17.01.2021 - 15:34 Uhr
FreihungOberpfalz

Europäisches Jugendprojekt Oberpfalz plant 2021 wieder Projektwoche

Beim Europäischen Jugendprojekt Oberpfalz, das sich die Völkerverständigung zur Aufgabe gemacht hat, steht im nächsten Jahr ein Generationswechsel an. Für heuer laufen die Planungen für eine Projektwoche.

Geschichtsstunde auf der deutschen Kriegsgräberstätte in Niederbronn-les-Bains, als Corona noch überhaupt kein Thema war: Bernhard Klein als Leiter der Jugendbegegnungsstätte Albert Schweitzer, gab Jugendlichen aus Deutschland, Polen und Frankreich Einblicke in die deutsch-französische Geschichte.
von Siegfried BockProfil

Die für den 24. Januar geplante Jahreshauptversammlung des Europäischen Jugendprojekts Oberpfalz kann wegen Corona nicht in Präsenz stattfinden, weshalb sich die Vereinsführung um Vorsitzender Hartmut Schendzielorz entschlossen hat, diese online abzuhalten. Tagesordnung und Berichte würden als PDF-Dokumente zur Verfügung gestellt. Die Mitglieder sollen das beigefügte Rückmeldeformular auszufüllen und zusammen mit eventuellen Anfragen, Wünschen und Anträgen bis spätestens 24. Januar an Schendzielorz zurückzusenden.

Der Vorsitzende weist besonders die jugendlichen Mitglieder auf die Projektwoche 2021 hin. Wegen der Teilnahme könne man sich bei den Leitern Gerd Müller und Christiane Regn näher informieren. Die Coronapandemie habe das Vereinsleben 2020 einschneidend beeinflusst, stellte Schendzielorz rückblickend fest. Alle Aktivitäten seien auf null heruntergefahren worden. Für ihn als Vorsitzenden seien die Absagen der langfristig geplanten Aktivitäten aufwendig gewesen. An die Mitglieder und Partner des EJPO appellierte Schendzielorz, "auch im neuen Jahr Mut und Optimismus nicht zu verlieren".

Das Jahresprogramm 2021 sei um die Projektwoche (Brandenburg, Ostseeküste und Insel Rügen) herum zusammengestellt, angepasst und neu ausgerichtet worden, so Schendzielorz. Weitere Bausteine seien die aus 2020 übernommenen Aktivitäten wie Kontaktaufnahme nach Tschechien und Projektwochenende in Berlin. Als langjährigen Vorsitzenden und Projektleiter unter den zurzeit besonderen Voraussetzungen sei ihm deutlich bewusst, "dass dieses vorerst letzte Projektjahr eine durchaus entscheidende Rolle für die Zukunft des EJPO spielen kann".

Schendzielorz kandidiert nicht mehr

Schendzielorz wird bei den Neuwahlen im Januar 2022 nicht mehr kandidieren. Seine letzte Amtshandlung werde sein, die Projektphase III offiziell zu beenden. Damit werde den Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung 2022 die Möglichkeit gegeben, eine Fortsetzung der EJPO-Aktivitäten mit der Phase IV zu kreieren und neu zu starten. "Ich werde alles tun, damit diese Voraussetzungen erfüllt werden und unbeeindruckt von der Coronakrise mit viel Optimismus und Überzeugung an einem schlüssigen Konzept weiterarbeiten sowie um eine mögliche Weiterführung des Vereins werben", so der Vorsitzende. In einer virtuellen Botschaft dankte Dario Vidojkovic als Bezirksgeschäftsführer des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge dankt Schendzielorz für sein großes Engagement. Dieser habe das EJPO mit vielen gleichgesinnten Mitstreitern auf die Beine gestellt und dem Projekt Leben eingehaucht. "Das EJPO hat sich seitdem zu einem weit über die Grenzen unserer Oberpfälzer Heimat hinaus einen guten Namen gemacht."

Freihungs Bürgermeister Uwe König betonte in einer weiteren Videobotschaft, dass es in Deutschland verstärkt Strömungen gebe, die wenig Toleranz gegenüber Andersdenkenden hätten. Die weltweit nur gemeinsam zu lösenden Probleme nähmen zu. In einer Zeit, in der Abstand halten zentral für die Gesundheit sei, gelte es mehr denn je, sich gegen diesen Trend zu stemmen. Darum sei die Arbeit dieses Vereins umso wichtiger. Vorurteile und Vorbehalte gegenüber anderen Nationen abzubauen: Genau dafür setze sich das EJPO seit 2002 erfolgreich ein." Geplant für heuer seien diverse Aktivitäten, sofern Corona diese zulässt. Im April will eine Delegation zur Kontaktaufnahme nach Plasy in Tschechien fahren. Die Projektwoche (Seelower Höhen, Prora und Stralsund, Gedenkstätte Halbe) ist vom 22. bis 29. Mai geplant. Ein Projekttag mit Nachbereitung der Projektwoche ist für 24. Juli geplant, eine Tagesfahrt nach ins tschechische Cheb (Eger) mit Gedenken auf der deutschen Kriegsgräberstätte schließt sich an.

Gedenken im Bundestag

Vom 1. bis 3. Oktober findet eine Klausurtagung in Prag statt, neben der Besprechung des Generationswechsels sind auch Besuche der Gedenkstätten KZ Theresienstadt und Lidice geplant. Während der Projektwoche in Berlin (12. bis 14.November) will sich das EJPO an der Gedenkfeier zum Volkstrauertag im Bundestag beteiligen. Gerd Müller und Christiane Regn sind überzeugt, dass bei der Projektwoche an der Ostsee für geschichtlich interessierte Jugendliche auch Spaß und Sport auf Rügen nicht zu kurz kommen werden. Stattfinden werde sie nur, wenn die Gesundheit der Teilnehmer gewährleistet sei. Eine eventuell wegen Corona notwendige Absage "ist deshalb mit einkalkuliert", betonten Müller und Regn.

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