19.10.2020 - 11:54 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Friedenfelser Kinderhaus braucht mehr Platz

Im Kinderhaus in Friedenfels wird es eng. Der Gemeinderat muss handeln. Der Bürgermeister favorisiert bereits eine Lösungsmöglichkeit.

Abhilfe bei der hohen Auslastung des Kinderhauses würde die bereits geplante Sanierung des ehemaligen Lehrerwohnhauses (links) zum neuen Rathaus schaffen. Räume des alten Rathauses könnten dann in das angrenzende Kinderhaus integriert werden.
von Bernhard SchultesProfil

Junge Eltern bauen in Friedenfels Eigenheime. Der Zuzug freut. Doch das Kinderhaus kam in den zurückliegenden Wochen an die Grenzen seiner Aufnahmekapazität. Die Kinderkrippe ist derzeit voll besetzt. Durch nachrückende Kinder ist die Einrichtung auch weiterhin und vorerst bis Januar 2022 ausgelastet, erfuhren die Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung. Wie also weiter vorgehen?

Regina Wildenauer von der Gemeindeverwaltung hatte hierzu zusätzlich das Kreisjugendamt eingeschaltet. Bei einem Besuch mit Besichtigung vor Ort unterstützte die Behörde die Planungen und weitere Vorgehensweise der Gemeindeverwaltung. Zunächst setzen hierbei Bürgermeister und Gemeinderat auf eine Elternbefragung. Im nächsten "Gemeinde aktuell" gibt es einen Fragebogen an alle Haushalte. Angehende Eltern können darin ihre Wünsche und die Bitte um Aufnahme ihrer Kinder im Kinderhaus mitteilen.

Ein beim Gespräch diskutierter Lösungsansatz sei, wie Regina Wildenauer informierte, die vorübergehende Bildung einer Kleinkindergruppe (Alter zwei bis vier Jahre) ab September 2021. Hier würden von der Krippe die älteren Kinder bereits in den Kindergarten wechseln. Durch die dann drei vorhandenen Altersgruppen im Kinderhaus müsste der vorhandene Turnraum geringfügig baulich verändert werden. Eine Containerlösung bleibe dagegen ein Provisorium, wie Bürgermeister Oskar Schuster betonte. Als beste Lösung favorisierte das Gemeindeoberhaupt deshalb einen möglichst baldigen Beginn des Umbaus des Lehrerwohnhauses zum neuen Rathaus. "Räumlichkeiten des alten Rathauses könnten dann in das angrenzende Kinderhaus integriert werden."

Brunnensteig nicht mehr nötig

Auch über die Auflösung des Brunnensteigs musste in der Gemeinderatssitzung entschieden werden. Der Steig mitsamt der Treppenanlage befindet sich im Eigentum der Gemeinde. "Vor allem die Treppenanlage ist seit geraumer Zeit in einem sehr schlechten Zustand", berichtete Bürgermeister Oskar Schuster. "Durch den anstehenden Neubau der Sonnengasse ändern sich künftig auch das Niveau und die Höhenlage der Straße. Die Treppenanlage müsste deshalb komplett neu angepasst werden", wusste das Gemeindeoberhaupt. Außerdem habe der Steig seine einstige Bedeutung verloren und sei daher einzuziehen. "Eine öffentliche Nutzung ist nicht mehr erforderlich. Die Fläche wird verkauft, die Zufahrt zu den drei Anwesen wird privatrechtlich geregelt", so Oskar Schuster.

Christian Bischof (SPD) berichtete vom Anliegen eines Bürgers, der sich im Vorfeld gegen eine Auflösung ausgesprochen habe. "Dies ist eine Verbindung von der Poststraße zum oberen Ortskern und zum Friedhof", wie Bischof den Antragsteller zitierte. Hier hielt Oskar Schuster dagegen, dass allein die Kosten für die Instandsetzung der Treppenanlage enorm seien und aufgrund der sehr geringen Nutzung diese nicht gerechtfertigt wären. Einstimmig beschloss daraufhin der Gemeinderat, den Steig mit Wirkung zum 1. Februar 2021 aufzulösen.

Arbeiten abgeschlossen

Ein weiterer wichtiger Schritt wurde bei der Wasserversorgung getan, teilte Bürgermeister Oskar Schuster unter dem Tagesordnungspunkt Bekanntgaben mit. „Mit der heute fertiggestellten Einzäunung der Quellgebiete im Steinwald erhält die Gemeinde die uneingeschränkte Erlaubnis zum Betrieb der Quellen“, berichtete das Gemeindeoberhaupt. Auch auf der Verbindungsstraße von Frauenreuth nach Altenreuth sowie den Zufahrten in Bärnhöhe zum Anwesen Kappauf und zum Anwesen Dostler wurden Instandsetzungsarbeiten abgeschlossen. Hier wurde jeweils eine wassergebundene Abdeckung aus Kies-Sand-Gemisch aufgebracht. Keine nassen Füße werde es im kommenden Winter in der Grenzbachstraße geben. Damit das Wasser, das bei Schneeschmelze und Starkregen oft zentimeterhoch die Straße überflutete, besser ablaufen kann, wird das angrenzende Bankett instandgesetzt. „Die Arbeiten beginnen bereits morgen“, sagte Oskar Schuster in der Sitzung.

Tanks gereinigt und entsorgt

Völlig rückgebaut ist mittlerweile die alte Tankstelle. „Im Zuge der Schürfarbeiten haben wir noch einen fünften Tank gefunden, der ebenfalls geborgen wurde. Alle Tanks wurden gereinigt und entsorgt“, informierte das Gemeindeoberhaupt weiter. Freude bereitete Oskar Schuster, dass im ausgehobenen Erdreich keine Belastungen nachgewiesen werden konnten. „Der dadurch nicht erforderliche Erdaustausch erspart uns eine Menge Geld.“ Die von Karl Zeh (Grüne/Neue Wege) angeregte Kostenbeteiligung am Rückbau der alten Tankstelle durch eine Mineralölgesellschaft will Oskar Schuster prüfen lassen.

Briefkasten-Standorte

Durch den Rückbau der alten Tankstelle musste durch die Post auch ein öffentlicher Postkasten entfernt werden. Uwe Heider (CSU) wusste von Bürgern, die sich neue Standorte wünschten. Bürgermeister Oskar Schuster regte an, Vorschläge zu neuen künftigen Standorten der gelben Briefkästen in der Verwaltung einzureichen. „Die Gemeinde wird dann mit der Post diesbezüglich in Verbindung treten.“

Ein Dienstauto für den Bürgermeister hat der Gemeinderat in der Sitzung abgelehnt

Friedenfels
Früher war der Brunnensteig (Bild) ein viel benutzter Fußweg von der Poststraße zum oberen Ortskern und zum Friedhof. Der Steig hat aber seine einstige Bedeutung verloren und ist daher einzuziehen, informierte Bürgermeister Oskar Schuster in der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Durch Zuzug junger Eltern kam das Kinderhaus (rechts im Bild) in den zurückliegenden Wochen an die Grenze seiner Aufnahmekapazität. Die Kinderkrippe ist derzeit voll besetzt. Als beste Lösung sieht Bürgermeister Oskar Schuster eine Integration des Rathausgebäudes (links im Bild) in das Kinderhaus.
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