25.07.2021 - 12:19 Uhr
FreudenbergOberpfalz

300 Blumenteppiche auf der ganzen Welt: Ein Blütenmeer zu Jakobs Ehr

Die Oberpfalz hat am Sonntag die Fahne Deutschlands hochgehalten: Bei einem internationalen Flashmob zum Jakobstag spielten Ensdorf, Freudenberg, Hahnbach, Hohenburg und Nabburg eine nicht unbedeutende Rolle.

Der Blumenteppich in Freudenberg.
von Autor (gri)Profil

Es war ein erhebendes Gefühl, als das Blasorchester am Ende des Festgottesdienstes vor der Jakobikirche das "Te Deum" anstimmte und die Aktion damit offiziell abgeschlossen war: In diesem Moment war Freudenberg emotional und natürlich per Social Media mit rund 300 Orten auf der ganzen Welt verbunden. In all diesen Städten und Gemeinden von Argentinien über Mexiko, Portugal, Spanien, Italien, Litauen bis Indien standen am Sonntag nahezu zeitgleich Menschen vor ihren Jakobikirchen und vor diesem Blumenteppich mit dem überall gleichen Motiv.

Der Blumenteppich zu Ehren des Jakobus sollte am Jakobstag die weltweite Pilgertradition und die große Bedeutung der Jakobswege über Ländergrenzen hinweg in den Fokus rücken. "Ich glaube, das ist uns gelungen", freute sich Barbara Gerl für den Heimat- und Kulturverein Freudenberg. Auch durch die Oberpfalz ziehen sich uralte Pilgerwege mit dem Ziel Santiago de Compostela. Viele Jakobskirchen zeugen davon: in Ensdorf etwa oder in Hahnbach und Hohenburg. Überall dort wurde am Sonntag Patrozinium gefeiert - selbstverständlich mit dem internationalen Blumenteppich.

Blüten aus Strickgarn

Auch Nabburg hat sich in die Liste der teilnehmenden Orte eingereiht - obwohl die Stadtpfarrkirche Johannes dem Täufer geweiht ist. Kein Widerspruch, wie Für Pfarrer Hannes Lorenz erklärt. Denn Jakobswege beginnen immer an der eigenen Haustür, jeder kann von jedem Ort der Welt aus den ersten Schritt zur Pilgerreise tun. Während in Hahnbach und Hohenburg die Obst- und Gartenbauvereine das Blüten-Kunstwerk legten, hatten sich in Nabburg das Landvolk Brudersdorf-Diendorf und der Gartenbauverein Neusath zusammengetan.

Und noch ein oberpfälzischer Ort findet sich auf der Blumenteppich-Weltkarte und hat in den vergangenen Tagen für einiges an Aufsehen bei den Organisatoren in Spanien gesorgt: Etsdorf (Gemeinde Freudenberg). Hier liegt seit gestern der weltweit einzige Blumenteppich, der gehäkelt und gestrickt worden ist. Zehn Frauen von der bundesweit aktiven Künstlergruppe namens Yarngang haben dieses besondere Exemplar in vielen Stunden Handarbeit angefertigt und rechtzeitig zum Flashmob vor die Asphaltkapelle gelegt. Die Reaktionen auf diese Idee waren in der internationalen Whats-App-Gruppe und auf Facebook überwältigend.

Überall dieselbe Absicht

Die ganze Aktion lebt vom Austausch der Bilder und Videos aus den Teilnehmer-Orten über die sozialen Medien. Auf diese Weise soll in den nächsten Tagen ein Film entstehen, der Schlaglichter auf jede einzelne Gruppe wirft und zeigt, dass der christliche Glaube alle Menschen auf allen Kontinenten verbindet, egal ob sie in einer Großstadt oder in einem Dorf wohnen, egal, welche Hautfarbe sie haben oder welche Sprache sie sprechen. "Die Intention ist überall dieselbe", erklärt Nadine Dotzler, eine der Initiatorinnen in Freudenberg. "Die Symbole auf dem Blumenteppich sind gleich und die Arbeit ist auch fast überall die gleiche." Aber nur fast. Die Freudenberger haben von ihren internationalen Freunden gelernt, dass sich auch mit gefärbtem Sand wunderschöne Blumenteppiche legen lassen.

Blumenteppiche verbinden Städte und Gemeinden weltweit

Freudenberg
Info:

Blumenteppich zum Jakobsjahr

  • Die weltweite Aktion geht von der Organisation Alfombristas Camino de Santiago in Spanien aus. Initiator ist Miguel Angel Garcia Correa.
  • Anlass ist das Heilige Jakobinische Jahr, das die katholische Kirche immer dann ausruft, wenn der Jakobstag (25. Juli) auf einen Sonntag fällt. Das war heuer der Fall.
  • In fast 300 Orten auf der ganzen Welt legen kirchliche Gruppen, Vereine oder Familien einen Blumenteppich mit dem selben Motiv.
  • Das Motiv zeigt das historische Jakobskreuz, das wie ein Schwert aussieht, die Jakobsmuschel als Zeichen der Pilger und das riesige Weihrauchfass, das in der Kathedrale von Santiago durch das Kirchenschiff schwingt.
  • Aus Deutschland haben sich nur sieben Kommunen beteiligt: Neben Ensdorf, Freudenberg, Hahnbach, Hohenburg und Nabburg noch Offenburg und Mühlenbach (beide in Baden-Württemberg).

 

 

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