06.09.2021 - 08:53 Uhr
FreudenbergOberpfalz

Segen für die Drei Kreuze, ein Freudenberger Wahrzeichen

Nun sind sie auch mit dem kirchlichen Segen ausgestattet: die Heiligen Kreuze hoch über Freudenberg. Seit Sonntag sind die Renovierungsarbeiten an dem Wahrzeichen des Dorfes offiziell abgeschlossen.

Groß ist die Anteilnahme der Bevölkerung an der Segnung der neu errichteten Drei Kreuze nahe Freudenberg.
von Autor (gri)Profil

Etwa 150 Leute waren gekommen, um dabei zu sein, als Pfarrer Moses Gudapati die Kreuzigungsgruppe ganz in der Nähe der Schmie-Alm segnete. "Die Kreuze sollen sichtbares Zeichen für den Glauben sein", sagte der Geistliche. "Sie sollen den Menschen rund um den Johannisberg Segen bringen." Nach Überzeugung vieler Gläubiger tun sie das seit Menschengedenken. Wann die Kreuze einst errichtet wurden, weiß keiner mehr. Es gibt eine Sage, nach der die Freudenberger Schlossherren die drei etwa fünf Meter hohen hölzernen Kruzifixe vor 500 Jahren aufstellen ließen. 1966 waren die Kreuze zuletzt erneuert worden.

Die Erneuerung musste nicht angeordnet oder beauftragt werden, sie kam auf Zuruf durch etliche helfende Hände zustande. Besonders engagierte sich die Sägewerksbesitzer-Familie Schrott. Zum Erfolg beigetragen haben neben Hubert Schrott auch Robert Piehler, Alfred Schadl, Hans Schrott, Martin Solfrank, Dominikus Ries und Hermann Koch. Am Ende wurde auch noch eine Blechabdeckung für den Christus-Corpus montiert. Den fast lebensgroße Corpus aus Eiche hat eine Holzschnitzerei in München angefertigt. Für das Kunstwerk fielen Kosten von rund 4500 Euro an.

Zumindest ein Teil dieses Geldes sollte nach der Segnung durch eine Benefizaktion hereingebracht werden: Getränke to go wurden verkauft. Danach gab es bei knusprigen, frischen Pizzen aus dem Backofen im Pfarrhof Gelegenheit zu spenden.

Pfarrer Moses Gudapati (Mitte) segnet die neuen Drei Kreuze. Mit dabei Ministrant Felix Schißlbauer (links) und Mesner Ludwig Heil.
Hintergrund:

Die Drei Kreuze

  • Auf der Nordseite des Johannisberges über Freudenberg steht eine Kreuzigungsgruppe. Früher trugen die drei Kreuze Blechschnittfiguren von Jesus und den beiden Schächern.
  • 1966 wurden neue Kreuze aufgestellt mit einem hölzernen Christus-Corpus. 1992 war die letzte umfassende Renovierung der Anlage.
  • Der Sage nach wollte ein Freudenberger Rittersmann dort begraben werden, wo das Ochsengespann stehenblieb, das seinen Leichnam transportierte. Auf dem Weg habe das Gespann einmal kurz angehalten, dort seien die Drei Kreuze errichtet worden. Nach kurzer Zeit habe sich das Ochsengespann aber weiterbewegt und sei dann endgültig stehengeblieben. An dieser Stelle sei über einem Grab eine Kirche errichtet worden.

 

 

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