25.05.2021 - 12:20 Uhr
EslarnOberpfalz

Trauer um Josef Karl: Bezirkskaminkehrer mit Leidenschaft

Eslarn trauert um Josef Karl. Der Bezirkskaminkehrer a.d. zeigte als Marktrat und Mitglied in Vereinen aktives Engagement. Nun verstarb Karl im Alter von 85 Jahren.

Anlässlich der Einweihung des Vogelparks 1985 überreichte der damalige Vorsitzende Josef Karl (rechts) an den damaligen Pfarrer Hugo Wagner ein Geschenk.
von Karl ZieglerProfil

Das Herz des beliebten und solidarischen Josef Karl, einem gern gesehenen Gesprächspartner und außergewöhnlichen Natur- und Tierfreund, hat nach schwerer Krankheit am 19. Mai aufgehört zu schlagen. Die Beisetzung Karls am Friedhof fand am Samstag, 22. Mai, vor dem Sterbeamt im engsten Familienkreis statt. Das bewegte Leben würdigten in der Pfarrkirche Pfarrer Erwin Bauer und in einem Nachruf Karin Stahl, Vorsitzende der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG).

Die Wiege von Josef Karl stand am 8. November 1935 in Waldthurn. Dort wuchs er als drittes Kind von Berta und Josef Karl auf und verbrachte seine Kinder- und Jugendjahre. 1951 erlernte er das Handwerk eines Kaminkehrers, legte mit Erfolg Gesellen- (1954) und Meisterprüfung (1959) ab. Bereits in seinem Geburtsort Waldthurn war Karl Mitglied im Schützenverein und übernahm in der Feuerwehr ehrenamtliche Verantwortung.

Am 13. Oktober 1961 führte er Marianne Beierl am Wahlfahrtsort Fahrenberg zum Traualtar, 1977 bauten sie in Eslarn ein Einfamilienhaus. Aus der Ehe gingen fünf Kinder und acht Enkelkinder hervor. Nach der Anstellung als Bezirkskaminkehrermeister des Kehrbezirks Kirchenthumbach folgte 1975 der Wechsel zum Kehrbezirk Schönsee, welcher auf seine Initiative hin in Kehrbezirk Eslarn umbenannt wurde. Seinen Traumberuf führte der "Schloutfeger Sepp", wie er liebevoll unter den Eslarnern genannt wurde, mit Leidenschaft aus.

Mit seiner offenen, freundlichen Art und ausgeprägten Hilfsbereitschaft fand Josef Karl in seiner geliebten Wahlheimat bald viele Freunde und Anerkennung. Gemeinsam mit Gleichgesinnten gründete er 1977 den Vogelzucht- und -schutzverein und stellte sich 1983 zehn Jahre an die Spitze des Vereins. Der Vogelzüchter mit Leib und Seele war auch der Ideengeber für den Bau der Vogelzuchtanlage im Kurpark. Die Vereinsmitglieder vollbrachten 1985 damit ein wahres Meisterwerk und schufen eine Attraktion für Eslarn.

Karls leidenschaftliches Engagement während der rund 45-jährigen treuen Mitgliedschaft galt vor allem der Natur um Eslarn mit der reichlichen Pflanzen- und Tierwelt. Mit voller Hingabe züchtete Josef Karl Kanarienvögel, später Ziertauben und Fasane. Sein Interesse an der Gemeindepolitik krönten die Wähler von 1984 bis 1990 mit der Wahl in den Marktgemeinderat. Im April 1995 wurde er Mitglied bei der FWG, vertrat die Interessen der Eslarner und seines Vereins und stand jedem stets hilfsbereit zur Seite.

"Er brachte seine langjährige kommunalpolitische Erfahrungen in die Diskussionen mit ein und war stets ein gern gesehener Gast und Gesprächspartner", erinnerte FWG-Vorsitzende Karin Stahl. Seine aktive Mitarbeit würdigte die FWG 2020 mit der Ernennung zum Ehrenmitglied. Nach schwerer Erkrankung musste Josef Karl 1995 vorzeitig in den Ruhestand und nach einen Schlaganfall im Juli 2020 wurde er von seiner Ehefrau bis Mitte Januar 2021 liebevoll gepflegt. Nach Aufenthalten im Pflegeheim und Krankenhaus verstarb der Bezirkskaminkehrermeister a.D. nun im Klinikum Weiden. Der Nachruf "Als die Kraft zu Ende ging, war es nicht Tod, sondern Erlösung" spiegelt den Leidensweg des Verstorbenen wieder. "Im Oktober hätten Marianne und Josef Karl die Diamantene Hochzeit feiern können", fügte Pfarrer Bauer an. Bei der Beisetzung verabschiedete sich die Familie Karl mit Dankbarkeit für ein erfülltes Leben.

Die Einweihung der Vogelzuchtanlage nahm 1985 Pfarrer Hugo Wagner im Beisein von Vorsitzenden Josef Karl und zahlreicher Gäste vor.
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