14.06.2021 - 11:34 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Friedenfels für die Zukunft fit machen

Trotz der Einschränkungen durch Corona sind im vergangenen Jahr in Friedenfels Weichen für die Zukunft gestellt worden. In der Bürgerversammlung informierte der Bürgermeister über wichtige Projekte und darüber, was noch getan werden muss.

Baustelle Sonnengasse: Die Straße erhielt auch eine neue Wasserleitung, die weiter bis zur Siedlung gebaut wird.
von Bernhard SchultesProfil

Die Schritte in Richtung Normalität werden mehr. Dies zeigte sich auch in der Bürgerversammlung in Friedenfels. Bürgermeister Oskar Schuster will das Gemeinde- und Vereinsleben nach Corona wieder ankurbeln und hat dabei auch die Jugend im Blick. Er erklärte: „Dazu gehören Räumlichkeiten, die von den Vereinen und der Jugend eigenständig genützt werden können.“ In Aussicht stellte er dafür die frei werdenden Räume des Rathauses nach Sanierung und Umzug der Verwaltung ins neue Rathaus.

In einer fast zweistündigen Erörterung erfuhren die Besucher der Bürgerversammlung viel über das aktuelle Geschehen und die Pläne in der Kommune. Neben einigen kostenträchtigen Projekten (wir berichteten bereits) steht das Lebenselixier Wasser ganz oben auf der Agenda des Bürgermeisters. „Vieles wurde in den letzten Monaten bei der Wasserversorgung für unsere Bürger umgesetzt und vorangebracht", sagte Schuster und fuhr fort: „Quellgebiete, Entsäuerungsanlage, Hochbehälter und Tiefbrunnen präsentieren sich nach zahlreichen Bau- und Sanierungsmaßnahmen in einem Top-Zustand. Mit dem derzeitigen Bau einer Ringleitung durch die Sonnengasse schaffen wir neben Brandschutz für das Sägewerk auch einen sichern Wasserfluss zur Neumühle und zur Siedlung.“

42 erfahrene Feuerwehrleute

„Nur positive Dinge kann ich zur Feuerwehr vermelden“, meinte das Gemeindeoberhaupt anschließend. Er verwies auf ein neues Feuerwehrauto sowie neue Atemschutzgeräte. "Es engagieren sich 42 erfahrene Feuerwehrleute bei uns im Ort.“ Ein Sonderlob übermittelte er an die fünf Frauen, die mittlerweile bei der Wehr Dienst tun.

Den zahlreichen freiwilligen Helfern und Unterstützern des Freibades zollte Schuster anschließend seine Anerkennung. „Das Friedenfelser Freibad wird derzeit für den Saisonstart vorbereitet. Vom 19. Juni an bis Ende August wollen wir öffnen“, informierte der Bürgermeister und bat um zusätzliche freiwillige Helfer. „Wir brauchen diese für die Kasse und den Kiosk, um die geforderten Hygieneauflagen zu erfüllen. Interessierte können sich bei der Vorsitzenden des Fördervereins Freibad, Lisa Rauh, melden“, warb der Bürgermeister. Mahnend ließ er folgen: „Was wir noch dringender benötigen, ist jedoch baldmöglichst ein Zukunftskonzept für die gesamte Anlage.“

In die Dankesworte eingebunden wurden die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der gemeindlichen Bücherei. „Unser Bücherverleih funktionierte auch in Corona-Zeiten.“ Der Schulstandort Friedenfels sei weiter gesichert, wusste Oskar Schuster und freute sich, dass wieder normaler Schulbetrieb an der Grundschule herrscht. Die bereits früher und während der Corona-Pandemie gute Förderung und Ausstattung der Grundschule durch die Gemeinde machte Oskar Schuster ebenfalls zum Thema. „Versehen mit Glasfaseranschluss und mehreren Laptops für Lehrpersonal und Schüler ermöglichten wir Unterricht und Lernen auch in der Pandemie.“

Voll ausgelastet sei das Kinderhaus Friedenfels, berichtete Oskar Schuster. „Nach dem Um- und Anbau sind wir berechtigt, 50 Kinder aufzunehmen und zu betreuen. Der Bauantrag ist eingereicht und wir warten täglich auf die Genehmigung. Für die insgesamt 320.000 Euro teure Baumaßnahme erwarten wir eine Förderung von 150.000 Euro. Den Rest muss unsere Gemeinde stemmen.“

