06.08.2020 - 15:57 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Garten-Geschichten aus der Hängematte mit Eric Frenzel

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Als Nordischer Kombinierer kommt Eric Frenzel durch die ganze Welt. Einer seiner Rückzugsorte zu Hause in St. Ötzen unweit von Flossenbürg ist sein Garten. Im Interview erklärt er warum.

Eric Frenzel: "Wir haben einen Garten, der direkt in die freie Landschaft übergeht. Dort kann man wunderbar die Seele baumeln lassen und abschalten."
von Christa VoglProfil

Der beste Ort für eine Auszeit ist der eigene Garten: Leicht zu erreichen, mit allem ausgestattet, was für die Erholung benötigt wird, viel Grün. Für Oberpfalz-Medien hat der Tirschenreuther Kreisgartenfachberater Harald Schlöger den Spitzensportler Eric Frenzel als Gartenbotschafter in der Hängematte interviewt.

ONETZ: Welche Rolle spielt der Garten allgemein in Ihrem Leben?

Eric Frenzel: Grundsätzlich bin ich ein Mensch, der gerne draußen ist. Das kommt auch durch meinen Sport, der ja auch einen starken Bezug zur Natur hat. Insofern ist auch der Garten ein Bereich, der zu mir passt.
Ich bin ein Familienmensch. Es gibt nichts Schöneres, als nach langen Reisen und Wettkämpfen wieder nach Hause zur Frau und zu den Kindern zu kommen. Wir haben einen Garten am Rand der Ortschaft, der direkt in die freie Landschaft übergeht. Dort kann man beim Blick in die Landschaft wunderbar die Seele baumeln lassen und abschalten.
Der Garten ist vor allem im Sommer auch wichtig als Ort für gemeinsame Aktivitäten mit den Kindern. In einem Garten hat man immer was zu tun. Das ist ein schöner Ausgleich.

ONETZ: Was macht den Garten aus Ihrer Sicht besonders?

Im Garten wird man immer wieder neu geerdet. Es ist eine angenehme Abwechslung zum unsteten Reiseleben. Wir haben unseren Garten so angelegt, dass Haus und Garten gut zusammenpassen. Wert haben wir darauf gelegt, viele Sitzplätze und Terrassen zu integrieren. Durch den Sport kennen wir viele Leute aus der ganzen Welt, die gerne zu uns zu Besuch kommen, und die dann die Ruhe in unserer kleinen Ortschaft und besonders in unserem Garten genießen.
Durch die großzügigen Sitzplatzbereiche kann man auch mal mit einer größeren Gruppe angenehm zusammensitzen. Wir haben im Garten viele Obstbäume und Nutzpflanzen.

ONETZ: Welche persönliche Verbindung haben Sie mit dem Garten?

Für mich war von Kindheit an der Garten wichtig. Meine Eltern und vor allem mein Opa waren weitgehend Selbstversorger mit einigen Obstbäumen und einem Gemüsegarten. Sie hatten einen kleinen Bauernhof mit drei Kühen, Hühnern und sonst noch allem was dazugehört.
Heute ist der Garten für mich auch wichtig, aber vor allem als Rückzugsort, in dem ich mich erholen kann, gemeinsame Aktivitäten mit der Familie unternehmen kann und mit Freunden aus der ganzen Welt zusammen Feste feiern kann. Durch das neue Hochbeet, in dem wir ziemlich erfolgreich Gemüse kultivieren, gewinnt auch die Versorgung mit eigenen Gemüse wieder einen Stellenwert.

Die Einleitung zu den Garten-Geschichten aus der Hängematte

Tirschenreuth

ONETZ: Was verbindet Sie mit der Region?

Meine Heimat im Erzgebirge und der Oberpfälzer Wald, wo meine Frau herkommt und wo wir jetzt in unmittelbarer Nähe zu ihrem Elternhaus ein eigenes Haus gebaut haben, sind ja grundsätzlich sehr ähnlich. Insofern fühle ich mich hier sehr wohl. Die Region eignet sich sehr gut für meinen Sport, ob das die Langlaufstrecken rund um die Silberhütte sind, oder im Sommer beim Rad- oder Lauftraining mit den vielen anspruchsvollen Strecken durch weitgehend intakte Natur.

ONETZ: Gibt es Gärten in der Region, die für Sie etwas Besonderes sind und die Sie anderen Besuchern empfehlen?

Empfehlenswert ist der Panoramaweg Flossenbürg rund um meinen jetzigen Heimatort St. Oetzen und den geographischen Mittelpunkt Mitteleuropas. Es gibt viele Rastmöglichkeiten und Sitzbänke, die einen traumhaften Blick in die Mittelgebirgslandschaft erlauben, zum Beispiel zur Silberhütte oder den Haselstein mit einer alten Burgruine. Mit der Familie haben wir schon öfters den Kreislehrgarten in Floß besucht oder den Geschichtspark Bärnau mit den mittelalterlichen Gärten. Das kann man auch anderen Familien empfehlen.

