17.09.2021 - 10:33 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Bauern konfrontieren Ministerin Michaela Kaniber in Friedenfels mit vielfältigen Problemen

Beim Besuch in Friedenfels konfrontieren Land-, Forst- und Teichwirte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber mit vielfältigen Sorgen. Stichworte sind dabei Fischotter, Wolf und Umweltauflagen.

Über einen bunten Blumenstrauß aus dem Garten des Friedenfelser Ruhestandsgeistlichen Siegfried Wölfel (Dritter von rechts) freute sich Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei ihrem Besuch in Friedenfels. Auch Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht, CSU-Schriftführer Adrian Käß und CSU-Vorsitzender Christian Mitterbauer dankten dem Geistlichen.
von Bernhard SchultesProfil

Fairer Wettbewerb, immer neue Auflagen, Erhalt natürlicher Lebensräume und Biodiversität, aber auch Anbindehaltung im Kuhstall und Fischotter - Land- und Teichwirte in der Region haben es an vielen Stellen schwer. CSU-Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht hatte deshalb zu einer Diskussionsrunde unter dem Motto „An einem Tisch mit Staatsministerin Michaela Kaniber“ eingeladen. Mit dabei waren bei dem informativen Stammtisch im Museum der Schlossbrauerei Friedenfels: Kreisbäuerin Irmgard Zintl, die Kreisbauernverbandsobmänner Ely Eibisch (Tirschenreuth) und Josef Fütterer (Neustadt/WN), der Geschäftsführer des Bauernverbandes Tirschenreuth Ulrich Härtl, Bernhard Irlbacher für die Forstbetriebsgemeinschaft Neustadt/WN, Johannes Freiherr von Gemmingen-Hornberg, Landrat Roland Grillmeier, Altbürgermeister Gottfried Härtl, der CSU-Ortsvorsitzende Christian Mitterbauer sowie zahlreiche Mitglieder des CSU-Ortsverbandes.

„Völlig einig“

Fazit der einstündigen Diskussion: „In vielen wichtigen Themen sind wir uns völlig einig“, versicherte die Ministerin den Bauern und Fragestellern. Spezielle Bedürfnisse und Anliegen wolle sie im Ministerium zur Sprache bringen. „Politik ist immer auch ein Bohren von dicken Brettern“, meinte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. Kein Blatt vor den Mund nahm die Ministerin, als sie über die gemeinsame Agrarpolitik in Europa berichtete: „Sie sprechen von den kleinen, unterstützen aber finanziell ganz klar die großen Betriebe.“

Die Lacher auf seiner Seite hatte CSU-Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht, als er bei den Wortmeldungen Ely Eibisch als Ersten aufrief: „Du bist zwar ein Freier Wähler, aber viel wichtiger ist es, dass du Bauer bist.“ Kreisbauernverbandsobmann Ely Eibisch berichtete über viele Probleme der Nahrungserzeuger in der Region. Die Gülleverordnung sei laut Eibisch nicht nur ein landwirtschaftliches Problem, sondern ein gesamtgesellschaftliches.

Investitionen nicht zu stemmen

Auch brach er eine Lanze für die Kleinbauern. „Wir haben nun mal in unserer Region Betriebe, die nur fünf oder noch weniger Kühe haben und der Haltungsform Anbindehaltung nachgehen." Für viele dieser Kleinbetriebe wäre eine Investition in einen Stallumbau oder -neubau nicht zu stemmen. "Beachtet werden muss dabei auch, dass in unserer Region eine Beweidung teilweise sehr schwierig ist, weil viele Kleinbetriebe ihre Flächen nicht direkt an der Hofstelle haben.“ Michaela Kaniber sicherte volle Unterstützung zu: „Für uns ist es zentral wichtig, dass wir diese kleinen Betriebe erhalten.“

An anderer Stelle rückte Ely Eibisch die massiven Probleme mit dem Fischotter in den Blickpunkt. Ob er in den nächsten Jahren seine Teiche weiter besetze, wisse er nicht. Zu groß seien die Verluste. Dazu Michaela Kaniber, die auch auf eine Gerichtsentscheidung Bezug nahm: „Wir haben die Urteilsbegründung noch nicht, aber wir gehen vom Schlimmsten aus.“ Der Managementplan bleibe vermutlich, was bedeute: "Wir beraten, wir bauen Zäune und fördern.“ Darüber sei sie natürlich enttäuscht. Weiter meinte Kaniber: Die CSU sei nicht gegen den Wolf, "der kann in Europa so viele weite Flächen für sich haben, wie er will. Wo es aber Zielkonflikte gibt, kann man ihn nicht ansiedeln.“

Für Kreisbäuerin Irmgard Zintl waren der Fortbestand und die finanzielle Förderung der Projektwochen „Schule fürs Leben“ wichtig. Sie verwies auf die Leistung der bayerischen Landwirtschaft und wie Bauernfamilien Schulklassen auf ihren Höfen über die Arbeit in der Land- und Forstwirtschaft informieren. Dass sich die Landfrauen da weiter einbringen sollen und die dafür nötigen Mittel bereitgestellt werden müssen, war für Kaniber klar.

Über einen Dank der Ministerin freute sich abschließend der Friedenfelser Ruhestandsgeistliche Siegfried Wölfel. Er hatte zusammen mit CSU-Ortsvorsitzendem Christian Mitterbauer und Adrian Käß für kleine Geschenke zur Erinnerung an den Aufenthalt von Michaela Kaniber in Friedenfels gesorgt. Neben Bio-Produkten aus dem Steinwald gab es einen großen farbigen Blumenstrauß aus dem Garten des Seelsorgers.

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Muckenthal bei Wiesau
Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (vorne) trug sich ins Chronikbuch des CSU-Ortsverbandes Friedenfels ein. Hinten von links CSU-Fraktionssprecher Uwe Heider, Ortsvorsitzender Christian Mitterbauer, Schriftführer Adrian Käß, Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht, Landrat Roland Grillmeier und Altbürgermeister Gottfried Härtl.
Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber freute sich über einen bunten Blumenstrauß aus dem Garten des Friedenfelser Ruhestandsgeistlichen Siegfried Wölfel.

„Für uns ist es zentral wichtig, dass wir die kleinen Betriebe erhalten.“

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber

 

 

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