13.07.2021 - 13:52 Uhr
FreudenbergOberpfalz

Komplettsperrung bei Wutschdorf: Staatsstraße 2399 wird ausgebaut

Sie gilt als eine der schlechtesten Straßen im Landkreis Amberg-Sulzbach: Die Staatsstraße 2399 bei Freudenberg. Aber nicht mehr lange. Der Ausbau östlich von Wutschdorf hat begonnen.

Der Turm der Pfarrkirche St. Martin Wutschdorf ragt zwischen den Baumaschinen hervor. Ab Donnerstag ist die Staatsstraße hier komplett gesperrt.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Die Staatsstraße 2399 von Freudenberg nach Kemnath ist nur noch bis Donnerstag offen. Wer danach aus dem Oberland nach Freudenberg fahren will, muss weite Umwege über Hainstetten und Hirschau oder Rottendorf und Trisching in Kauf nehmen. Aber die Betroffenen fahren übergangsweise gerne ein paar Kilometer mehr. Zu kaputt war diese Straße, seit mehr als 30 Jahren wird schon über den Ausbau diskutiert.

Im Fokus steht dabei vor allem die abenteuerliche Gefahrenstelle an der Ortseinfahrt in Wutschdorf. Die Fahrbahn schlängelt sich hier ziemlich steil zwischen mehreren Häusern durch. "Hier entsteht nun endlich ein Gehweg", freut sich Bürgermeister Alwin Märkl. Damit können auch Fußgänger zu den Straßen am Lohbach und auf der Riesel spazieren, ohne dabei ihr Leben zu riskieren. Das Nadelöhr an der abschüssigen Ortseinfahrt ist die Achillesferse des auf rund 3,8 Millionen Euro veranschlagten Projekts. Hier müssen links und rechts der Straße Stützmauern errichtet werden und zwar so, dass die angrenzenden Wohnhäuser und Privatgrundstücke heil bleiben. Auch die Abzweigung nach Schleißdorf wird neu gestaltet. Bisher mündete die Gemeindeverbindungsstraße in einem spitzen Winkel in die Staatsstraße ein. Künftig soll dieser Bereich übersichtlich und mit einer Abbiegespur versehen sein. Die Fahrbahn der Staatsstraße wird insgesamt deutlich breiter, statt 5 werden es 6,5 Meter.

"Wenn ich einen Planfeststellungsbeschluss von heute mit einem von vor zehn Jahren vergleiche, dann graust es mir."

Regierungspräsident Axel Bartelt

Regierungspräsident Axel Bartelt

Das Projekt hatte sich in der Vergangenheit immer wieder verzögert. Die Regierung der Oberpfalz hat bereits 2013 den Planfeststellungsbeschluss gefasst. Doch ein Anlieger klagte dagegen. Aus Regensburg war zum Spatenstich sogar Regierungspräsident Axel Bartelt angereist. Er fand deutliche Worte über die ausufernde Bürokratie bei solchen Projekten. "Solche Vorhaben dauern viel zu lange", sagte er. "Wir werden irgendwann mal an unserem Perfektionismus scheitern." Mehrere Hundert Seiten sei so ein Planfeststellungsbeschluss heute stark, früher sei das alles viel schlanker vonstatten gegangen. "Wenn ich einen Planfeststellungsbeschluss von heute mit einem von vor zehn Jahren vergleiche, dann graust es mir."

Der Beginn der Bauarbeiten wurde zu einem Festtag für die Gemeinde Freudenberg. Bürgermeister Alwin Märkl dankte vor allem Baudirektor Stefan Noll, der mit viel persönlichem Einsatz erreicht habe, dass der Ausbau jetzt beginnen kann. Und dem Landtagsabgeordneten Harald Schwartz, der immer mit angeschoben habe, wenn Hilfe gebraucht worden sei. Höchstwahrscheinlich gibt es im Herbst einen weiteren Spatenstich: Nach der Fertigstellung in Wutschdorf soll endlich auch die Holperstrecke zwischen Lintach und Raigering ausgebaut werden.

Seit vielen Jahren ist der Ausbau der Staatsstraße 2399 Thema

Freudenberg
Info:

Ausbau der Staatsstraße 2399

  • Ausbau östlich von Wutschdorf auf einer Länge von 1,45 Kilometern
  • Erneuerung von Feldwegen auf einer Länge von etwa einem Kilometer
  • Neugestaltung der Abzweigung nach Schleißdorf
  • Anlage eines Gehweges am Ortsausgang von Wutschdorf
  • Gesamtkosten von rund 3,8 Millionen Euro
Die größte Veränderung wird die Abzweigung nach Schleißdorf erfahren. Hier entstehen zwei Abbiegespuren.
Durch diese hohle Gasse muss er kommen - der Verkehr. Die berüchtigte Engstelle der Staatsstraße 2399 in Wutschdorf.

 

 

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