22.04.2021 - 10:39 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Automobilclub Friedenfels: Heuer keine Neuauflage des Berg-Classic-Preises

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Kein Trainings- und Wettkampfbetrieb. Beim AC Friedenfels werden die Jahre 2020 und 2021 in Erinnerung bleiben. Ohne Corona-Pandemie würden Friedenfels und der Verein in diesem Sommer erneut im Blickpunkt von vielen Autoliebhabern stehen.

Der Friedenfelser Berg-Classic-Preis auf der legendären Rennstrecke zwischen Friedenfels und Poppenreuth machte den AC Friedenfels in den zurückliegenden Jahren weit über die Region hinaus bekannt. Viele Zuschauer säumten bei den Veranstaltungen Fahrerlager und Rennstrecke. Coronabedingt muss eine Neuauflage warten.
von Bernhard SchultesProfil

„Spannende Wettbewerbe, heulende Motoren und quietschende Reifen, das vermissen ich und ein Großteil unserer aktiven Mitglieder schon ein wenig“, meint augenzwinkernd Automobilclub-Vorsitzender Stefan Schmalzreich im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Der begeisterte Motorsportler schwelgt dabei in Erinnerungen. Er ließ in den zurückliegenden Monaten schon öfter das vor Corona aktive Vereinsleben in Gedanken Revue passieren, wie er offen zugibt. "Wenngleich die Arbeiten für unser Hobby und Freizeiterlebnis weniger geworden sind", so gebe es doch auch erfreuliche Momente.

"Besonders, als im Januar und Februar gleich mehrere Sportfahrer aus ganz Deutschland bei mir angerufen haben und sich nach dem Berg-Classic-Preis auf unserer legendären Rennstrecke zwischen Friedenfels und Poppenreuth erkundigt haben, war ich fast schon wieder in meinem Element", erzählt AC-Chef Stefan Schmalzreich und fährt fort: „Zum vierten Mal wäre die Berg-Gleichmäßigkeitsprüfung auf der 3,15 Kilometer langen Strecke in diesem Jahr durchgeführt worden.“

Begegnungen im Fahrerlager

Dabei hebt er die Anfrage von zwei Restaurierungsfirmen für historische Fahrzeuge besonders hervor. „Beide wären mit Fahrzeugen angereist, von denen es weltweit nur noch ganz wenige gibt.“ Dies sowie der geschätzte "hautnahe Kontakt" im Fahrerlager rund um den Schlossberg zu Fahrzeugen und Besitzern wären mit Sicherheit für das motorsportbegeisterte Publikum wieder ein großer Anziehungspunkt gewesen, zeigt sich Stefan Schmalzreich sicher. „Manch ältere Besucher nutzten bei den letzten Veranstaltungen zudem die Chance, in einem der Vehikel Probe zu sitzen. Einige hatten nach dem Führerschein solch einen Wagen selbst besessen." Und dann gab es beim Wiedersehen glänzende Augen, erzählt Stefan Schmalzreich im weiteren Verlauf des Gesprächs mit Oberpfalz-Medien.

„Unsere Mitglieder setzten in einem großen Kraftakt und mit viel ehrenamtlicher Arbeit immer alle Bestimmungen und Auflagen, was Natur- und Umweltschutz anbelangte, zur Zufriedenheit der Verantwortlichen und Behörden einwandfrei um.“

AC-Vorsitzender Stefan Schmalzreich

„Überhaupt haben die bis jetzt drei stattgefundenen Veranstaltungen auf der Kreisstraße 2121 zwischen Friedenfels und Poppenreuth unseren Verein und den Erholungsort Friedenfels weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht“, meint der Vorsitzende des Automobilclubs an anderer Stelle und zeigt sich dabei stolz, dass dem kleinen Verein AC Friedenfels stets der Spagat und die Herausforderung Motorsport in einem Naturpark gelungen seien. „Unsere Mitglieder setzten in einem großen Kraftakt und mit viel ehrenamtlicher Arbeit immer alle Bestimmungen und Auflagen, was Natur- und Umweltschutz anbelangte, zur Zufriedenheit der Verantwortlichen und Behörden einwandfrei um.“

Wegen der vielen erforderlichen Vorplanungen und Arbeiten für ein solch großes Event mit mehreren Tausend Besuchern sieht Schmalzreich jedoch eine erneute Durchführung erst wieder zwischen den Jahren 2023 bis 2025 als realistisch an. „Wir haben deshalb 2021 eine Nullrunde im Vereinsleben eingeplant", sagt Stefan Schmalzreich lachend. Er hofft aber zugleich, dass der Automobilclub Friedenfels 2022 wieder voll durchstarten kann.

