27.11.2020 - 10:23 Uhr
FreihungOberpfalz

Lösung mit einer Kläranlage in der Gemeinde Freihung wird weiter verfolgt

Sollen die Kläranlagen Freihung und Großschönbrunn zusammengelegt werden? Diese Frage diskutiert der Marktgemeinderat Freihung ausführlich. Und befürwortet diesen Schritt ebenso wie die Darlehensaufnahme zur Finanzierung von Investitionen.

Eine Zusammenlegung der Kläranlage Freihung (Bild) mit der von Großschönbrunn hält der Marktgemeinderat für die wirtschaftlichere Variante gegenüber einem 1,1 Millionen teuren Neubau in dem Gemeindeteil. Der Ausbau in Freihung ist auf 4300 Einwohnerwerte ausgelegt.
von Siegfried BockProfil

"Wir brauchen zur Restfinanzierung des Baugebiets in Thansüß, der Dorferneuerung in Großschönbrunn und des Glasfaserausbaus eine Million Euro", verdeutlichte Bürgermeister Uwe König nach einem Gedenken an den Gemeindeboten Jürgen Kunze zu Beginn der Sitzung. Das Angebot der Bank stieß auf keine Gegenstimme: 0,28 Prozent Minuszins für 18 Monate.

"Es geht um die zentrale Frage: Kläranlage in Großschönbrunn auflösen oder Parallelbetrieb der Anlagen dort und in Freihung?", stellte König als Varianten in den Raum. Ein Kläranlagen-Neubau in Großschönbrunn würde 1,1 Millionen Euro kosten. Gleichzeitig wären die Betriebskosten bei nur einer Kläranlage günstiger und deshalb die Zusammenlegung die wirtschaftlichere Variante. "Wir haben in Freihung nur bis 2020 einen Wasserrechtsbescheid", gab der Bürgermeister zu bedenken.

"Ob der Rechen erforderlich ist, sollte schon diskutiert werden", warf Zweiter Bürgermeister Klaus Siegert (CSU) ein. Fraktionskollegin Erika Urban fragte nach, ob das Kanalnetz in Seugast ausreiche, da es einige Engstellen am südlichen Ortseingang aufweise. Das Kanalnetz sei schon am Limit, aber die Mehrbelastung durch Großschönbrunn spiele eine untergeordnete Rolle, gab Abwassermeister Wolfgang Braun zu verstehen.

Heinrich Schwirzer (CSU) wollte eine Zweitmeinung einholen, denn seiner Meinung nach seien sehr viele Dinge noch nicht geklärt. Bürgermeister König hielt die Untersuchungen durch das Ingenieurbüro als nächsten Schritt für die beste Lösung. Sebastian Weiß (CSU) vertrat die Ansicht, dass die Überleitung von Großschönbrunn nach Seugast in der Praxis nicht so unproblematisch auszuführen sei, wie es dargestellt werde. "Wir bekommen eine deutlich höhere Förderung, wenn wir eine Druckleitung machen", erwiderte der Sitzungsleiter. "Wir reden eigentlich über den zweiten Schritt, nämlich das Kanalnetz, das Problem ist aber die Kläranlage", bemerkte FW-Sprecher Reinhard Seidl. "Und dass wir Mängel haben, ist klar. Es ist Sache des Planers, jetzt einen vernünftigen Vorschlag auszuarbeiten", fügte er hinzu und bat, mehrheitliche Entscheidungen zu akzeptieren.

Amtsrat Max Heindl erinnerte an den bereits erteilten Planungsauftrag an das Ingenieurbüro Seuß. Mit einer Schlammstabilisierung werde die Klärschlammentsorgung günstiger. Bereits 2019 habe man eine hydraulische Berechnung für das Kanalnetz in Auftrag gegeben. Desweiteren werde das Kanalnetz auf Schäden untersucht. Dafür liefen derzeit die Ausschreibungen, so Heindl. Dazu meinte Schwirzer: ein Ingenieurbüro beauftragen mit der Grundlagenermittlung und Aufzeigung von Alternativen. Schwirzer versprach sich dadurch eine größere Einsparung bei den Planungskosten in Höhe von 10 000 bis 20 000 Euro. Dem widersprach Max Heindl: "Wir brauchen für die Planung mit Alternativlösungen mindestens 50 000 bis 60 000 Euro." CSU-Fraktionssprecher Helmut Wurzelbacher bekräftigte sein "vollstes Vertrauen" in Claudia Scharnagl vom Büro Seuss-Ingenieure, Amberg, und in Detlev Weide aus Braunschweig.

Bei zwei Gegenstimmen beschloss das Gremium, die Planungen mit der Verlagerung der Kläranlage von Großschönbrunn nach Freihung fortzusetzen. Allerdings unter der Maßgabe, die Notwendigkeit eines Rechenwerks und die Anpassung von Kanalleitungen noch zu klären.

Kläranlagen schon öfter Thema im Marktgemeinderat Freihung

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