22.07.2020 - 11:10 Uhr
EslarnOberpfalz

Wanderheim des OWV Eslarn vor 30 Jahren eingeweiht

Mit dem Bau eines Vereinsheims vollbrachten Mitglieder und Helfer des OWV mit Unterstützung der Geschäftswelt und Behörden eine wahre Meisterleistung.

Seit 30 Jahren bereichert das OWV-Vereinsheim den Kurpark.
von Karl ZieglerProfil

Die ersten Gespräche für das OWV-Wanderheim erfolgten in den 70er Jahren und nach dem Baubeginn 1988 erfolgte 1990 die Einweihung. Das Vorzeigeprojekt grenzt an den Bürgermeister-Karl-Roth-Kurpark und den Vogelpark und zusammen gehört das Ensemble zu den Sehenswürdigkeiten von Eslarn. Bei Veranstaltungen öffnet das Wanderheim zu einem gemütlichen Kaffeeklatsch auch für Gäste.

Die ersten Gespräche beim Oberpfälzer Waldverein (OWV) anlässlich des Baus eines Vereinsheims am "Steinbühl" im Ortsteil Büchelberg fanden bereits in den 1970er Jahren unter Vorsitzendem Karl Bauriedl statt. Dem Vorhaben standen das Baugesetz und eine fehlende Erschließung entgegen. Erst 1988 setzte OWV-Chef Eduard Reil den Bau erneut auf die Tagesordnung und schlug als mögliche Standorte die drei Gemeindegrundstücke am Steinboß, östlich des Atzmannsees oder in den Hofweiherwiesen vor. Da die Örtlichkeit im Ortskern favorisiert wurde, bekamen die Hofweiherwiesen direkt neben dem bereits bestehenden Vogelpark den Zuschlag. Zudem entstand nach den Planungen der Gemeinde der Kurpark.

Dem Antrag auf die Überlassung des 750 Quadratmeter großen Teilgrundstückes stimmte der Marktrat zu, so dass die Planungen für das Gebäude in Holzbauweise in die Wege geleitet werden konnten. Mit Reil hatte der OWV einen bewährten Planer in seinen Reihen. Für das Bauvorhaben wurden 220.000 Mark veranschlagt, wobei das Bayerische Staatsministerium für Landesentwicklung einen Zuschuss von 17.100 Mark für die Parkanlage und der Landkreis Neustadt/WN 5000 Mark aus den Mitteln "Freiwillige Leistungen" gewährte. Zudem genehmigte das Arbeitsamt für eine Arbeitskraft 100 Prozent und die Gemeinde unterstützte auf Antrag mit 30 Festmeter Bauholz sowie der Übernahme von Material- und Maschinenstunden. Weitere 40 Festmeter Holz spendierten umliegende Waldbesitzer aus Eslarn, Thomasgschieß, Bruckhof, Gmeinsrieth, Passenrieth, Putzhof und Oberaltmannsrieth. Die benötigte Restmenge von 30 Festmeter erwarb der OWV vom Staatsforst.

Der Holzeinschlag erfolgte unter der Regie von Josef Bauer noch 1988. Entgegenkommen beim Holzschneiden und der Bereitstellung eines Trockenlagers für die Bretter zeigten die Sägewerke Siegfried Reindl und Josef Kleber. Am 28. März 1989 erfolgte in den Hofweiherwiesen der Spatenstich für das Vereinsheim. Baggerführer Johann Hölzl hob das Fundament aus. Viele Mitglieder und Bauhandwerker sorgten dafür, dass bereits am 5. Mai 1989 die Gebäudeumrisse fertig gestellt werden konnten. Die Raupen- und Baggerführer beseitigten umfangreichen Bauschutt und mussten sich mit unkontrollierten Wassereinleitungen, starken Versumpfungen und knietiefem Lehmboden abmühen. Die Mitglieder leisteten beim Bau des OWV-Heims und der Freizeitanlage 3450 Arbeitsstunden. Kräftig packten vor allem bei gärtnerischen Arbeiten die Damen an, die auch im Gebäude für den Feinschliff sorgten.

Unterstützung leistete die örtliche Geschäftswelt mit Fahrzeugen, Maschinen, Gerüst und Geräten. Viele Stunden für den OWV opferten vor allem die Rentner Georg Zierer und Albert Schmid sowie der OWV-Bauführer Josef Bauer. Beim Innenausbau war Anton Gleißner mit seinem umfangreichen Maschinenpark eine wertvolle Hilfe. Trotz der noch ausstehenden Arbeiten konnte bereits Ende 1989 zur ersten Sitzung und Weihnachtsfeier ins neue Vereinsheim eingeladen werden. Gemütlichkeit versprachen 70 Sitzplätze, eine Teeküche, Toiletten, ein Werk- und Arbeitsraum. Heute ist von den Mühen und Plagen nichts mehr zu sehen. Ein stattliches Holzhaus, ein Teich mit Seerosen und eine begrünte Anlage mit Parkplätzen und befestigten Wegen lassen die enormen Schwierigkeiten vergessen.

Treue zum Eslarner Waldverein gewürdigt

Eslarn

Die Einweihung des Vereinsheims an der Erholungsallee 1 erfolgte im Rahmen des 68-jährigen OWV-Jubiläums mit einem siebentägigen Festprogramm am 3. Juni 1990. Das Jubelfest der OWV-Mitglieder bereicherten Festredner Staatsminister August R. Lang, ein Festgottesdienst, Sänger und Musiker aus Bayern, Böhmen und Sachsen, die Anwesenheit der OWV-Hauptvorstand, Fachwarte, Vereine, Bevölkerung und Gäste.

In den Jahren von 1988 bis 1990 baute der OWV das Wanderheim.
Solidarisch packten die Mitglieder des OWV beim Bau des Wanderheims kräftig mit an.
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