21.02.2020 - 11:46 Uhr
EslarnOberpfalz

Zwei Bands, hundertfacher Spaß

Beim musikalischen „Fosend asgrom in Isling“ am Unsinnigen Donnerstag stehen zwei musizierende Ensembles mit Traktoren und eine echte Frauengruppe im Mittelpunkt.

Die beiden Faschingscombos "Schlutupers" und "Jesse-James" geben vor dem Rathaus ein Gemeinschaftskonzert.
von Karl ZieglerProfil

Das symbolische „Asgrom“ ist seit Jahrzehnten ein Fixpunkt des Faschings. Er entwickelt sich unter freiem Himmel alljährlich zu einer großen Party. Bereits am frühen Vormittag trafen sich knapp 100 Frauen und einige Männer zum Frühstück des Katholischen Frauenbunds im Pfarrheim. Ebenfalls zum Warmlaufen versammelten sich die Maschkerer der beiden Faschingscombos „Jesse-James-Band“ in der Sportgaststätte und „Schlutuper-Big-Band“ im „Böhmerwald“.

Nach dem Aufwärmen in den Hauptquartieren marschierten die Gruppen begleitet von ihren jeweiligen Anhängern von Westen und Süden kommend durch ihre Heimat. Die Musiker steckten in bunten Frauenkleidern, ihre Gesichter waren teilweise schwarz bemalt. Fesch zeigten sich auch die weiblichen Anhänger.

Ausgestattet mit Blas- und Schlaginstrumenten sowie einem Traktor mit Pflug pflegten die Gruppen das überlieferte Brauchtum. Bei ihrem Rundgang standen Besuche in Wirtshäusern, Geschäften und Banken sowie in den Senioreneinrichtungen auf dem Programm. Im Seniorenkreis feierte „Rosi“ im „K&S Lebenswelten“ mit Maria und Marion Klug ihren Geburtstag, und beim neuen Park am Tillyplatz wies ein Plakat den Musikern den Weg in die AWO-Tageseinrichtung.

Das närrische Volk brauchte nur dem bekannten bekömmlichen Hopfenduft zu folgen und wurde nach einigen musikalischen Kostproben vom Vorsitzenden Fritz Möstl mit seinem rührigen Team und zahlreichen Senioren mit AWO-Kommunbier entlohnt. In den Seniorenheimen und im Kindergarten spendierte als Bäcker verkleidet Bernd Reil mit seinen Gesellinnen Karin Stahl und Madeleine Hammerl sowie den Nachwuchsbäckern den Kindern und Senioren 210 Krapfen.

Auf der Straße lautstark auf sich aufmerksam machte das rein aus Frauen bestehende „Raiffeisen-Marktweiber-Geschwader", das mit viel Humor und seinem Leibwächter „d´Dotsch´n“ durch die Straßen zogen und den Kindern Chips spendierte. Dabei herrschte "Krawatten-Alarm". Die Jägerinnen waren mit scharf geschliffenen Scheren und flüssigen Trostpflastern gut vorbereitet und wussten beim Antreffen der Schlipsträger mit dem Werkzeug flink umzugehen.

So mancher Behörden- und Bankchef konnte bei dieser Übermacht nichts entgegen setzen. Im Nu war seine Krawatte auf Halbmast gestellt. Vorsorglich hatte sich Bürgermeister Reiner Gäbl als „schwarze Witwe“ verkleidet und sich unter das weibliche Volk gemischt. Um wenigstens das Rathaus vor der Übernahme zu schützen und das närrische Volk milde zu stimmen, schenkte der Bauhof am Zoiglbrunnen flüssige Kost aus.

In die große Zuschauerschar der fesch verkleideten Frauen mischten sich viele Männer in Frauenkleidern. Damit versuchte die männliche Spezies an diesem Unsinnigen Donnerstag zumindest annähernd Gleichberechtigung herzustellen. Nach der harten Heimattour der Musikgruppen folgte nachmittags am Rathaus ein längerer Halt und die Möglichkeit, etwas Flüssigkeit nachzutanken.

Mit einem traditionellen Gemeinschaftskonzert und einstudierten Soli bedankten sich die beiden Musikgruppen am Marktplatz für den überwältigenden Empfang und für Bier.

Zum Endspurt stimmten die Musiker und Sänger Manuel Meckl den "Böhmischen Traum" an, der als heimliche Nationalhymne der böhmisch-bayerischen Grenzregion gilt. Zahlreiche Zuschauer verfolgten das „Asgrom“ und verkosteten das „Islouer Kommunbier“. Den Unsinnigen Donnerstag ausklingen ließen die ermüdeten Faschingsgruppen „Jesse-James“ und „Schlutupers“ gegen Abend im Sportzentrum und im Böhmerwald, wo die Einnahmen in Flüssiges und Leckeres umgesetzt wurde.

In manchen Gewändern steckt auch mal ein Mann.
Das "Raiffeisen-Marktgeschwader" ist eine reine Frauengruppe.
Bürgermeister Reiner Gäbl versteckt sich unter Frauenkleidern und Perücke.
Die Bauhofmitarbeiter zapften den Zoiglbrunnen an und versorgte das närrische Volk mit Kommunbier.
Hinter einem Pflug marschieren die Musikgruppen durch Eslarn.
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