12.11.2020 - 10:24 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Reichspogromnacht: Gedenken im Tal des Todes

Andrea Huber, Abgeordnete Margit Wild und Dr. Jörg Skriebeleit (von links) trafen sich anlässlich des Jahrestages der Reichspogromnacht am Jüdischen Gedenkstein in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.
von Bernhard NeumannProfil

Das Erinnern an die Ereignisse in der Nacht auf den 10. November 1938 will die DGB-Jugend trotz der durch die Corona-Pandemie bedingten Hindernisse nicht aufgeben. Am Mittwoch rief Andrea Huber in der KZ-Gedenkstätte dazu auf, die Pogrome der sogenannten Reichskristallnacht nicht ad acta zu legen.

Bereits zum 68. Mal erinnerte der Deutsche Gewerkschaftsbund an dem Nachmittag an das Geschehen im Herbst 1938. Eingeladen wurden in der Vergangenheit Schüler aus dem nordbayerischen Raum. Das ließ sich heuer coronabedingt nicht verwirklichen. Die Gewerkschafter beschränkten sich für das Niederlegen eines Kranzes am jüdischen Gedenkstein im „Tal des Todes“ auf einen kleinen Teilnehmerkreis.

Huber erinnerte an den Terror der Nazis und rief auch gegenwärtiges Geschehen ins Bewusstsein: „Der Anschlag in Halle war trauriger Höhepunkt zahlreicher Ereignisse.“

Die Corona-Pandemie diene als Einfallstor für antisemitische Verschwörungsmythen. Nicht zuletzt die Vorkommnisse bei „Querdenken-Demonstrationen“ würden für die jüdischen Mitbürger Anlass geben, sich um die Sicherheit Sorgen machen zu müssen.

Für die SPD im Landtag legte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Margit Wild einen Kranz nieder. Sie tat das mit einem Zitat des 2007 verstorbenen Otto Schwerdt, der den KZ-Terror überlebte und der Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde in Regensburg war: „Erinnern ist der Respekt vor den Toten.“ Dr. Jörg Skriebeleit wertete die Zusammenkunft und die zu hörenden Aussagen als wichtigen Beitrag zur Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart.

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