22.11.2020 - 11:21 Uhr
FensterbachOberpfalz

Zukunftsvisionen für Dürnsricht

Kommunen müssen Zukunftsvisionen haben. Die Gemeinde Fensterbach hat damit begonnen, sie für ihren Ortsteil Dürnsricht zu entwickeln.

Zukunftsperspektiven für Dürnsricht: Vorrangig erscheint dem Städteplaner Volker Sahm ein Dorfzentrum, das im Bereich der denkmalgeschützten Kirche St. Ulrich (im Hintergrund) entstehen könnte. Aber auch mit Blick auf die durch den Ort führende Staatsstraße 2151 hat er Ideen.
von Autor HOUProfil

Es begann damit, dass Bürgermeister Christian Ziegler und seine zweite Stellvertreterin Marlene Groitl vor Monaten bei der Bezirksregierung in Regensburg vorsprachen und dort das Gespräch im Hinblick auf künftige Entwicklungsmöglichkeiten für Dürnsricht suchten. Das geschah zunächst vornehmlich mit Blick auf das ehemalige Sebald-Gelände am südlichen Dorfrand. Es wurde unterdessen zwar an einen Speditionsunternehmer verkauft. Doch er scheint das gesamte Areal nur anteilig für seine Schwerlastfahrzeuge zu brauchen.

"Wir haben bei der Regierung offene Ohren vorgefunden", informierte Christian Ziegler nun in einer Gemeinderatssitzung. Der Vorschlag, sich um die Aufnahme in das bayerische Städtebauförderungsprogramm zu bewerben, resultierte aus unterdessen mehrfach in Regensburg geführten Unterredungen. Offenkundig wurde dabei auch: Es soll bei den Zukunftsvisionen nicht nur um das ehemalige Sebald-Werksgelände gehen.

Zwischenzeitlich gibt es fachkundige Unterstützung durch den Stadtplaner Volker Sahm aus Memmeldorf. Er war in Dürnsricht und hat nach ausführlichen Erkundungen eine städetbauliche Grobanalyse erarbeitet, in der er Handlungsfelder aufzeigt. Sahm fasste seine Eindrücke auf 40 bebilderten Seiten zusammen. Sie lagen dem Gemeinderat nun in gedruckter Form vor.

Dringender Bedarf

Sahm macht deutlich, dass seiner Meinung nach "dringender Planungs- und Handlungsbedarf besteht". Der Experte erinnert daran, dass es bereits 1990 ein zusammenfassende Bestandsaufnahme gab. Darin war angeregt worden, für ein "eindeutiges Zentrum in Dürnsricht" zu sorgen, eine sinnvolle Grünstruktur zu schaffen, die Verlagerung des Betonwerks Sebald anzustreben und eine Sanierung des Klärweihers am südlichen Dorfand in Angriff zu nehmen. Nur die Verlagerung des Betonwerks sei bisher erfolgt, wird in Sahms Analyse angemerkt.

Im Bericht des Planers heißt es ferner, dass es leer stehende Gebäude gebe, die man neuen Nutzungen zuführen könnte. Zudem seien brach liegende Gewerbeflächen vorhanden. Der Planer spricht auch die durch den Ort führende Staatsstraße und deren Frequentierung an. Dann unterbreitet er Vorschläge und tut dies in dem Wissen, dass so manches Vorhaben sicherlich nicht in kurzen Zeitabläufen zu verwirklichen sein wird.

Lebendige Ortsmitte

Sahm rät vorrangig dazu, "eine lebendige Ortsmitte zu schaffen." Sie sollte die denkmalgeschützte Kirche St. Ulrich in den Mittelpunkt stellen. Der Fachmann empfiehlt außerdem eine Rahmenplanung für das ehemalige Sebald-Areal und kann sich dabei die Umsetzung in den Begriff Wohnen/Daseinsvorsorge vorstellen. Es gibt weitere Ideen: Den Bereich der Staatsstraße 2151 neu zu gestalten (eingedenk eines bisher fehlenden Radwegs), den Bereich des ehemaligen Klärweihers am südlichen Ortsrand zum Naherholungs- und Freizeitbereich zu machen sowie die Erstellung eines dörflichen Festplatzes. Auch ein kleiner Park gegenüber des Zentrums Kirche, Schule und Sportgelände auf einer bisher unbebauten Fläche wäre vorstellbar.

Das sind nur einige der Gedankenspiele, die Sahm entwickelt hat. Fraglos wird das viel Geld kosten. Doch da ist das Städtebauförderungsprogramm, aus dem es stattliche Zuschussmittel geben würde. Von der Bezirksregierung kam die Empfehlung, sich um eine Aufnahme im Jahr 2021 zu bewerben. Diesen Vorschlag gaben Christian Ziegler und Marlene Groitl nun an den Gemeinderat weiter. "Wir sollten es unter Vorlage von Sahms Grobanalyse probieren", empfahl der Bürgermeister dem Gremium. Es stimmte zu. Die Frage ist nun noch, ob Fensterbach bei seinem Aufnahmewunsch Gehör findet. "Das", hieß es in einem Redebeitrag, "wäre wie ein Sechser im Lotto."

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