02.12.2020 - 16:20 Uhr
Fahrenberg bei WaldthurnOberpfalz

Fahrenberg: Sorge um Skisport im Corona-Winter

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Normalerweise scharren um diese Zeit die ersten Skifahrer bereits mit ihren Stiefeln, freuen sich auf die Skisaison am Fahrenberg. Heuer dürfte die Vorfreude verhaltener ausfallen. Besonders natürlich wegen Corona.

Ob sich das Rad des kleinen Skilifts heuer drehen wird, muss abgewartet werden. Kinderskikurse finden im Corona-Jahr jedenfalls nicht statt.
von Elisabeth DobmayerProfil

Mit sorgenvoller Miene blickt auch der Vorsitzende des Turnvereins Vohenstrauß, Klaus Nigg, auf die bevorstehende Skisaison 2020/2021. Die Corona-Pandemie hält die Menschen fest im Griff und eine Besserung scheint so kurzfristig, trotz angekündigter Impfstoffe, nicht in Sicht. Wie wird der Winter unter der Corona-Klammer aussehen? Kommt überhaupt genug Schnee, der die Öffnung des Ski- und Snowboardzentrums auf dem Fahrenberg ermöglicht?

Marktrat sagt erneut Nein zu Skilift-Förderung

Leuchtenberg

„Wir halten uns exakt an die Vorgaben des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, die ergänzende Handlungsempfehlungen für die Erstellung von individuellen Schutz- und Hygienekonzepten für Seilbahnen herausgegeben haben“, erklärt Nigg. Fragen über Fragen türmen sich für den Verantwortlichen auf. Einig sind sich natürlich alle, dass sich bei einer Inbetriebnahme Ski- oder Snowboardfahrer streng an die gültigen Corona-Regeln halten müssen.

Klaus Nigg war mit TV-Geschäftsführerin Michaela Völkl und Liftbetreuer Andreas Gmeiner aus Oberbernrieth kürzlich auf dem Steilhang schon einmal vorab zu einem Ortstermin verabredet, um überhaupt abzustecken, ob eine Öffnung der Liftanlage unter diesen erschwerten Bedingungen Sinn machen würde. Dabei kamen die drei Gesprächspartner überein, dass eine Skiliftöffnung, vorausgesetzt Frau Holle beschert den nötigen Schnee, durchaus zu verantworten wäre. Der TV-Chef will den Hobbysportlern ein einzigartiges Skivergnügen dennoch gepaart mit höchstmöglicher Sicherheit bieten. Dieses Ziel haben sich die TV-Verantwortlichen für eine Öffnung auferlegt. Natürlich immer die aktuellen Gegebenheiten im Blick. „Wir können die geforderten Hygienebedingungen umsetzen und werden beim Liftbetrieb penibel auf Abstand sowie Mund- und Nasenbedeckung achten.“

Neue Linienführungen

An verschiedensten Stellen wie der Kassenanlage, dem Anstehbereich oder am Lift werden Desinfektionsmittel für die Sportler bereitgestellt. Zutritt zu den Toiletten könne maximal einer Person gewährt werden, macht Nigg die strengen Auflagen deutlich. Die Linienführung zur Liftanlage oder zum Kassenhaus werden durch Absperrungen vorgegeben, so dass nur ein Skifahrer diese Strecke mit dem nötigen Abstand passieren könne. Wer bereits im Besitz einer Liftkarte ist, werde dagegen eine andere Wegstrecke benutzen, um ungehindert zum Schlepplift zu gelangen. Die Liftanlage selbst kann ebenfalls nur einzeln benutzt werden, außer es handelt sich um Skifahrer aus dem gleichen Hausstand, führt Nigg aus.

