10.11.2020 - 12:43 Uhr
FensterbachOberpfalz

Förderband und Zug lösen Lkw ab

Das Vorhaben ist im Planungsstadium. 600 Meter vom Bahnhof Freihöls entfernt will der Unternehmer Bernd Godelmann ein Stichgleis zu seiner Sandgrube bauen lassen.

Steil fällt der nördliche Sandgrubenrand in die Tiefe. Im bewaldeten Bereich dahinter, so sehen es die Planungen vor, soll das Stichgleis zum Tagebau führen.
von Autor HOUProfil

"Wir wollen Lkw-Verkehr von der Straße bringen": Mit diesem Argument begann Bernd Godelmann seinen Vortrag, als sich im Saal des Tempel-Museums Etsdorf (Kreis Amberg-Sulzbach) Vertreter von Fachstellen trafen, um das Projekt Stichgleis zu diskutieren. Weshalb im Tempel-Museum? Zunächst in einem Gasthaus geplant, musste die Zusammenkunft wegen Corona an diesen Ort verlegt werden.

Was hat der Betonsteinhersteller mit Firmensitz in Högling vor? Aus seiner Grube Freihöls kann Bernd Godelmann noch über den Zeitraum von mehreren Jahrzehnten den Rohstoff Sand für sein Unternehmen gewinnen. Der Abtransport ins Werk geschieht bisher über die Straße mit etlichen Lkw-Transporten täglich. Irgendwann soll dies aber mittels eines Förderbandes geschehen, das dann vom Tagebau aus direkt hinüber zum nicht weit entfernten Firmengelände führt. Das Band soll sowohl die Bahnlinie Schwandorf-Amberg als auch die parallel dazu verlaufende Staatsstraße 2151 überqueren.

Gleisanschluss zum Grubengelände

Das Vorhaben des Förderbandes ist, wenn man so will, noch eine Zukunftsvorstellung. In zeitlich greifbare Nähe aber rückt ein Stichgleis, das Godelmann im Bereich von Freihöls errichten lassen möchte. Beim Fachstellentermin in Etsdorf, zu dem unter anderen Vertreter der Deutschen Bahn, des Wasserwirtschaftsamtes Weiden und des Bergamts Nordbayern sowie der Fensterbacher Bürgermeister Christian Ziegler gekommen waren, verdeutlichte sich: Etwa 600 Meter westlich des Freihölser Bahnhofsgebäufes soll der Gleisanschluss nach links zum Grubengelände hin abzweigen.

Godelmann kauft Sandgrube in Freihöls

Erste planerische Weichen für den Schienenstrang sind gestellt. Das Gleis führt an den oberen nördlichen Rand des viele Hektar großen Tagebaus. Dort können eintreffende Waggons mit Sand-Fracht beladen werden, die für andere Produktionsstätten der Firma gedacht ist. Es wird aber nach Bernd Godelmanns Vorstellungen auch Entladungsvorgänge geben. Das ist dann der Fall, wenn per Bahn Materialien wie Steine eintreffen, die im Produktionswerk Högling gebraucht werden. Sie können dann über das ins Auge gefasste Förderband zum Unternehmensstandort gebracht werden. Auch damit wären laut Godelmann Lkw-Touren vermieden.

Andere Abbaumethoden

Vor wenigen Jahren hatte die Freihölser Bevölkerung Front gemacht gegen eine Erweiterung der Sandgrube. Dies geschah insbesondere wegen der dort nahezu regelmäßig erfolgten Sprengungen. Als Godelmann den Abbau von einem Vorbesitzer übernahm, wurden die Sprengungen eingestellt und ab dann mit anderen Abbaumethoden gearbeitet.

Beim Fachstellentermin in Etsdorf äußerte sich der Unternehmer jetzt konkret zu möglichen neuen Lärmbelästigungen, die durch das Stichgleis entstehen könnten. "Wir gehen von einem Zug in der Woche aus, es können auch zwei sein", ließen Bernd Godelmann und sein Technischer Leiter Josef Regler erkennen. Die Freihölser Bürger müssten auch keinen Lärm durch im Zusammenhang mit dem Gleis errichtete Anlagen wie etwa Steinzerkleinerungen befürchten. Solche Einrichtungen, so hieß es, werde es nicht geben.

Das Stichgleis muss nun noch diverse Hürden nehmen. Unter anderem die einer öffentlichen Auslegung. Den Herstellungsbetrag schätzte Unternehmer Godelmann auf zunächst rund 300 000 Euro. Das Förderband von der Grube zum Werk, bisher noch in einiger Ferne, dürfte hingegen weitaus kostenintensiver werden.

Ungewiss ist bisher, ob zwischen Sandgrube und Stichgleis ein bewaldeter Streifen entlang der Bahnlinie Schwandorf-Amberg und der Staatsstraße 2151 stehen bleibt. "Wir werden das versuchen", hieß es während der Zusammenkunft in Etsdorf.

Die Bahnlinie Schwandorf–Amberg bei Freihöls: 600 Meter westlich des Bahnhofsgebäudes will der Unternehmer Bernd Godelmann ein Stichgleis zu seiner Sandgrube errichten lassen.
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