Gesund bleiben

Als langjähriger Vorsitzender ist es ihm sehr wichtig, dass die 110 Mitglieder die Pandemie gut und vor allem gesund überstehen. „Finanziell ist es für uns vorerst kein Problem, auch wenn viele Veranstaltungen und Festaktivitäten in den beiden Jahren ausfallen mussten und müssen“, berichtet Schmalzreich. Sorgen macht ihm, ob junge Mitglieder nach der Corona-Pandemie wieder bereit sind, bei anstehenden Neuwahlen Führungspositionen und notwendige Arbeiten zu übernehmen. Treu bleiben will man auf jeden Fall auch nach Corona der seit der Gründung des AC festgeschriebenen Förderung des Motorsports, so der Vorsitzende.

Heiß auf baldige Starts

Während man beim Kartsport durch das breite Angebot benachbarter Vereine beim AC Friedenfels in Zukunft weniger Chancen sieht, will man die Unterstützung für Bergrennen, Autoslaloms und Autocross im Verein weiter ausbauen. „Unsere aktiven Fahrer Bernd Aßmann, Detlef Baier, Robert Bauer, Claus Dziajlo, Hans und Florian Fachtan, Tobias Merkl und Alex Weig waren vor Corona viel unterwegs und freuen sich auf einen baldigen Start in eine neue Saison mit vielen Veranstaltungen.“

„Entscheiden, was ins Vereinsangebot aufgenommen wird, sollen auf jeden Fall die Mitglieder."

AC-Vorsitzender Stefan Schmalzreich

Zum erfolgreichen Wiederstart zählt Automobilclub-Vorsitzender Schmalzreich aber auch das bekannte breite Vereinsangebot außerhalb des Motorsports. „Ob Ausflüge, gemeinsame Fest- und Biergartenbesuche oder die Mitarbeit bei großen gemeindlichen Veranstaltungen - wir wollen unsere Vereinstradition erfolgreich fortsetzen“, so Stefan Schmalzreich.

„Entscheiden, was ins Vereinsangebot aufgenommen wird, sollen auf jeden Fall die Mitglieder." Dazu zählt Stefan Schmalzreich auch eine mögliche Einbindung der Friedenfelser Motorradfahrer in den Verein. „Von den Bikern wurde bereits vor Corona ein zwangloses Treffen mit einer Aussprache zu einer möglichen Eingliederung angeregt“, informiert der AC-Vereinsvorsitzende. „Egal wie sich die Vorstandschaft dazu entscheidet, die großen Ortsvereine und Gruppierungen müssen auch nach der Pandemie zusammenhalten und richtige Entscheidungen treffen. Denn von einem Mitgliederschwund werden alle Vereine nach Corona betroffen sein“, mutmaßt Stefan Schmalzreich.

Die Schlossbrauerei Friedenfels hat coronabedingt Herbstfest und Bierwandertag abgesagt

Friedenfels
Ungewöhnliche Sportjahre beschert Corona dem Automobilclub Friedenfels. Vorsitzender Stefan Schmalzreich (Bild) bereitet sich hoffnungsvoll auf das Ende der Pandemie vor. Mit den Mitgliedern des AC setzt er auf einen guten Start im nächsten Jahr.
Alexander Weig ist einer der aktiven Motorsportler des AC Friedenfels. Coronabedingt kann er seit Monaten aber keine Rennen fahren. Um nach der Pandemie wieder erfolgreich zu sein, hat er in den vergangenen Monaten viel an seinen Autos geschraubt und das eine oder andere PS aus dem Motor herausgekitzelt.

 

 

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