25.05.2021 - 12:03 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Brunnen vor der Steinwaldhalle in Friedenfels sprudelt wieder

Nicht nur die Kinder haben das Kunstwerk vor der Steinwaldhalle in Friedenfels vermisst. Besonders im Sommer ist der Wasserspender beliebt. Nun brachte ein Autokran den Brunnen wieder in Position.

Präzises Arbeiten war beim Einheben des Brunnensteins in das vorgefertigte Wasserauffangbecken nötig.
von Autor ROHProfil

Geschäftigkeit und Betriebsamkeit wie selten herrschten kurz vor Pfingsten auf und um den Mehrzweckplatz vor der Steinwaldhalle. Ein stattlicher Autokran war aufgefahren, um zu helfen, die umfassenden Verschönerungsarbeiten an der Parkanlage in der Friedenfelser Ortsmitte abzuschließen. Der seit 1988 vorhandene Brunnen sprudelt wieder - zur Freude aller Passanten und Besucher. Die Firma Kahl schwärmte mit sechs Pflanzern aus, um rund 1000 Blumengewächse, aufgegliedert in 72 Sorten, in der Umgebung der Steinwaldhalle auszubringen. Bürgermeister Oskar Schuster betonte vor Ort: „Wir wollen den Ortsmittelpunkt im Sommer blühen sehen.“ Doch damit nicht genug: Der sich anschließende Kinderspielplatz werde noch umgebaut, kündigte Schuster an.

Nun hing der große Granitfindling vor der Steinwaldhalle am Haken des Autokrans. Nach längeren Vorarbeiten ist nicht nur die veraltete Brunnenanlage vor der Mehrzweckhalle renoviert, sondern die ganze Umgebung aufgehübscht worden.

Millimeterarbeit

Der Autokran hievte den Granitblock aus dem Steinwald von der Parkfläche auf die beiden liegenden Steinsäulen im Wasserbecken, das in einem Blumenbeet platziert ist. Bürgermeister Oskar Schuster verfolgte die Arbeiten, die gar nicht so einfach waren. Den unebenen Granitfelsen in die richtige Balance auszutarieren, dass das Wasser verteilt kunstvoll ins Becken zurückfließt, war anspruchsvoll. Kranführer und Fachleute leisteten Millimeterarbeit. Mehrmals lautete das Kommando „auf“, musste der mehr als sechs Tonnen schwere Fels hochgehievt werden, um Korrekturen, wenn auch geringe, vorzunehmen. Damit der Brunnenstein richtig mit den Fundamenten verbunden bleibt, Verwerfungen ausgeschlossen sind, füllten die Fachleute die Zwischenräume nach bautechnischen Regeln mit lastenfesten Bindemitteln aus.

Regenwasserzisterne

Das bisherige mit Kleinkopfpflaster kunstvoll ausgebildete Auffangbecken, erzählte der Bürgermeister, war undicht, die Wasserzuleitung durch Korrosion unterbrochen und die Pumpe defekt. Neu ist nun: Eine Regenwasserzisterne im Untergrund speist den Brunnen. In trockenen Sommern wird Wasser von der gemeindlichen Wasserversorgung zugeliefert. Durch die höhere Platzierung des Brunnensteins über dem Becken wird vom Naturgebilde eine ganz andere optische Wirkung über den Platz erzielt.

Lage erkundet

Das Kunstwerk in den Blumenrabatten ist mit einem neuen Betriebssystem ausgestattet worden und nun zu bewundern. Besonders im Sommer haben die Kinder ihren Wasserspielplatz vermisst. Lange Zeit zeigte sich der eigentlich dekorative Brunnen nicht von seiner besten Seite. Etwas Wichtiges, das Wasser, fehlte. Das ist nun vorbei. Schon am Nachmittag nach den letzten Bauarbeiten kamen die ersten Kinder zum neuen Wasserspender und erkundeten die Lage.

Der Brunnenstein wurde im Steinwald in den 1980er Jahren vom damaligen Bürgermeister Otmar Zeitler im Zusammenwirken mit Forstleuten ausfindig gemacht. Er musste die passenden Maße aufweisen und von der Natur flach ausgestaltet sein, damit das Wasser nach dem Austreten aus dem Spritzrohr sich dekorativ verteilt. „Nach einiger Sucherei querfeldein am Südhang des Waldes", erinnert sich Otmar Zeitler, "haben wir den Richtigen gefunden.“

„Die Heizkosten sind zu unserer Freude inzwischen drastisch gesunken.“

Bürgermeister Oskar Schuster

Oskar Schuster nutzte nun den Ortstermin, um auf die neue schmuckvolle Außenfassade und die rote Ziegelbedachung der Steinwaldhalle hinzuweisen. Als Schwerpunkt der gemeindlichen Bemühungen seien die energetische Sanierung der Außenfassaden und im Dachbereich zu nennen. „Die Heizkosten sind zu unserer Freude inzwischen drastisch gesunken“, wusste Schuster.

700.000 Euro

In die Energiesparbemühungen passten auch die neue Elektrotechnik und die auf LED umgestellte Hallenbeleuchtung. Zudem wurde eine Behindertentoilette installiert. Auch gab es Sanierungen, die der Optik dienten. Wie der Bürgermeister auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien informierte, summieren sich die Kosten der Sanierungsarbeiten an der Steinwaldhalle auf rund 700.000 Euro.

Bürgermeister Schuster ist überzeugt, dass die Friedenfelser weiterhin stolz auf ihre schmucke Mehrzweckhalle sein können, die als kultureller Mittelpunkt nicht mehr wegzudenken sei. Nach der Corona-Pandemie seien selbstverständlich wieder große Veranstaltungen in der Steinwaldhalle geplant, kündigte der Rathauschef an.

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Präzises Arbeiten war beim Einheben des Brunnensteins in das vorgefertigte Wasserauffangbecken nötig.

 

 

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