07.07.2021 - 11:44 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Libanonzeder statt Kiefer: Staatsforsten beschleunigen Waldumbau auch im Flossenbürger Amtsbereich

Die Bayerische Staatsforste beschleunigt den Waldumbau auch im Bereich des Flossenbürger Amts. Grund sind Hitze und Trockenheit, die dem üblichen arg Baumbestand zusetzen.

Der Waldumbau wird beschleunigt, das bestätigten die Experten der Bayerischen Staatfrosten in Flossenbürg in einem Gespräch mit Landtagsabgeordneten Stephan Oetzinger
von Autor CROProfil

Bei einem Gespräch mit der Bayerischen Staatsforsten im Flossenbürger Amt ließ sich CSU-Landtagsabgeordneter Stefan Oetzinger vom Betriebsleiter Stefan Bösl, Ingo Greim und Bürgermeister Thomas Meiler über die Themen Klimawald, Klimaschutz und Holznutzung informieren.

Es seien aufgrund des Klimawandels keine einfachen Zeiten für alle Waldbesitzer und damit auch die Bayerischen Staatsforsten, sagte Betriebsleiter Stefan Bösl. Im Jahr 2020 gab es eine Klimaerwärmung von 1,25 Grad, was großen Einfluss auf die Waldbestände vor Ort habe. Hitze und Trockenheit setzen nicht nur den Fichten, sondern auch den Buchen und Kiefern zu. Daher haben die Bayerischen Staatsforsten mit einer Beschleunigung des Waldumbaus reagiert, der voraussichtlich erst 2030 abgeschlossen sein soll. Unter dem Schlagwort „Klimawald“ soll in Zukunft nicht nur der Ertrag aus dem Wald im Vordergrund stehen, sondern vor allem soll der Wald fit für das Klima von morgen gemacht werden. Außerdem laufen Anbauversuche mit neuen Baumarten wie der Karpatentanne oder der Atlaszeder und Libanonzeder. Diese Bäume wachsen in ihren Herkunftsländern unter Bedingungen, wie sie wegen des Klimawandels in den nächsten Jahrzehnten in Bayern erwartet würden. Außerdem sind sie resistenter gegen Käferbefall wie die Kiefer, die eine sehr dünne Rinde hat.

Von den im Flossenbürger Betriebsgebiet im letzten Jahr insgesamt geschlagenen 150.000 Festmeter waren ca. 40.000 Festmeter Käferholz, was, so Bösl, noch ein gutes Verhältnis sei. Allerdings sei der Befall nicht beendet. Das Überangebot an Holz in Bayern allein war nicht so groß und hätte in der Sägewerksindustrie untergebracht werden können. Das große Problem war Mitteldeutschland und Tschechien, wo sehr große Mengen an Schadholz anfiel, die nicht mehr aufgearbeitet werden konnten. Hier wurden zum Teil ganze Wälder aufgegeben. Solche apokalyptischen Zustände hoffe man hier nicht zu bekommen und es werde um jeden Quadratmeter Staatswald gekämpft, so Bösl. Man setzte hier schon seit 30 Jahren vorausschauend auf ein Vier- Baum-Konzept. Der Bestandswald der Bayerischen Staatsforsten wird mit Buche, Tanne, Douglasie und Eiche stetig ergänzt und verjüngt. Die Kohlenstoffbindung in der Biomasse des Waldes ist die Summe aller Bäume auf der Fläche. Sie ist am größten, wenn der jährliche Zuwachs über die gesamte Fläche möglichst hoch ist. Die Wuchsdynamik muss stimmen und das funktioniere bei einem geschlossenen, gemischten wuchskräftigen Wald, der bewirtschaftet wird, meist am besten, so stellvertretender Forstbetriebsleiter Ingo Greim.

Ein Problem stellen die unterschiedlichen Strömungen in der Bevölkerung im Bereich von Naturschutz und Nutzung des Holzes dar. Ein Wald, der nicht bewirtschaftet wird, wird irgendwann mal zu Totholz - ökologisch sehr wertvoll für viele Tierarten - aber mit dem Zerfall des Holzes gelangt das CO2, das zunächst einmal durch das Wachstum gebunden worden ist, wieder in die Atmosphäre. Die Holznutzung verhindert Emissionen aus Ersatzprodukten und bildet eine Grundlage für die Energiewende und sei damit ein wichtiger Baustein für die Klimazukunft.

Holzbau ist eine der größten Möglichkeiten zum Klimaschutz. Je mehr Holzprodukte aus dem geernteten Rohholz hergestellt und je länger diese Produkte genutzt werden, desto größer ist die Klimaschutzwirkung von nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und den daraus erzeugten Holzprodukten. Mit Änderungen der Bauordnungen seien jetzt auch mehrstöckige Holzbauten möglich, was besonders in Städten für den Klimaschutz von Bedeutung werden wird, so Oetzinger.

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Betriebsleiter Stefan Bösl (Zweiter von rechts.) und sein Stellvertreter Ingo Greim (links.) von den Bayrischen Staatsforsten erklären MdL Dr. Stefan Oetzinger (Zweiter von links) und Bürgermeister Thomas Meiler (rechts.) anhand der Forstbetriebskarte Flossenbürg die Maßnahmen zum Klimawald, Klimaschutz und Holznutzung.

 

 

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