07.05.2021 - 10:20 Uhr
FlossOberpfalz

Floß lässt künftig "natürlich" blühen

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Der Markt will an mehreren Ecken blühen lassen, was sich dort natürlicherweise wohl fühlt. Er folgt damit einem Rat der Biologin Mathilde Müllner, wonach es gar nicht notwendig sei, Blühwiesen anzulegen, wenn man der Natur etwas Zeit gibt.

Bürgermeister Robert Lindner (vorn) und der OWV-Vorsitzende Markus Staschewski im Biotop „Rosserlohe“, um das sich der Waldverein seit Jahren kümmert. Flora und Fauna dort entwickeln sich gut, wie sich bei einem Termin mit Mathilde Müllner vom Naturpark gezeigt hat.
von Gabi EichlProfil

Der SPD-Sprecher Markus Staschewski berichtet dem Marktgemeinderat von einem Termin mit Mathilde Müllner, bei dem es um eine Bestandsaufnahme und um aktuelle Naturschutzprojekte im Markt ging. Die Biologin ist die Fachfrau für Landschaftspflege beim Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald, Staschewski war in seiner Funktion als OWV-Vorsitzender dabei. Der OWV pflegt unter anderem seit Jahren das Biotop „Rosserlohe“.

Rebhühner in der "Rosserlohe"

Flora und Fauna entwickelten sich dort gut, sagt Staschewski. Müllner habe viele Pflanzen gezeigt, die auf der Roten Liste stünden. Auch hätten sich seltene Schmetterlingsarten angesiedelt, und es seien sogar Rebhühner in der „Rosserlohe“ beobachtet worden.

Eine Beweidung mit Schafen sei jedoch erst vom Spätherbst an und nur auf bestimmten Flächen möglich, so die Aussage Müllners. Fraglich sei, ob sich das dann für den Flosser Schafzüchter rechne, der deswegen schon bei der Gemeinde nachgefragt habe.

Im oberen Teil des Biotops werden laut Staschewski die von Wühlmäusen zerstörten Apfelbäume ersetzt, und es werden die angeflogenen Pappeln entfernt. Um die einmalige Mahd des Biotops kümmert sich ein Landwirt aus Würzelbrunn.

Weniger erfreulich sei die Besichtigung eines weiteren kleinen Biotops am Fahrweg Richtung Gailertsreuth verlaufen. Dort habe ein Landwirt überackert, so dass bei stärkerem Regen Humus in das Biotop fließe, was die seltenen Pflanzen und Insektenbehausungen gefährde, sagt Staschewski. Beanstandet worden sei auch eine Ausgleichsfläche der Flurbereinigung Kalmreuth; dort lagerten Landwirte Feldsteine, und es seien alte Autoreifen entsorgt worden.

Grünflächen nur zweimal mähen

Außer diesen Biotopen ging es bei dem Termin um die Grünanlagen der Gemeinde. Die Pflege wurde mit Bürgermeister Robert Lindner und den Bauhofmitarbeitern Heinz Mandry und Sigi Schell besprochen. Müllner hat angeregt, frühestens Mitte Juli zum ersten Mal zu mähen. Nur dann hätten einheimische Pflanzen die Chance, zu blühen und als Nahrung für Insekten zu dienen.

Wie Bürgermeister Robert Lindner auf Nachfrage gegenüber Oberpfalz-Medien sagt, werde man künftig einige Flächen wie von Müllner vorgeschlagen pflegen, und zwar Flächen bei den Parkplätzen am Rathaus, in der Freizeitanlage Mühlpaint und am Nikolausberg. Dort werde man auch entsprechende Hinweisschilder aufstellen, damit die Bürger wüssten, warum hier nicht mehr regelmäßig gemäht werde. Als Abgrenzung zu den Parkplätzen am Rathaus empfiehlt Müllner Rosenstauden, deren Blüten im Sommer monatelang Insekten als Nahrungsquelle dienten.

Vorbild für private Gartenbesitzer

Staschewski weist im Gemeinderat darauf hin, dass der Markt hier Vorbild sein wolle für private Gartenbesitzer. Jeder, der in seinem Garten ein noch so kleines Stück der Natur überlasse und dieses maximal zweimal mähe, leiste einen wertvollen ökologischen Beitrag. Laut Müllner sei es gar nicht notwendig, künstlich eine Blumenwiese anzulegen; im zweiten Jahr setzten sich ohnehin diejenigen Pflanzen durch, die mit dem Boden am besten zurecht kämen.

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