17.01.2021 - 15:02 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Dienst in der Friedenfelser Sakristei bereitet Freude

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Er ist zwar erst 21 Jahre, in der Pfarrei Maria Immaculata hat er sich aber bereits einen Namen gemacht. Tobias Megies verrichtet seit mehreren Jahren den verantwortungsvollen Dienst als Mesner.

Zu kirchlichen Hochfesten verrichten Tobias Megies und Peter Steinhauser (von links) die anfallenden Arbeiten oft gemeinsam. Dazu zählen auch die Vorbereitungen in der Sakristei und die Prüfung der Priestergewänder auf Sauberkeit.
von Bernhard SchultesProfil

Die rechte Hand von Pfarrer Joseph und Pater Martin zu sein, ist für Tobias Megies trotz seines jugendlichen Alters nichts Außergewöhnliches. Als ehemaliger Ministrant liegt ihm die katholische Pfarrgemeinde seit langem am Herzen. Die Arbeiten in der Sakristei haben es den einstigen Lausbuben Gottes angetan.

Seit 2015 an vorderster Stelle

Im Alter von zehn Jahren beobachtete er bereits Mesner Erwin Rückerl bei seinen Tätigkeiten und half wann immer es gewünscht war. Seit Dezember 2015 steht er nun selbst an vorderster Stelle in der Sakristei. Nach dem Ausscheiden seiner Vorgängerin Carola Rebl fragte ihn Pfarrer Joseph, ob er nicht das Amt des Mesners übernehmen möchte. "Für mich war eigentlich sofort klar, dass ich es machen werde", betonte Tobias Megies im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Da er aber noch keine 18 Jahre alt war, übernahm er die Mesnertätigkeit zusammen mit seinem Opa Peter Steinhauser. Als Jugendlicher wurde ihm das Amt eines kirchlichen Mitarbeiters übertragen und sein Opa wurde in der Pfarrei zum Mesner ernannt. Diese Konstellation hat sich bis zum heutigen Zeitpunkt erhalten und ist mittlerweile ideal, wie Kirchenverantwortliche, die Priester der Friedenfelser Pfarrei und Gläubige wissen.

Rühriges Duo

Neben vielen gemeinsamen Einsätzen, Arbeiten und Vorbereitungen zu Hochfesten im Kirchenjahr sind Peter Steinhauser und sein Enkel oft auch alleine in der Kirche anzutreffen und verrichten pflichtbewusst ihre Tätigkeiten sowie den Dienst in der Pfarrkirche. Während Beerdigungen, die meistens unter der Woche tagsüber stattfinden, von Peter Steinhauser betreut werden, kümmert sich Tobias Megies besonders um Gottesdienste in den Abendstunden und um Messen und Feierlichkeiten an den Wochenenden. Als Auszubildender zum Bürokaufmann ist der Jugendliche an Werktagen nämlich verhindert. "Vor Arbeitsbeginn schließe ich öfters die Kirche auf, schaue nach dem Rechten und fahre dann weiter zur Arbeit." Die weiteren Vorarbeiten zu den anschließenden Messen und Gottesdiensten übernimmt dann Peter Steinhauser. Das Abschließen der Kirche am Abend teilt sich das rührige Duo dann wieder. "Wenn am Abend keine Gottesdienste sind, fährt einer von uns bei Einbruch der Dunkelheit zur Kirche und verschließt das Gotteshaus bis zum nächsten Morgen", erzählt Megies.

Das die Arbeiten in der Sakristei viel Anwesenheit sowie reichlich Einsätze und Präsenz verlangen, und dies oft zu außergewöhnlichen Zeiten, macht Tobias Megies nichts aus. "Die oft umfangreichen Arbeiten im Kirchenjahr bringen Abwechslung." Blumenschmuck und Dekoration gehören zu den weiteren Hobbys von Tobias Megies. Je nach Jahreszeit und Anlass schmückt er bei Hochfesten oder sonstigen Anlässen die Kirche besonders umfangreich, staffiert Altar und Nebenaltäre aus und setzt dabei auch die Sitzbänke der Kirchenbesucher in Szene. Kleine Blumengebinde, Bastelarbeiten und sonstige Accessoires verschönern dann die Sitzbankreihen. Viel Lob hat er hierfür schon von Gottesdienstbesuchern und Brautpaaren erhalten.

Arbeit am Mischpult

Eine Selbstverständlichkeit für Tobias Megies ist es auch, alljährlich an Fronleichnam den Blumenteppich vor dem Gotteshaus zu legen. Unterstützung erhalten die Priester und Ministranten auch, wenn der junge Mesner zu Themengottesdiensten aus der Sakristei über sein Mischpult entsprechende Lied- und Musikbeiträge beisteuert. Hier überlässt er nichts dem Zufall. Schon lange vor den Gottesdiensten lässt er zur Probe die Beiträge durchs Kirchenschiff hallen und prüft Qualität und Lautstärke.

Freie Hand bei Bestellungen

Tobias Megies selbst sieht sich deshalb schlicht als Bindeglied zwischen den Geistlichen, den Ministranten und den Kirchenbesuchern. "Wie bei jeder Arbeit gewöhnt man sich auch in der Kirche schnell an die erforderlichen Arbeitsabläufe", erzählt Tobias Megies weiter. "Dazu gehören das tägliche Aufsperren der Kirchentüren oder das Bereitlegen der Priestergewänder und der Hostienschale vor den Gottesdiensten. Freie Hand lässt Pfarrer Joseph dem jungen Mesner auch bei der Order von Kirchenbedarf. "Wenn Kerzen, Wein und Hostien zu Ende gehen, bespreche ich dies mit Pfarrer Joseph und kümmere mich anschließend um die Bestellung", erzählt Tobias Megies.

Auch für dieses Taizé-Gebet haben Tobias Megies und Peter Steinhauser die Pfarrkirche vorbereitet

Friedenfels

Dass es dem jungen Mesner an Motivation und Freude nicht fehlt, spüren Geistliche und Gottesdienstbesucher. Dem jungen Mesner gefällt bei seinem Dienst, dass er vieles frei und unabhängig machen kann. "Anstehende Arbeiten und einzelne Aufträge kann ich mir selber einteilen und manchmal auch daheim vorbereiten".

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