ONETZ: Welches sind die Lieblingsecken im Garten?

Mein Lieblingsplatz ist ganz klar die Hauptterrasse mit den Loungemöbeln und dem Grill. Dort kann ich vor allem beim Blick in die Ferne, zum Beispiel wenn die Abendsonne über den dunklen Fichtenwäldern des Oberpfälzer Waldes untergeht, wunderbar entspannen. Für die Kinder sind es eindeutig die großzügige Rasenfläche mit den Spielgeräten, die Obstbäume, die sich auch zum Klettern eignen und die vielen essbaren Pflanzen im Garten, die sich wunderbar zum Naschen eignen.

Äbtissin Laetitia Fech gibt Einblicke in den Klostergarten

Waldsassen

ONETZ: Welche Pflanzen mögen Sie besonders und vielleicht können Sie uns sagen warum?

Meine Lieblingspflanze ist die Zierkirsche, die sich mit ihrer Krone schirmartig über den Sitzplatz spannt. Durch den Sport bin ich auch oft in Japan und weiß, welche Bedeutung dort die Kirschblüte hat. Das freut auch meinen Freund Akito Watabe (Anmerkung der Redaktion: japanischer Nordischer Kombinierer ), wenn er bei uns zu Besuch ist.

ONETZ: Was sind die Besonderheiten in den einzelnen Jahreszeiten? Spricht Sie eine Jahreszeit im Garten besonders an?

Ich mag eigentlich alle Jahreszeiten. Am schönsten ist es im Sommer, wenn man an lauen Sommerabenden abends noch draußen sitzen kann. Auch das Frühjahr hat seinen Reiz, wenn alles wieder anfängt und es wieder grünt und blüht. Als Wintersportler gefällt mir natürlich auch die Zeit, wenn Schnee die Landschaft und den Garten überdeckt. Das ist bei uns im Oberpfälzer Wald gar nicht mal so unwahrscheinlich, schließlich liegt unser Garten auf etwa 700 Höhenmetern, die Silberhütte liegt bei etwa 900 Höhenmetern. Dann wirkt die eh schon wenig besiedelte Landschaft im Oberpfälzer Wald fast schon unberührt, im Garten ist ganz ruhig.

ONETZ: Warum lohnt es sich für Sie, mehr Zeit im Garten zu verbringen?

Zeit zu Hause mit der Familie ist wegen der vielen Verpflichtungen, die das Sportlerleben mit sich bringt, kostbar. Der Garten gibt einen schönen Rahmen, um diese Zeit sinnvoll zu nutzen, durch gemeinsame Aktivitäten aber auch gemeinsame Muße.

Eric Frenzel hat sportlich noch einiges vor

St. Ötzen bei Flossenbürg

ONETZ: Können Sie dies auch anderen raten?

Den Garten intensiv zu nutzen, ist jedem anzuraten. Natürlich gehört die Arbeit bei der Anlage und Pflege mit dazu. Aber wenn man den Garten schätzt, empfindet man dies nicht als Belastung, sondern als Entspannungsübung.

ONETZ: Welche Tipps haben Sie für Gartenfreunde in der Region und für den eigenen Garten?

In der Region gibt es viel zu entdecken, vor allem viel Natur. Hier ist das Verhältnis Natur und Besiedlung noch ausgewogen. Gartenbesitzer sollten darauf achten, dass Gärten kindgerecht angelegt werden, mit vielen Nutzpflanzen zum Naschen und Bereichen, wo man sich gerne aufhält.

Blick in den Garten der Familie Frenzel in St. Ötzen. Eric Frenzel dazu: "Wir haben einen Garten am Rand der Ortschaft, der direkt in die freie Landschaft übergeht. Dort kann man beim Blick in die Landschaft wunderbar die Seele baumeln lassen und abschalten.
Eric Frenzel im Gespräch mit dem Tirschenreuther Kreisgartenfachberater Harald Schlöger.
Zur Person:

Er ist jetzt schon, noch während seiner aktiven Laufbahn, einer der erfolgreichsten Wintersportler aller Zeiten. Eric Frenzel (31) ist dreimaliger Olympiasieger, siebenmaliger Weltmeister, fünfmaliger Weltcup-Gesamtsieger. Seit einigen Jahren wohnt der Nordische Kombinierer mit seiner Frau, einer gebürtigen Flossenbürgerin, und den drei Kindern in St. Ötzen unweit von Flossenbürg. Die Oberpfalz ist dem gebürtigen Sachsen aus Geyer Heimat geworden.

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