28.01.2021 - 10:10 Uhr
FlossOberpfalz

Neuer Blickfang am Flosser Ortseingang

Bürgermeister Robert Lindner spricht von einem „Eyecatcher am Ortseingang des Marktes“. Und ins Auge fallen wird ganz sicher, was die Unternehmerfamilie Gollwitzer plant: ein neues Bürogebäude auf dem Platz des Stammhauses.

So soll der Neubau aussehen, den das Vohenstraußer Unternehmen Reger Bau nach Plänen seines hauseigenen Architekten Fabian Knorr realisieren wird. Die Stelen stehen für Bohrpfähle, das Sinnbild des Spezial-Tiefbauunternehmens Gollwitzer.
von Gabi EichlProfil

Der Marktgemeinderat hat dem Vorhaben des Flosser Unternehmens Harald Gollwitzer GmbH Spezialtiefbau in seiner jüngsten Sitzung einstimmig sein Einvernehmen erteilt. Harald und Andrea Gollwitzer und mit ihnen Sohn Ludwig, der den Betrieb einmal übernehmen will, warten nun auf die Genehmigung des Landratsamtes.

Elternhaus: schmerzlicher Abbruch

Ganz leicht fällt Harald Gollwitzer der Abbruch seines Elternhauses nicht, sagt er. Man habe im Vorfeld auch lange hin und her überlegt, sei aber letztlich zu der schmerzlichen Erkenntnis gelangt, dass ein Umbau des 60 Jahre alten ehemaligen Wohnhauses nicht sinnvoll sei. Vor allem sei ein solcher nicht zielführend auf dem eingeschlagenen Weg, ein Tiefbauunternehmen, das per se einen großen CO2-Fußabdruck habe, so „grün“ wie möglich zu machen. Harald Gollwitzer nimmt das Adjektiv „grün“ nicht selbst in den Mund, hat aber auch nichts gegen diese Interpretation. Immerhin hat das Unternehmen freiwillig als eines der ersten seiner Branche die eigene Treibhausgasbilanz ermitteln lassen, nach eigenem Bekunden ein Herzensanliegen Ludwig Gollwitzers, wohlwissend, dass die Bauwirtschaft derzeit noch erheblich zu den weltweiten Treibhausgasemissionen beiträgt. Man sehe sich aber dem Ziel der Klimaneutralität verpflichtet, sagt der Junior, in den kommenden 15 Jahren wolle man wenigstens ein Drittel des CO2-Ausstoßes vermeiden.

Das Elternhaus wurde um das Jahr 2000 schon zu weiteren Büros umgebaut, der Platz reicht jedoch auch hier nicht mehr, so dass inzwischen zusätzlich in Containern gearbeitet werden muss, die Unsummen an Heizkosten verschlingen.

Schritt zu mehr Nachhaltigkeit

Den möglichst energieeffizienten Neubau bezeichnet Andrea Gollwitzer als einen „weiteren Schritt in Richtung unserer Nachhaltigkeitsstrategie“. Aber es geht nicht ausschließlich um eine bessere Öko-Bilanz. Das neue Gebäude, das die Vohenstraußer Firma Reger entworfen hat und bauen wird, solle nicht nur ein Eyecatcher sein, wie der Flosser Bürgermeister sagt, sondern auch ein attraktives Zuhause für die bestehende Belegschaft wie für neue Mitarbeiter. „Wir wollten auch einfach etwas Schönes“, sagt Andrea Gollwitzer.

Die Unternehmerfamilie vor dem Stammhaus, das in Kürze für das neue Bürogebäude Platz machen soll: Harald, Andrea und Ludwig Gollwitzer (von links). Die Bäume rundum sollen so weit wie möglich erhalten werden.

Erinnerung an das "Silicon Valley"

Man denkt unweigerlich an Beschreibungen amerikanischer Firmen im Silicon Valley, wenn die Firmenchefin ihre Vorstellungen von einem modernen Bürogebäude schildert. Zwischen-Räume für das kurze Gespräch bei einem Espresso, Ruhe-Räume zum Nachdenken wie zum Entspannen, Büros, in die man sich zurückziehen kann, aber nicht abgetrennt ist. Harald Gollwitzer sagt: „Wir bieten viel, verlangen aber auch viel.“

Der Zeitplan ist je nach Baugenehmigung straff getaktet. Noch im Frühjahr soll das bisherige Wohnhaus abgerissen werden, im Mai der Bau beginnen. Gut ein Jahr später, im Sommer kommenden Jahres, soll das neue Gebäude bezogen werden. Den Baufortschritt dokumentiert das Unternehmen via Webcam auf der eigenen Homepage.

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Vohenstrauß
Hintergrund:

Harald Gollwitzer GmbH Spezialtiefbau

  • Unternehmen: 130 Mitarbeiter an den Standorten Floß (Hauptsitz), Chemnitz und Wildau bei Berlin, 15 Auszubildende
  • Kompetenz: Spezialtiefbau, Baugruben, Hochwasserschutz und Kanalbau; Aufträge vorwiegend im Norden Deutschlands
  • Geschichte: Familienunternehmen seit mehr als 60 Jahren; Gründung 1955
  • Jahresumsatz: nach eigenen Angaben aktuell 30 Millionen Euro

 

 

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