28.05.2021 - 10:21 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Arbeiten an der Burgruine Weißenstein: Einsatz in luftiger Höhe

Die Gesellschaft „Steinwaldia“ Pullenreuth bemüht sich seit über 50 Jahren um den Erhalt der Burgruine Weißenstein. Doch das bedeutet viel Arbeit. Auch beim jüngsten Einsatz der Helfer.

Die Mitglieder der Gesellschaft „Steinwaldia“ Pullenreuth (von links) Benedikt Lippert, Stefan Pinzer, Christoph Reger, Vitus Reger und die beiden Vorsitzenden Thomas Lippert und Norbert Reger bringen die Aussichtsplattform am Weißenstein in Ordnung.
von Bernhard SchultesProfil

Von weitem schon hören Wanderer im Steinwald laute Schläge von Äxten und Hämmern vom Weißenstein hallen. Die Gesellschaft „Steinwaldia“ Pullenreuth hat einen Arbeitseinsatz zur Erhaltung der Burganlage angesetzt. Der wievielte Einsatz es in der Vereinsgeschichte mittlerweile genau ist, weiß auch Vorsitzender Norbert Reger nicht so genau. „Es waren aber schon viele. Ich müsste zu Hause in meiner Chronik und den Unterlagen nachschauen“, sagt er auf Nachfrage beim Aufstieg auf den steilen Treppen im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Peitschende Regenschauer

Bei der Besteigung des Bergfrieds haben die Burgsanierer noch gegen peitschende Regenschauer und einen kräftigen Wind zu kämpfen. Ganz oben auf der Aussichtsplattform muss Norbert Reger sogar mehrmals seinen Hut festhalten, so stürmisch weht der Wind über die Burganlage. Seine Unterstützer und Helfer haben ihre Köpfe gleich mit Mützen bedeckt und Kapuzen übergezogen. Doch während noch Werkzeug, Schrauben, Nägel, Holzplanken und Balken nach oben geschafft werden, lichten sich allmählich die Regenwolken und die Sonne zeigt sich von ihrer besten Seite. „Jetzt können wir anpacken“ meint Norbert Reger mit einem Lächeln und weiß ein Team von erfahrenen Handwerkern hinter sich.

„Alles Kenner ihrer Materie und für die immer wieder anstehenden Arbeiten und Aufgaben unersetzlich.“

Vorsitzender Norbert Reger über die Helfer

In der Gesellschaft „Steinwaldia“ Pullenreuth engagieren sich Maurer, Schlosser, Zimmerer und viele Hobbyhandwerker, „alles Kenner ihrer Materie und für die immer wieder anstehenden Arbeiten und Aufgaben unersetzlich“, lobt Norbert Reger. Die Burgruine Weißenstein ist eines der Projekte, für das sich der Verein besonders einsetzt und seit Jahren engagiert. Auch kleinere Arbeitseinsätze müssen hier jedoch gut organisiert und geplant werden. „Dies ist nur von begeisterten und mit befähigten Leuten zu erledigen. Und die haben wir unter unseren Mitgliedern“, freut sich der Vorsitzende im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Einfallsreich und hartnäckig

Mit viel Fachwissen, Einfallsreichtum und auch Hartnäckigkeit wurde schon vieles umgesetzt und vorangebracht. Den Tatendrang stoppen können eigentlich nur unvorhergesehene Ereignisse, wie im zurückliegenden Jahr die Corona-Pandemie zeigte: „2020 hatten wir eine Feier und ein Fest geplant, wo unter anderem unsere engagierten Mitglieder für ihre Arbeiten um die Burganlage geehrt werden sollten. Doch wegen der Pandemie mussten wir absagen und verschieben. Verschoben ist jedoch nicht aufgehoben. Deshalb holen wir es, sobald es wieder möglich ist, nach“, informiert der Vorsitzende.

Seine Helfer haben inzwischen damit begonnen, morsche Balken und die Unterkonstruktion des Bodens auf der Plattform der Burgruine auszubauen. „Der diesjährige lange Winter sowie Wind und Wetter setzen dem Weißenstein zu, berichtet Vorsitzender Norbert Reger im weiteren Gespräch mit Oberpfalz-Medien. „Bei unseren regelmäßigen Kontrollgängen sind uns die beschädigten Balken auf der Plattform und im Durchgang des Bergfrieds sowie unten auf der Musikbühne aufgefallen. Bei einer genaueren Überprüfung haben wir dann festgestellt, dass auch darunterliegende Balken und Bohlen beschädigt und angefault sind. Aus Sicherheitsgründen wechseln wir deshalb die Unterkonstruktion gleich mit aus und haben dann wieder eine Zeitlang Ruhe."

Lärchenholz

"Verwendet wird dabei stets Lärchenholz, dies ist witterungsbeständiger und hält erheblich länger“, erklärt der erfahrene ehemalige Revierförster aus Arnoldsreuth. Sein Dank gilt in diesem Zusammenhang Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg, der das benötigte Lärchenholz für die anfallenden Sanierungen stets zur Verfügung stelle.

Norbert Reger und seine Helfer, die bei diesem Einsatz coronabedingt nur mit sechs Mann angetreten sind, hoffen auf ein baldiges Ende der Pandemie. Mut und Zuversicht sprechen ihnen zahlreiche Wanderer zu, die die Burganlage besuchen und wegen der Arbeiten an diesem Tag auf der Aussichtsplattform nur kurz verweilen können. Thema ist mehrfach die grandiose Kulisse der gesamten Anlage für kulturelle Veranstaltungen. Einige Wanderer erinnern dabei an die bis 2019 stattgefundenen Kammerorchester-, Blasorchester-, Musik- und Theateraufführungen. Auch wurden bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie regelmäßig Gottesdienste an der Burganlage gefeiert. „Nach Corona wollen wir an diese Traditionen wieder anknüpfen“, sagt Norbert Reger, der abschließend seine Helfer zu einer kleinen Brotzeitpause bittet.

Vergangenes Jahr ist der Pavillon am Weißenstein mit neuen Informationstafeln bestückt worden

Friedenfels
Mit großen Nägeln befestigen Benedikt Lippert und Thomas Lippert (von links) die Balken des Fußbodens auf der Aussichtsplattform.
Auch im Durchgang des Bergfrieds hat der Winter Schaden angerichtet. Vitus und Christoph Reger (von links) bohren Löcher zur Befestigung der Holzbohlen.
Reinigungsarbeiten am Ende einer Arbeitsaktion gehören immer dazu. Stefan Pinzer, Vitus und Christoph Reger (von links) säubern die Plattform am Weißenstein.
Sicherung und Erhalt von Denkmälern hat sich die Gesellschaft „Steinwaldia“ Pullenreuth zur Aufgabe gemacht. Projekte rund um den Weißenstein müssen organisiert, geplant und finanziert werden. Vorsitzender Norbert Reger (Bild) kann dabei mittlerweile auf viele Unterstützer zählen.

 

 

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