31.05.2021 - 11:56 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Abgaberekord in Friedenfels: Fenchel für den Falter

Dem „fliegenden Edelstein“ helfen wollen mittlerweile viele. Die kostenlose Ausgabe von Fenchelpflanzen für den Schwalbenschwanz erreichte in Friedenfels einen neuen Rekord. Den Verein Kulturlandschaft südlicher Steinwald freut dies sehr.

Einen großartigen Erfolg verzeichnete der Verein Kulturlandschaft südlicher Steinwald in diesem Jahr mit seiner Aktion „Fenchelpflanzen für den Schwalbenschwanz“. Über 1400 Pflanzen erhielten Interessierte und Naturliebhaber für ihren Garten. Bei der Ausgabe im Freien konnte das Team mit (hinter den Tischen von rechts) Josef Schmidt, Robert und Monika Mertl sowie Siegfried Steinkohl die Hygieneregeln und -auflagen sehr gut einhalten.
von Bernhard SchultesProfil

Dem Ziel des Projekts, den Fortbestand des größten und schönsten heimischen Schmetterlings weiter zu sichern, ist man am vergangenen Wochenende in Friedenfels wieder ein großes Stück näher gekommen. Der Verein Kulturlandschaft südlicher Steinwald bot zum sechsten Mal eine kostenlose Abgabe von Fenchelpflanzen an.

Der neue Abgaberekord von über 1400 Pflanzen - 1500 hatte der Verein im Vorfeld geordert - stimmte nicht nur die Verantwortlichen der Aktion optimistisch. „Schön, dass es so etwas noch gibt“, meinten gleich mehrere Unterstützer beim Einpacken der Pflanzen. Zum Erfolg beigetragen hat die neue Ausgabestelle direkt vor dem Friedenfelser Dorfladen, wie die Hauptorganisatoren Monika und Robert Mertl betonen. Neben bereits registrierten Helfern und Unterstützern der Aktion, die mittlerweile auch von außerhalb des Landkreises kommen, nutzten das kostenlose Angebot auch zahlreiche Besucher des Dorfladens. Unmittelbar nach ihrem Einkauf im Dorfladen reihten sie sich bei den Schmetterlingsliebhabern ein und erhielten von den Mitgliedern des Vereins kostenlose Pflanzen für ihre Gärten.

Tipps für Naturfreunde

Drei Stunden lang verpackten Monika und Robert Mertl sowie Siegfried Steinkohl, der die erneute Aktion des Vereins Kulturlandschaft südlicher Steinwald hinter dem Tresen unterstützte, die Pflanzen in Zeitungspapier und freuten sich trotz der vielen Arbeit über den großartigen Erfolg. „Besonders am Anfang kamen viel Leute“, sagte Robert Mertl, der zusammen mit dem weiteren Ausgabeteam stets auch gut gemeinte Tipps und Informationen zu den Pflanzen parat hatte. Zudem hatte der Verein ein Informationsblatt vorbereitet, der vor allem neue Interessierte ausführlich über das Projekt unterrichtete. Darin stand: „Damit der Falter auch von der Aktion profitiert, sollte der Fenchel an einem sonnigen Ort im Garten gepflanzt werden und bis in den späten Herbst dort auch stehenbleiben, ohne geerntet zu werden. Wer das Gemüse aber noch nicht kennt, darf schon mal eine Knolle kosten, sollte aber die Wurzel stehen lassen. Dann wächst das Kraut wieder nach und die zweite Schmetterlingsgeneration findet erneut frische Pflanzentriebe.“

Keine Fraßschäden

Mit der Aktion will der Verein Kulturlandschaft südlicher Steinwald den Nachwuchs beim größten und schönsten heimischen Schmetterling fördern. Um sich fortzupflanzen und überleben zu können, ist der Schwalbenschwanz auf bestimmte Pflanzen, wie den Gemüsefenchel, angewiesen. Auf diesem legt er nämlich besonders gerne seine Eier ab, wissen Monika und Robert Mertl. Schwalbenschwanz-Liebhaber hätten keine Fraßschäden an anderen Gartenpflanzen zu befürchten, da der Falter die Eier nur einzeln ablege und nie in ganzen Gruppen.

„Wir freuen uns sehr, wenn Sie uns Ihre Beobachtungen über den Falter, die Eiablage, die Raupen oder Puppen mitteilen."

Robert Mertl

Auch baten die Förderer des Projekts um Rückmeldungen. Wichtig war Robert Mertl bei der Abholung der Pflanzen, dass die interessierten Bürger und Naturfreunde alle Ergebnisse - ob positiv oder negativ - melden. „Wir freuen uns sehr, wenn Sie uns Ihre Beobachtungen über den Falter, die Eiablage, die Raupen oder Puppen mitteilen. So können wir uns ein Bild über die Verbreitung des Falters in unserer nächsten Umgebung und seine zeitlichen Aktivitäten machen.“

Geduld nötig

Klar ist für Naturliebhaber Robert Mertl aber, dass in diesem Jahr die Geduld bis zu den ersten Sichtungen wieder auf eine harte Probe gestellt wird. „Der Mai war für die Schmetterlinge zu kalt und zu nass. Die erste Raupengeneration wird daher wohl mickrig ausfallen. Wir müssen auf den August hoffen. Da hat sich auch letztes Jahr einiges getan und uns zu kleinen Erfolgen verholfen.“

Auch der Vorsitzende des Vereins Kulturlandschaft südlicher Steinwald, Josef Schmidt, stand kurzzeitig hinter den Abgabetischen und half den Mitgliedern bei der Ausgabe und beim Verpacken der Pflanzen. Schmidt freute sich dabei über die inzwischen sechste Aktion und bezeichnete das Projekt als "Kleinigkeit, um zu sensibilisieren und den Leuten vor Augen zu führen, dass es am Schluss die kleinen Sachen sind, die entscheidend sind, um etwas zu verändern. Nach der Pandemie, die auch die Aktivitäten des Vereins erheblich einschränkte, wird man sich auch wieder anderen Dingen widmen.“

Einen großen Dank sprach Robert Mertl am Ende der Ausgabeaktion aus. "Der Platz für unsere diesjährige Aktion war erstklassig. Wir danken deshalb besonders dem Personal des Dorfladens für die breite Unterstützung. Sie waren es, die Bänke und Tische bereits im Vorfeld zur Abgabe der Pflanzen bereitgestellt und die benötigte Freifläche geschaffen hatten."

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Friedenfels
Bis zu den ersten Sichtungen von Schmetterlingsraupen (Bild) wird es in diesem Jahr noch ein wenig dauern.

 

 

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