Viele Buchungen

Ein schwieriges Jahr habe Friedenfels im Bereich Tourismus zu verzeichnen, so Oskar Schuster weiter. Freudig stimme ihn jedoch, dass nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen bereits viele Anfragen und Buchungen für dieses Jahr vorlägen. „Wir haben Zeiträume, da sind wir schon fast ausgebucht." Die den Bereich Tourismus betreffende derzeitige Sanierung des Kneippbeckens verteidigte Bürgermeister Schuster, zumal von der Gemeinde nur 2000 bis 3000 Euro aufgewendet werden müssten, wie er bei der Vorstellung der Anlage mit reichlich Bildmaterial betonte. „Ich bin mir sicher, dass nach der Fertigstellung des Kneippbeckens Wanderer, Touristen und Einheimische die Anlage umfangreich nutzen werden.“

Eine weitere Belebung prophezeite Oskar Schuster für das Umfeld der Steinwaldhalle. Nach Sanierung und Gestaltung der Außenanlagen entstehe in einem weiteren Bauabschnitt ein großzügiger Wasserspielplatz. Die Besucher der Bürgerversammlung erfuhren dabei, dass dieses Projekt in Zusammenarbeit mit der Arge Fisch errichtet wird. Bürgermeister Oskar Schuster: „Da es für Kinder nichts Schöneres als einen Wasserspielplatz gibt, wird der vorbeifließende Steinwaldbach an einer Stelle aufgeweitet und in eine Wasserflachzone mit verschiedenen Spielobjekten umgestaltet. Der angrenzende Spielplatz erhält einen Kletterkarpfen in der Größe von vier mal zwei Metern, eine Nestschaukel und eine Sitzgruppe." Überarbeitet würden zusätzlich die bereits vorhandene Rutsche, das Klettergerüst, die Schaukelpferde und die vorhandene Tischtennisplatte.

Deutlich machte Oskar Schuster in der Bürgerversammlung auch, wie sich die Bedürfnisse im Hinblick auf die Internetnutzung seit Beginn der Corona-Pandemie verändert hätten. „Privatpersonen, Grundstückserwerber und vor allem Firmen achten mittlerweile auf schnelle Geschwindigkeiten. Das Thema Breitbandausbau wird uns deshalb demnächst ausführlich beschäftigen.“

Bau eines Seniorenhauses

Auch wenn es noch Zukunftsmusik sei, so liefen dennoch die ersten Planungen für einen weiteren Stellplatz für Wohnmobile im Erholungsort. Dieser könnte nach den Vorstellungen des Bürgermeisters auf der Fläche der ehemaligen Minigolfanlage entstehen. Die Nähe zum Freibad würde die nötige Wasserversorgung sowie eine Abwasserentsorgung ermöglichen. Auch die Stromanschlüsse über einen Ticketautomaten sah Schuster als machbar. Den Bau eines Seniorenhauses ordnete Oskar Schuster ebenfalls der Rubrik Zukunft zu, hatte hierzu aber schon Neuigkeiten: „In kommunaler Zusammenarbeit mit den Gemeinden Reuth bei Erbendorf und Krummennaab wird derzeit ein Konzept erarbeitet, das eine derartige Einrichtung ermöglichen könnte.“

Neben der Ausweisung eines neuen Baugebietes unterbreitete Oskar Schuster am Ende der Bürgerversammlung den Besuchern einen weiteren großen Wunsch: „Wir bräuchten seit langem einen Bauhof. An acht Stellen lagern wir derzeit das Werkzeug, Utensilien, Materialien und Gegenstände unserer Bauhofmitarbeiter." Das sei in der heutigen Zeit auf keinen Fall zweckmäßig und vor allem nicht wirtschaftlich. Als geeigneten Platz nannte er das Gelände der alten Kläranlage.

Hier ein weiterer Bericht zur Bürgerversammlung in Friedenfels

Friedenfels
Für die jüngsten Einwohner sowie die Kinder der Feriengäste wird an der Steinwaldhalle ein großer Abenteuer- und Wasserspielplatz gebaut. Dazu wird der Steinwaldbach (rechts) aufgeweitet und in eine große Wasserflachzone verwandelt. Der bereits vorhandene Spielplatz erhält zudem neue Spielgeräte.
Gefahrlos können künftig Bürger das Freibad erreichen. In Bau ist ein noch fehlendes Stück Bürgersteig (Mitte) entlang der Badstraße.

"Vieles wurde in den letzten Monaten bei der Wasserversorgung für unsere Bürger umgesetzt und vorangebracht."

Bürgermeister Oskar Schuster

 

 

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