02.06.2021 - 10:43 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Freibad Friedenfels: Sicherer Schwimmspaß erfordert viel Vorarbeit

Die Entwicklung der Corona-Pandemie macht es möglich: Das Friedenfelser Freibad wird für den Saisonstart vorbereitet. Ab 19. Juni können Schwimmbegeisterte wieder ihre Bahnen ziehen.

Gemeindebedienstete und Mitglieder des Fördervereins Freibad schaffen derzeit an allen Ecken und Enden die Voraussetzungen, dass am 19. Juni der Badespaß in Friedenfels beginnen kann.
von Bernhard SchultesProfil

Die Arbeiten für die Freibadsaison 2021 laufen in Friedenfels auf Hochtouren. Hand in Hand werkeln Gemeindebedienstete und Mitglieder des Fördervereins Freibad. Seit Tagen wird geschrubbt, gezupft und geputzt - an allen Ecken und Enden der weitläufigen Freibadanlage. Bürgermeister Oskar Schuster steht vor der großen Herausforderung, bereits zum zweiten Mal eine Saison vorzubereiten, die wegen Corona auch in diesem Jahr anders als gewohnt verlaufen wird.

Ausgefeiltes Hygienekonzept

In Friedenfels hatte man sich im vergangenen Jahr, als einige andere Bäder wegen der Corona-Pandemie geschlossen blieben, für eine Öffnung entschieden. Oskar Schuster: „Dies ist auch richtig gewesen." Denn es habe aufgrund eines ausgefeilten Hygienekonzepts keine Probleme gegeben. Verfeinern und aufgrund der im vergangenen Jahr gewonnen Erkenntnisse anpassen will man dennoch so manche Regelung - selbstverständlich in Absprache mit Verantwortlichen und Behörden, wie Oskar Schuster im Gespräch mit Oberpfalz-Medien betont.

Aufstocken möchte das Gemeindeoberhaupt die im zurückliegenden Jahr auferlegte Obergrenze von 100 Badegästen, die gleichzeitig in der Freizeitanlage anwesend sein dürfen. „100 Besucher verlaufen sich in unserer großen Anlage. Wir sind in der Lage, mehr Leute aufzunehmen und trotzdem Abstand und Hygiene einzuhalten.“ Dass trotz Pandemie im letzten Jahr alles funktionierte und eine erfreuliche Saison abgeschlossen werden konnte, war mit ein Verdienst des Fördervereins Freibad, unterstreicht Oskar Schuster an anderer Stelle und lobt die Mitglieder des Vereins für ihr mittlerweile langjähriges Engagement. „Für eine kleine Gemeinde wie Friedenfels ist ein Freibad alljährlich eine finanzielle Kraftanstrengung“, sagt das Gemeindeoberhaupt.

Vereinfachen will Oskar Schuster in diesem Jahr die Registrierung der Badegäste. Im letzten Jahr führte der Förderverein im Kassenhäuschen genau Buch. Freibadbesucher mussten dabei ein Formular mit Name und Telefonnummer ausfüllen. Im Fall einer Erkrankung an Corona hätte man nachvollziehen können, wer zu welcher Zeit im Freibad war. Zudem wurden die Zugangstüren verschlossen, sobald die maximale Besucherzahl erreicht war. Erst wenn Gäste das Bad verlassen hatten, war wieder ein Zutritt möglich.

Per Luca-App

Bürgermeister Oskar Schuster: „Wir prüfen derzeit, den erforderlichen Schriftverkehr durch die Luca-App zu ersetzen.“ Diese würde auch einen rascheren Zutritt ermöglichen, wissen Mitglieder des Freibad-Fördervereins. „Anstatt jedes Mal beim Betreten der Freizeitanlage erneut Name, Adresse und Telefonnummer hinterlassen zu müssen, brauchen Veranstalter und Badegäste nur die App installiert haben und dort einmal die Daten hinterlassen. Wer das Freibad betritt, scannt einen QR-Code, die Daten werden erfasst und können im Falle einer festgestellten Infektion mit Behörden und Gesundheitsämtern geteilt werden.“ Geprüft und umgesetzt werden sollen aber auch noch weitere Maßnahmen und Anordnungen für einen funktionierenden Badbetrieb, wie Bürgermeister Oskar Schuster weiter informiert.

