03.01.2021 - 06:57 Uhr
FreudenbergOberpfalz

Ehrenamtspreis: Sigrid Klick neues "Freudenberger Urgestein"

Freudenberg hat ein neues Urgestein: Zu Silvester wurde der Ehrenamtspreis "Freudenberger Urgestein" zum vierten Mal vergeben. Diesmal geht die Auszeichnung an eine Frau.

Die langjährige Lehrerin an der Grund- und Mittelschule Freudenberg, Sigrid Klick (80), ist mit dem Ehrenamtspreis"Freudenberger Urgestein" ausgezeichnet worden.
von Autor (gri)Profil

Die Verleihung des "Freudenberger Urgesteins" ist heuer anders abgelaufen als sonst. Normalerweise findet die Übergabe zu Silvester im Wutschdorfer Pfarrheim statt - vor 250 Leuten, mit Musik, Interviewgästen und den Bildern des abgelaufenen Jahres. Das alles musste dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Alternativen waren gefragt. Den Jahresrückblick gab es stattdessen in Form eines Videos, das der Heimat- und Kulturverein (HKV) am Silvestertag online stellte.

Die Übergabe des Urgesteins ging in Form eines Hausbesuchs vonstatten. Uli Piehler, Christian Nübler und Andreas Hahn klingelten als Vertreter des HKV an der Haustür einer völlig verdutzten Sigrid Klick. Die 80-Jährige war viele Jahre Handarbeitslehrerin an der Freudenberger Schule, unterrichtete Generationen von Kindern und gestaltete vor allem das Leben in der Pfarrgemeinde mit, sei es bei der Vorbereitung der Erstkommunion oder dem Erntedankfest. "Für uns sind sie ein echtes Freudenberger Urgestein", sagte Piehler. Klick konnte gar nicht glauben, dass ihr diese Ehre zuteil werden sollte.

Die Preisverleihung 2019

Freudenberg

Zu einer Preisverleihung gehört auch eine Laudatio. Für diese hat der HKV den ehemaligen Wutschdorfer Pfarrer Norbert Götz gewonnen, der jetzt in Waldthurn im Landkreis Neustadt/WN tätig ist. Per Video begründete der Pfarrer die Auszeichnung. Er lobte Sigrid Klick als unermüdliche Helferin in allen Belangen der Pfarrgemeinde. "Was in Wutschdorf zur Erstkommunion aufgebaut worden ist, war höhere Liga", sagte Götz, als er auf die aktive Zeit der Lehrerin zurückblickte. "Die schönsten Erntedankfeste habe ich jedes Jahr in Wutschdorf gefeiert. 24 Jahre lang habe ich auf sie bauen können." Der Pfarrer erwähnte auch, dass Rektor Heinz Klick einst den Johannistag (24. Juni) als "Freudenberger Nationalfeiertag" am Leben erhalten hat. Als der Feiertag ins Wanken geraten war, hatte der Rektor kurzerhand den Brauch eingeführt, dass die Schulkinder an diesem Tag zur Johannisbergkirche wandern. Götz: "Damit war der Johannistag als Feiertag gerettet."

"I gfrei mi narrisch", sagte Sigrid Klick, die anfangs gar nicht verstehen wollte, warum ausgerechnet sie den Preis erhält. Jetzt freut sie sich umso mehr, dass ihre Arbeit im Stillen auch noch nach so vielen Jahren nicht vergessen und anerkannt wird. "Es ist schön, dass davon etwas geblieben ist", sagte die 80-Jährige. "Und dass jetzt sogar etwas zurückkommt."

Sigrid Klick war zusammen mit ihrem Mann Heinz 1963 als Lehrer-Ehepaar nach Freudenberg gezogen. Von 1964 bis 1996 unterrichtete Sigrid Klick als Handarbeits- und Kunstlehrerin an der Schule. Ehemann Heinz ist 2016 verstorben. Das "Freudenberger Urgestein" wird seit 2017 immer am Jahresende verliehen. Mit dem Preis will der Heimat- und Kulturverein Menschen auszeichnen, die das Leben in Freudenberg-Wutschdorf geprägt haben, aber dabei viel im Hintergrund geblieben sind. Ausgezeichnet wurden bereits der Dorffotograf und Garten-Experte Hermann Koch (2017), Bauunternehmer und Musikant Franz Luber (2018) sowie Theater-Mitbegründer und Helfer in allen Lagen, Martin Solfrank (2019).

Hintergrund:

Das Freudenberger Urgestein

Preis für Menschen, die das öffentliche Leben in Freudenberg-Wutschdorf mitgeprägt haben, jetzt aber gar nicht mehr so oft in der Öffentlichkeit stehen. Verleihung immer zum Jahresende im Rahmen des Jahresrückblicks des Heimat- und Kulturvereins Freudenberg. Trophäe besteht aus einem Urgestein aus dem Granitgebirgsstocks des Johannisberges, umhüllt von einer bunten Glasskulptur aus der Manufaktur von Xaver Hofmeister. Bisherige Preisträger: Hermann Koch (2017), Franz Luber (2018) und Martin Solfrank (2019).

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.