Sollte die Kapazität des Lifts erschöpft sein, müssten die Wartenden ebenfalls auf den nötigen Abstand achten. Natürlich hofft Nigg, dass die Leute jetzt ihre Kontakte minimieren, damit vielleicht doch die Chance besteht, einen weitgehend fast normalen Skibetrieb zu ermöglichen. Der Turnverein habe das verbindliche Konzept auf Grundlage der derzeit geltenden Empfehlungen und Anordnungen aufgebaut. Mit den Skilehrern sei man übereingekommen, in diesem Winter keine Skikurse für Kinder abzuhalten, da der Kontakt in diesem Fall zwischen Ausbilder und Schüler zu eng wäre. „Wir wollen alle Gäste und Mitarbeiter ausreichend schützen.“

Trotz des ungewissen Starts werden die Lifte in Mehlmeisel beschneit

Mehlmeisel

Natürlich wäre es von großem Nutzen für den Betreiber, wenn ein rentabler Betrieb ablaufen könnte. Allein bei der Beschneiungsanlage müsse der Turnverein in gehörige Vorleistung gehen. „Da beschneist du Nacht für Nacht und irgendwann heißt es dann aufgrund der steigenden Corona-Zahlen, kein Liftbetrieb mehr möglich“, macht der Vorsitzende das Dilemma deutlich. Doch erst einmal bleibt nur übrig, abzuwarten, ob überhaupt genug Schnee kommt und ob die Skilifte öffnen dürfen.

Mountainbiker im Sommer?

Doch immerhin gehört der Wintersport nicht zu den Risikosportarten. „Skifahrer befinden sich an der frischen Luft, haben keinen Körperkontakt zu anderen, Mund- und Nasenschutz ist für die allermeisten Skifahrer sowieso schon bisher selbstverständlich, und Abstandsregeln können in der Regel auch auf der Piste eingehalten werden.“ Sollte der Liftbetrieb nach der für den Skisport schlechten Wintersaison 2019/2020 auch in diesen bevorstehenden Monaten nicht möglich sein, wird es für den Turnverein als Betreiber der Liftanlage brenzlig. Die Erstellung eines Konzepts, den Abhang auch für den Sommerbetrieb als Downhill-Strecke für Mountainbiker nutzen zu können, sei von der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Naturpark Oberpfälzer Wald in Auftrag gegeben worden, weiß Nigg. Er hofft, dass dieses Konzept möglichst bald vorgelegt wird, denn ewig warten könne der Verein nicht mehr. Man müsse sich über einen Fortbestand des Ski- und Snowboardzentrums unbedingt Gedanken machen.

Skifahrer befinden sich an der frischen Luft, haben keinen Körperkontakt zu anderen, Mund- und Nasenschutz ist für die allermeisten Skifahrer sowieso schon bisher selbstverständlich, und Abstandsregeln können in der Regel auch auf der Piste eingehalten werden.

TV-Vorsitzender Klaus Nigg

TV-Vorsitzender Klaus Nigg

Der Turnverein würde den Skilift trotz Corona öffnen, da man sich ein ausgeklügeltes Hygienekonzept überlegte. Allerdings braucht es dazu erst einmal Schnee.
Solche Bilder sind in der kommenden Skisaison gewiss nicht zu sehen. Abstand halten gilt als oberste Prämisse. Spaß haben könnte man aber trotzdem. Allerdings bleibt abzuwarten ob "Frau Holle ihre Betten schüttelt".
Hintergrund:

Ski- und Snowboardzentrum Fahrenberg

  • Gebaut wurde der Skilift in den 60er Jahren vom damaligen Landkreis Vohenstrauß
  • Initiator war der damalige Kreisbaumeister Ambros Ach
  • Das Ski- und Snowboardzentrum, das seit jeher vom Turnverein Vohenstrauß betreut wird, verfügt über eine Pistenlänge von rund 800 Metern
  • Die Bergstation liegt auf 786 Meter, die Talstation auf 669 Meter
  • Der Schlepplift mit T-Bügel-Anker hat eine Länge von 730 Meter und befördert bis zu 900 Personen pro Stunde. Daneben ist auch ein Kinderlift mit einer Länge von 45 Metern vorhanden
  • Skiliftbetreuer sind Hans Baierl aus Vohenstrauß und Andreas Gmeiner aus Oberbernrieth
  • Nachtskibetrieb ist bei Flutlicht möglich und die Abfahrt wird maschinell mit Schneekanonen beschneit
  • Die Abfahrt wird schwierigkeitsmäßig als leicht eingestuft
  • Skikurse betreuen der TV Vohenstrauß und der TSV Pleystein gemeinsam

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