Die in diesem Jahr bedingt durch den langen Winter aufgetretenen Schäden und Verunreinigungen wurden seit der Ankündigung einer möglichen Freibadöffnung bereits zum größten Teil beseitigt. Der Vorsitzenden des Fördervereins, Lisa Rauh, stehen erfahrene Frauen zur Verfügung, die bereits in den zurückliegenden Jahren stets in die Vorbereitungsarbeiten eingebunden waren. Gabi Härtl, Bärbel Völkl, Gertraud Winter und Sonja Wittmann haben in diesem Jahr schon wieder zahlreiche ehrenamtliche Stunden geleistet. Seitens der Gemeinde sind Walter Etterer, Roland Mitlmeier, Angelika Schramm, Manuel Wick und Tanja Tretter-Wöhrl in die Vorbereitungen zur Baderöffnung eingebunden.

Energie von der Solaranlage

Bademeister Walter Etterer: „Das Badewasser aufheizen werden wir mit unserer installierten Solaranlage. Bei den derzeitigen Wetterbedingungen schaffen wir es voraussichtlich bis auf 18 Grad. Die restliche Erwärmung auf 24 Grad erfolgt dann kurz vor der Eröffnung mit unserer Ölheizung“, betont der Freibadchef und fährt fort: „Erst nach dem Auffüllen des Beckens können Pumpen, Motoren und benötigte weitere Apparaturen und Instrumente auf ihre Funktion überprüft werden.“ Diesen Moment bezeichnet Bürgermeister Oskar Schuster als "alle Jahre besonders spannend". Man hofft, dass die Technik funktioniert und läuft. Sollten nämlich bei diesen Arbeiten größere technische Schäden auftauchen, "dann müsste das Bad vermutlich geschlossen bleiben“.

Oskar Schuster hebt aber auch hervor, dass es trotz der Beliebtheit des Bades bald zu einer Entscheidung kommen müsse, wie es in Zukunft mit dem Friedenfelser Freibad weitergehe. Bürgermeister Schuster erklärt: „An der beliebten Freizeitanlage nagt seit langem der Zahn der Zeit. Technische Anforderungen konnten dank vieler Unterstützer mit viel kreativem Engagement immer wieder gelöst werden. Doch nun steht eine unausweichliche Sanierung an. Ob sich diese hin zu einem Naturbad oder zu einer anderweitigen Nutzung entwickeln wird, muss der Gemeinderat baldmöglichst entscheiden."

Öffnungszeiten

Bekanntgegeben hat die Gemeindeverwaltung mittlerweile die Öffnungszeiten für die diesjährige Badesaison. Täglich von 13 bis 19 Uhr kann das Bad besucht werden. Bei schlechter Witterung - dies sind Regen und Temperaturen unter 21 Grad im Schatten - bleibt das Freibad komplett geschlossen. Geändert haben sich erstmals seit vielen Jahren die Eintrittspreise. Für Tageskarten zahlen Erwachsene und Jugendliche ab vollendetem 16. Lebensjahr nun 3,50 Euro. 2 Euro beträgt der Preis für Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahre. Saisonkarten kosten für Jugendliche künftig 25 Euro, für Erwachsene 50 Euro und für Familien 70 Euro.

Hier eine Übersicht über die Freibäder im Landkreis Tirschenreuth

Tirschenreuth
Regelmäßig erkundigt sich Bürgermeister Oskar Schuster (Zweiter von links) über den Stand der Arbeiten im Freibad. Im Zeitplan sind die Mitarbeiter (von links) Manuel Wick, Walter Etterer und Angelika Schramm - unterstützt von Mitgliedern des Freibad-Fördervereins.

„100 Besucher verlaufen sich in unserer großen Anlage. Wir sind in der Lage, mehr Leute aufzunehmen und trotzdem Abstand und Hygiene einzuhalten.“

Bürgermeister Oskar Schuster

 

 

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