07.08.2020 - 08:37 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Kunst und Granit im Plattenberg-Steinbruch

Studenten der „Edith Maryon Kunstschule Freiburg“ wollen mehr über den Granit erfahren. Aktuell läuft in der Grenzgemeinde eine zwei Wochen dauernde Stein-Exkursion. Das Ergebnis wird am Freitag, 14. August, der Öffentlichkeit präsentiert.

Verena Reimann (Zweite von links) hat die Granit-Exkursion gut vorbereitet. Die zehn Kursteilnehmer fühlen sich am Plattenberg-Steinbruch wohl. Es ist der Mittelpunkt der zwei Wochen andauernden Auseinandersetzung mit dem Urgestein.
von Bernhard NeumannProfil

Es ist nicht zu überhören und zu übersehen, dass Künstler der „Edith Maryon Kunstschule Freiburg“ in Flossenbürg sind. Zwei Wochen dauert der Lehrgang in der Grenzgemeinde. Die Ergebnisse des Schaffens werden am 14. August präsentiert

Das Pochen von Hammer und Meißel, das Fauchen des Kompressors, das Kreischen der Flex und Fahrzeuge mit fremden Kennzeichen künden vom Besuch der Gruppe um Kursleiterin Verena Reimann. Die Einheimischen freuen sich darüber. Seit vielen Jahren gibt es gute Kontakte und es entstanden Freundschaften. Viele Flossenbürger kommen auf einen Plausch vorbei und schauen den Gästen über die Schulter.

Reimann brachte heuer im Rahmen der berufsbegleitenden und künstlerischen Ausbildung acht Frauen und zwei Männer mit. Der Kursleiterin geht es um eine Reihe von Aspekten. Eine wichtige Rolle spielt die Praxis, das Kennenlernen des Granits und dessen Eigenschaften. Das Gestein präsentiert sich in unterschiedlichen Härten und Farbnuancen. Verbunden sind damit Arbeitsweisen, die das Wissen um den Charakter berücksichtigen müssen.

Als der Kurs vor rund einer Woche startete, durften sich die Teilnehmer ihre persönlichen „Felsen“ aussuchen. Der Fantasie beim Bearbeiten sind keine Grenzen gesetzt, nicht bei der Form und nicht bei der Oberfläche. Leicht ist es nicht, mit dem Material richtig umzugehen. Reimann und die vorbeischauenden Besucher sparen nicht mit Expertentipps und Erfahrungswerten. Tatkräftige Unterstützung kommt von den Granitwerken Baumann. Die Firma stellt zudem das Arbeitsgelände am Plattenberg-Steinbruch zur Verfügung.

Ursprünglich standen die zwei Wochen in der nördlichen Oberpfalz unter keinem guten Stern. Das hatte allerdings nichts mit dem Granit zu tun. Dauerregen und Blitze ließen die Gruppe fast verzweifeln. Die elf Freiburger hielten aber durch und bei dem seit Mittwoch strahlend blauen Himmel macht die Arbeit Spaß. Der Bogen spannt sich von Studien zu Oberflächen und Formen bis hin zu konkreten Vorstellungen, beispielsweise einem Pferdekopf.

Mehr erfahren sollen die Teilnehmer zu Granit-Hintergründen. Ein Abstecher zu einem Steinbruch darf dabei ebenso wenig fehlen, wie Einblicke zur Weiterverarbeitung und Veredelung des Urgesteins oder der Aufstieg zur Burgruine und ein Spaziergang auf dem „Weg des Granits“ rund um den Schloßberg als neu ausgezeichnetes „Nationales Geotop“. Spannend und spektakulär wird es, wenn die Gruppe aus sicherer Entfernung eine Sprengung miterleben darf.

Ein Ausflug lohnt sich

Flossenbürg

Reimannn kümmert sich darüber hinaus um weitere abwechslungsreiche Programmpunkte. Dazu gehören Abstecher zum Parksteiner Basaltkegel oder zum Naturschutzgebiet Doost bis hin zu Ausstellungsbesuchen in der KZ-Gedenkstätte: „Fast wird uns die Zeit zu knapp. Im Mittelpunkt stehen müssen aber das Gefühl und die Wertschätzung für den Granit. Es gilt, mit dem, was wir in der Natur finden, richtig und bewusst umzugehen.“

Wie sich das in der Praxis darstellt wird am Freitag, 14. August, zu sehen sein. Reimann und die Künstler laden alle Interessenten zur Vernissage ein. Sie beginnt um 17.30 Uhr im Plattenberg-Bruch der Granitwerke Baumann. Zu finden ist er am Ende der Waldkirchner Straße. Zu beachten sind die geltenden Corona-Verhaltensregeln. Unter diesem Aspekt wird die Gruppe die Gäste auf einem Spaziergang durch das Ausstellungsgelände begleiten, stellt das Geschaffene vor und freut sich auf Gespräche. Dabei geht es nicht nur um den Granit. Die 14 Tage und die Impressionen in Flossenbürg liefern genügend Stoff für interessante Unterhaltungen.

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