17.09.2019 - 15:28 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Fernseh-Interview auf der Zündapp

Hobby-Schrauber Markus Kellner hat eine besondere Leidenschaft – er restauriert Zündapp-Modelle. Für den Friedenfelser nichts besonderes. Jetzt aber interessiert sich auch das Fernsehen für seine alten Gefährte und fahrbaren Untersätze.

Begeistert zeigte sich Reporter Tobias Burkert (rechts) von den verschiedenen Modellen der einstigen Kultmarke Zündapp. Besitzer und Hobby-Schrauber Markus Kellner (links) informierte dabei über zahlreiche Details und unternahm mit den Fernsehleuten Ausfahrten.
von Bernhard SchultesProfil

Ein Fernsehteam des Bayerischen Rundfunks war dieser Tage zu Gast bei dem Sammler der Modelle mit dem gezackten "Z". Sie drehten einen Beitrag für die Sendung "Wir in Bayern". Mit dem Untertitel "Lust auf Heimat" zeigt diese täglich zwischen 16.15 und 17.30 Uhr die Vielfalt des Freistaats Bayerns, gelebte Traditionen, lohnende Ausflugsziele und interessante Menschen. Zu ihnen zählt nun auch der Friedenfelser Markus Kellner. Am morgigen Donnerstag wird er in der Sendung mit einigen seiner "Schätzchen" zu sehen sein.

Die einstige Kultmarke Zündapp hat es den findigen Bastler seit seiner Kindheit angetan. Die teilweise auf dem Schrotthaufen gefundenen oder aus alten Scheunen sowie auf Oldtimer-Märkten und Ausstellungen erworbenen alten Fahrzeuge verwandelte er zu fahrtüchtigen und hochglanzpolierten Gefährten. Fahren oder Rasen mähen können mittlerweile fast alle seiner inzwischen über 30 Modelle in seinem kleinen "Museum". Zudem hat der Freizeit-Schrauber nach jahrelangem Sammeln und Instandsetzung von 50 Kubikzentimeter-Mopeds und Motoren unendlich viele Ersatzteile. Und wenn er mal was nicht hat, besorgt sich der 48-Jährige die benötigten Stücke auf Märkten oder aus dem Internet.

Vom Moped zum Rasenmäher

In den vergangenen Jahren sammelte Markus Kellner auch Rasenmäher der Marke Zündapp. "Das damalige Zündapp-Werk suchte nach Möglichkeiten, ihre Produktpalette zu erweitern, um die Rentabilität des Unternehmens zu steigern. So wurden ab 1970 für den Gartenfreund diverse Rasenmäher ins Programm aufgenommen. Auch diese besaßen Bauteile aus Druckguss-Elementen, was sie zu flüsterleisen Arbeitsgeräten machte", weiß der Friedenfelser Experte.

Wir haben den Sammler schon mal besucht:

Friedenfels

Die 100 Kubikzentimeter-Zweitaktmotoren der Mäher waren gebläsegekühlt und hatten eine Leistung von 3 PS. Die damalige Modellpalette umfasste fünf Typen: 1-Stern-Mäher, 2-Stern-Mäher, 3-Stern-Mäher, 4-Stern-Mäher und 5-Stern-Mäher. "3- und 5-Stern-Mäher verfügten über angetriebene Vorderräder, 4- und 5-Stern-Mäher über einen Elektrostarter. Die anderen Modelle wurden alle per Hand gestartet und mussten mit Muskelkraft über die Rasenfläche geschoben werden", erklärt der Sammler. Was Markus Kellner neben den unverwüstlichen Motoren besonders fasziniert, sind das leuchtende Gelb und Rot der Verkleidungen der Rasenmäher.

Seine ersten Modelle, die er gekauft hat, waren teilweise in einem erbärmlichen Zustand. "Nichts ging mehr", doch der findige Bastler brachte sie alle wieder zum Laufen. Blinkend und strahlend stehen sie in seinem Schuppen und der Garage, die mittlerweile einem regelrechten Zündapp-Museum ähneln. Sofort fasziniert und beeindruckt von den Fahrzeugen und der leuchtenden Farbkraft war deshalb auch das Nürnberger Team des BR nach seinem Eintreffen. "Das ist die Marke, mit der wir alle groß geworden sind. Einer meiner Cousins hatte eine ähnliches Modell", stellt Fernseh-Reporter Tobias Burkert fest. Er konnte sich dabei noch ganz genau an einzelne Ausfahrten mit seinem Verwandten erinnern.

BR-Team großer Fan

Neben den zahlreichen Zweirädern interessierte sich das Fernsehteam aber auch für die rot-gelben Rasenmäher, die mittlerweile über 40 Jahre alt sind. Die bange Frage: "Mähen die noch?", beantwortete Markus Kellner mit einem beherzten Zug am Zugseil einer seiner Mäher. Das leichte dumpfe Knattern löste nicht nur bei ihm ein Lächeln aus. Für Felix Peteranderl und Andreas Klotz, die sich um Ton und Kamera kümmerten, musste er deshalb gleich ein paar Runden auf der angrenzenden Wiese drehen. Das hohe Gras legte der Zündapp-Rasenmäher dabei zu einer sauberen Schwad seitlich des Mähers. Zahlreiche Nahaufnahmen und verschiedene Einstellungen und Perspektiven auf das einstige Vorzeigeobjekt vieler Gartenbesitzer folgten.

Dazwischen stellte Reporter Tobias Burkert dem Friedenfelser zahlreiche Fragen. Bei den Antworten spürte das Fernsehteam, das durch die Berichterstattung der Oberpfalz-Medien auf Markus Kellner aufmerksam wurde, Kompetenz und Fachwissen des 48-Jährigen über die einstige Kultmarke.

Nicht fehlen darf im Beitrag natürlich eine kleine Ausfahrt mit den Oldtimer-Zündapp-Mopeds einschließlich Interviews vor und auf den einstigen Feuerstühlen. Die hierzu erforderlichen Szenen vor laufender Kamera erledigte Markus Kellner mit Bravour, wie ihm die Fernsehleute am Ende bescheinigten. Um die Kultfahrzeuge auf öffentlichen Straßen überhaupt fahren zu können, hat Markus Kellner alljährlich einen kleinen Teil seiner "Flotte" angemeldet und macht Spazierfahrten mit Familienmitgliedern oder Freunden möglich. Auch auf Oldtimer-Märkten ist Markus Kellner immer wieder mit einen seiner Fahrzeuge anzutreffen. Den Sammler freut es besonders, wenn sein Steckenpferd - egal ob mit zwei oder vier Rädern - im Gespräch bleibt.

Kameramann Andreas Klotz (rechts) bespricht mit seinen Team (von links) Felix Peteranderl und Tobias Burkert sowie Markus Kellner die nächste Mähszene.
Über verschiedene Ebenen erstreckt sich mittlerweile das kleine private Museum von Markus Kellner. Über eine Treppe die per Seilwinde bedient wird, gelangt man dabei zu seinen kostbaren „Schätzen“. Rasenmäher und Kleinkrafträder mit dem gezackten „Z“ für Zündapp haben es dem Hobby-Schrauber Markus Kellner (Bild) seit seiner Kindheit angetan.
Reporter Tobias Burkert (vorne) bespricht mit Kameramann Andreas Klotz (hinten) eine Startszene eines Zündapp-Rasenmähers.
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