15.10.2020 - 15:34 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Bienenfachwart in Friedenfels: Regionaler Honig ein "wundervolles Naturprodukt mit hoher Qualität"

Honigvermarktung und Absatzwege" lautete das Thema von Bienenfachwart Alexander Hirschmann-Titz bei der Kreisversammlung der Bienenzüchter.

Viel Beachtung fand bei der Hauptversammlung des Imker-Kreisverbandes der Vortrag von Bienenfachwart Alexander Hirschmann-Titz. Der Fachmann stellte dabei die Verkaufspreise des Honigs in den Mittelpunkt seiner Ausführungen.
von Bernhard SchultesProfil

"Honigvermarktung und Absatzwege" lautete das Thema von Bienenfachwart Alexander Hirschmann-Titz bei der Kreisversammlung der Bienenzüchter. "Auch wer nicht in großem Stil imkert, sollte sich Gedanken darüber machen, wie er seinen Honig gewinnbringend unter die Leute bringt. Das adelt auch das eigene Tun und schwächt die Billigkonkurrenz aus dem Ausland", betonte der Referent, der auch Obmann für Nachwuchsarbeit sowie Aus- und Weiterbildung ist.

Jahresversammlung des Imker-Kreisverbandes in Friedenfels

Friedenfels

Der Bienenfachwart weiter: "Die deutschen Imker mit ihren Bienen gehören zu den fleißigsten auf der Welt. Jedes Bienenvolk produziert eine durchschnittliche Erntemenge von 15 bis 20 Kilogramm Honig. Zusammengerechnet ernten die deutschen Imker bis 25 000 Tonnen Honig pro Jahr, das entspricht etwa 20 Prozent des Verbrauchs in Deutschland. So seien die Deutschen Weltmeister im Honigverzehr und verbrauchen rund 1,2 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Nach Angaben des Honig-Verbands seien etwa 2017 knapp 88 000 Tonnen Honig aus der EU und Nicht-EU-Ländern nach Deutschland importiert worden. "Hilfreich für Imker und Imkereien ist ein langfristiges Marketingkonzept, bei dem Bedürfnisse des Kunden nach Qualität, Service und besonderen Dienstleistungen gedeckt bzw. geweckt werden, die durch angemessene Preise honoriert werden. Der überwiegende Teil der Imker legt den Honigpreis durch Vergleiche mit seinen Mitbewerbern fest."

Alexander Hirschmann-Titz: "Da sprechen wir Imker einerseits von der hohen Qualität unseres Honigs, und gleichzeitig findet man immer wieder Honige, die von Imkern für unter 3,50 Euro angeboten werden. Eindringlich gewarnt werden muss daher vor Preisdumping, das heißt, dem Unterbieten von regional üblichen Preisen." Durch Niedrigpreis-Angebote lasse sich gar nicht mehr Honig verkaufen, wusste der Referent. Im Gegenteil: Honige, die unter dem üblichen und regional bekannten Preis angeboten würden, erzeugten vielmehr Skepsis beim Kunden. "Wir haben ein wundervolles Naturprodukt von besonders hoher Qualität - und das ist ein Preis von 5 bis 6 Euro je Glas durchaus berechtigt."

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.