Friedenfels nach Reuth bei Erbendorf (rechts hinter den Bäumen).
von Bernhard SchultesProfil

Freilich ließ zu Beginn der jüngsten Gemeinderatssitzung ein Antrag von Gertraud Wildenauer (Freie Wähler) die wenigen Zuhörer kurz aufhorchen. Die Gemeinderätin bat um Verlegung eines Tagesordnungspunktes (von der CSU eingereichter Antrag zur neuen Kläranlage) aus dem nichtöffentlichen in den öffentlichen Teil der Sitzung. Dem Gesuch wurde einstimmig stattgegeben. In dem Antrag forderte die CSU eine nochmalige genaue Gegenüberstellung der Kosten zu den verschiedenen Kläranlagentypen. Bereits in der Februar-Sitzung war dazu ein Antrag gestellt worden, der jedoch nach längerer Diskussion von der Fraktion wieder zurückgezogen wurde.

„Mir und meiner Fraktion geht es nicht darum, das Vorhaben zu blockieren oder auf die lange Bank zu schieben."

Uwe Heider (CSU)

Uwe Heider (CSU)

CSU-Fraktionssprecher Uwe Heider stellte in der Sitzung am Mittwochabend klar: „Mir und meiner Fraktion geht es nicht darum, das Vorhaben zu blockieren oder auf die lange Bank zu schieben." Vielmehr, und das sei das Wichtigste, wolle man für die Friedenfelser Bürger die bestmögliche Lösung finden.

Ausführlich und detailliert präsentierte deshalb Bürgermeister Oskar Schuster im Anschluss das geforderte Zahlenwerk, in das auch noch eine am Nachmittag eingegangene Nacharbeitung des Ingenieurbüros Blumberg zur geplanten Schilfkläranlage eingearbeitet worden war. Der ausführliche sechsseitige Vergleich wurde jedem Gemeinderat schriftlich ausgehändigt. Wie bereits in der in der Sondersitzung des Friedenfelser Gemeinderats im März dargestellten Aufschlüsselung des Ingenieurbüros Blumberg waren in dem Dokument alle Kosten von der Investition über den Stromverbrauch, die Personalkosten, Pumpen und Maschinentechnik bis hin zu benötigten Betriebsmitteln aufgeführt.

Bürgermeister Oskar Schuster: „Während sich bei den Baukosten beide Anlagen annähernd mit 2,8 Millionen Euro auf gleicher Höhe bewegen, ist jedoch der Unterhalt bei der Pflanzenkläranlage wesentlich günstiger. Auf 25 Jahre gerechnet ist dies eine Ersparnis von über 463.000 Euro."

Nach den Erläuterungen des Gemeindeoberhaupts bat Uwe Heider um eine kurze Unterbrechung der Sitzung für eine Beratung. Geschlossen verließ die CSU-Fraktion den Sitzungssaal. Bei der Rückkehr dankte Uwe Heider Bürgermeister Oskar Schuster und der Verwaltung für die detaillierte Ausarbeitung der Kostenaufstellung. „Nach der erneuten Vorlegung der Zahlen zu den Varianten Schilfkläranlage/konventionelle Kläranlage ist es nachvollziehbar und plausibel, etwas Neues in Angriff zu nehmen und zu wagen. Zudem passt das innovative Vorhaben aus ökologischer Sicht bestens zum angestrebten Ziel, ein Naturerlebnisdorf zu werden.“

„Ich bin richtig glücklich über den einstimmigen Beschluss. Wir haben es uns wirklich nicht leicht gemacht."

Bürgermeister Oskar Schuster

Bürgermeister Oskar Schuster

Die daraufhin durch Bürgermeister Oskar Schuster herbeigeführte Beschlussfassung endete mit einem einstimmigen Votum für den Bau einer Schilfkläranlage. „Die Bauunterlagen werden umgehend zur Beantragung der wasserrechtlichen Genehmigung an das Landratsamt Tirschenreuth übersandt", informierte der Rathauschef. In einer Abstimmung des Gemeinderats vor drei Jahren hatten sich drei Mitglieder gegen eine Schilfkläranlage ausgesprochen.

Bürgermeister Oskar Schuster zeigte sich nun begeistert: „Ich bin richtig glücklich über den einstimmigen Beschluss. Wir haben es uns wirklich nicht leicht gemacht. Alle Gemeinderäte, die bereits vor den letzten Kommunalwahlen dem Gremium angehörten, wissen, dass es in all den Jahren keinen Tagesordnungspunkt gab, über den nicht länger und ausführlicher diskutiert wurde." Das Engagement aller Gemeinderäte sei auf "etwas Vernünftiges, was Nachhaltiges" gerichtet gewesen und "was den Friedenfelser Bürgern auch wirtschaftlich entgegen kommt“. Als realistisch sahen Bürgermeister Oskar Schuster und einige Gemeinderäte einen Baubeginn für die Schilfkläranlage im nächsten Frühjahr. „Bis dahin müssten die Ausschreibung und die Genehmigung durch die Behörden abgeschlossen sein.“ (Weiterer Bericht über die Gemeinderatssitzung folgt)

Die Genehmigungsplanung zum Bau einer Schilfkläranlage war bereits im März Thema einer Sondersitzung

Friedenfels
Geschlossenheit demonstrierte der Gemeinderat Friedenfels in seiner jüngsten Sitzung. Einstimmig genehmigte das Gremium den rund 2,8 Millionen Euro teuren Schilfkläranlagenbau.

 

 

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