27.09.2020 - 10:56 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Flossenbürg: Jugendheimverein setzt sich für Bonhoefferhaus ein

Die evangelische Kirchengemeinde Flossenbürg steht vor wichtigen Entscheidungen. Fest steht, dass das Pfarrhaus verkauft werden soll. Und auch die Zukunft des Bonhoefferhauses ist noch ungewiss.

Das Bonhoefferhaus könnte im Eigentum der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Flossenbürg bleiben.
von Fred LehnerProfil

Der Flosser evangelische Pfarrer Wilfried Römischer legt die Probleme in der von ihm betreuten Flossenbürger Kirchengemeinde St. Pankratius offen auf den Tisch. Es gehe ihm um ein festes Vertrauensverhältnis mit allen Gemeindegliedern.

Im Gemeindebrief für die evangelischen Kirchengemeinden St. Pankratius Flossenbürg und St. Johannes Baptista Floß befasst sich der Seelsorger ausführlich mit dem bevorstehenden Verkauf des Pfarrhauses in Flossenbürg sowie mit der Zukunft des Bonhoefferhauses.

Früher 600 Gemeindemitglieder

Dass die evangelische Kirchengemeinde Flossenbürg einmal 600 Gemeindemitglieder zählte und es derzeit nur noch 360 sind, stehe leider fest. Damit sinke das Gabenaufkommen und die Mitarbeitenden werden weniger. "Das ist Fakt und kann nicht wegdiskutiert werden. Auch die Strukturen unserer Kirche verändern sich", unterstreicht Römischer: Pfarrstellen würden in den nächsten Jahren abgebaut, weil es weniger Gemeindemitglieder gebe. Für die notwendige Sanierung des Pfarrhauses gebe es keine landeskirchlichen Zuschüsse, weil es nicht mehr als Pfarrhaus genutzt werde. Eine Instandsetzung und Vermietung seien finanziell und organisatorisch von der Kirchengemeinde nicht zu stemmen. Deshalb habe sich der Kirchenvorstand schweren Herzens entschlossen, das Pfarrhaus zum Verkauf anzubieten.

Dass sich der Jugendheimverein mit seinen 169 Mitgliedern für den Erhalt des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses vehement einsetzt, wurde in der jüngsten Jahreshauptversammlung deutlich. Pfarrer Römischer befasst sich mit der Zukunft des Hauses. Im Moment gibt es dort zwei Treffen pro Monat, hinzu kommen noch vier Veranstaltungen des Jugendheimvereins: das Kinderfest der Familien, die Muttertagsfeier, die Nikolausfeier und eine Adventsfeier. Das belegt aber noch lange nicht, dass damit das Bonhoefferhaus noch notwendig ist.

Pfarrer Römischer stellt die Frage zur Diskussion, welcher private Hausbesitzer es sich leisten könne, bei etwa 2500 Euro laufender Kosten pro Jahr wegen einer Gruppe, die sich zweimal pro Monat trifft, das Haus zu halten? Der Flosser Seelsorger macht im Gemeindebrief deutlich, dass sich die Kirchengemeinde um Kooperationen bemühen werde.

Interview mit dem neuen Flossenbürger Pfarrer

Flossenbürg

Offene Fragen

Das Bonhoefferhaus mit seiner Geschichte und den vielen lieb gewonnenen Erinnerungen lasse sich nicht einfach ersetzen. Im gleichen Zusammenhang stellt sich Pfarrer Römischer die Frage, ob nicht die evangelische Gemeinde im Laufe der Zeit eine Beziehung zum Theresienheim entwickeln könnte. Es bleiben Fragen: Wohin mit dem Pfarrhaus und einem Arbeitszimmer für den neuen Pfarrer Dr. Volker Wappmann, der am Sonntag, 8. November, um 14 Uhr in der St. Pankratius-Kirche in sein Amt eingeführt wird? Und was soll geschehen, wenn das Bonhoefferhaus nicht mehr da ist?

Den Gemeindegliedern versichert Pfarrer Römischer, dass sich der Kirchenvorstand bemüht, alle Fakten gewissenhaft abzuwägen. Auf jeden Fall stünde bei einer weiteren Nutzung des Bonhoefferhauses eine Sanierung an. Dies betrifft unter anderem die Türen. Die Heizung müsste erneuert werden. Dazu soll ein E-Check und Wertgutachten erstellt werden: notwendige Hilfen, die zu einer Entscheidung führen könnten.

Das evangelische Pfarrhaus in Flossenbürg steht zum Verkauf.

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