07.05.2021 - 16:11 Uhr
EslarnOberpfalz

Schock im Marktrat: Kirchenverwaltung lehnt Bauträgerschaft ab

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Eslarn soll nach der Vorstellung der Kirchenverwaltung und der Diözese die Bauträgerschaft über den Kindergarten St. Elisabeth übernehmen. Dann aber würde sich Bürgermeister Reiner Gäbl nicht vorschreiben lassen, wer den Betrieb übernimmt.

Uneinigkeit besteht beim Markt Eslarn und der Katholischen Kirchenverwaltung, wer die Bauträgerschaft bei der Kindertagesstätte St. Elisabeth übernimmt.
von Walter BeyerleinProfil

Der Markt Eslarn soll die Bauträgerschaft an der Kindertagesstätte St. Elisabeth übernehmen. Die Katholische Kirchenstiftung wird dann eine reine Betriebsträgerschaft sein. Das teilte Pfarrer Erwin Bauer mit einer E-Mail am Vormittag des 4. Mai Bürgermeister Reiner Gäbl mit. „Wenn wir die Bauträgerschaft übernehmen, lassen wir uns die Betriebsträgerschaft nicht vorschreiben.“ Mit dieser deutlichen Aussage schloss Bürgermeister Reiner Gäbl die vorhergehende Diskussion im Gremium ab.

Mit dieser Entscheidung, die nach den Worten des Bürgermeisters völlig überraschend kam, erhofft sich die Kirchenverwaltung eine Beschleunigung und Erleichterung bei der offiziellen Erweiterung der Kita um die fünfte Gruppe. Damit steht nach den Worten Gäbls fest, dass die Kirche nicht bereit ist, Maßnahmen zur Einrichtung der fünften Gruppe zu treffen.

Situation offen

Bürgermeister Gäbl schilderte dem Gremium und der Zuhörerschaft sein weiteres Vorgehen nach Erhalt dieser Mail. So habe Diözesanarchitekt Marc Hiller diesen Sachverhalt bestätigt, der nach dessen Worten mit der Katholischen Kirchenstiftung entsprechend vereinbart worden sei. „Bei der eigentumsrechtlichen Übernahme des Kindergarten durch den Markt Eslarn müssen wir von Millionen reden“, meinte Bürgermeister Reiner Gäbl. „Wie geht´s denn weiter“, sei deshalb die momentane Frage.

Neuen Raum in Kindertagesstätte übergeben

Eslarn

Siegfried Wild (SPD) zeigte sich „geschockt“. Das Verhalten der Kirche zeige welchen Stellenwert die Kinderkrippe habe. „Ein starkes Stück“, meinte Wild zum Sachverhalt, auch wenn derzeit keinerlei Angaben über einen möglichen Kaufpreis vorliegen. Hier müsse berücksichtigt werden, dass der Markt Eslarn ohnehin die meisten Kosten bei Baumaßnahmen übernommen habe. Daniel Zimmermann, Abteilung Finanzen der Diözese Regensburg, hat laut Gäbl erklärt, dass das ehrenamtliche Engagement der Katholischen Kirchenstiftung in den letzten 25 Jahren beim Erwerb berücksichtigt werden müsse. „Wir werden von Seiten der Kommune auch ein Gutachten zur Ermittlung des Preises in Auftrag geben müssen“, erklärte das Marktoberhaupt. Wolfgang Voit (CSU) sieht die Notwendigkeit zeitnah eine Lösung zu finden, das Gebäude zu einem realistischen Kaufpreis zu erwerben. Hier sei zu berücksichtigen, dass der größte Teil der Ausbau- und Sanierungskosten von der Gemeinde bezahlt worden sei.

Zum eigentlichen Tagesordnungspunkt „Zustimmung zu weiteren Maßnahmen“ in der Kindertageseinrichtung erinnerte der Bürgermeister das Gremium daran, dass der Markt Eslarn die sogenannte Dehn-Gruppe eingerichtet habe, die auf eine Zeitdauer von zwei Jahren genehmigt worden sei. Bei der letzten Besichtigung der Baustelle durch den Bauausschuss hatte Architekt Josef Schönberger die Entfernung einer Außenmauer für die Anlegung zusätzlicher Parkplätze sowie die Errichtung eines Revisionsschachtes angeregt. Gleichzeitig betonte der Architekt bei dieser Besichtigung, dass mit Kostensteigerungen bei der Erweiterung der Kinderkrippe nicht zu rechnen sei.

Weitere Ortsbesichtigung

Unabhängig davon will Gäbl bei der Bauausschusssitzung am 12. Mai nochmals eine Ortsbesichtigung vornehmen. Einen Weiterbau der Krippe ohne entsprechenden Vertrag schloss er aus. Das Marktoberhaupt machte das Gremium aufmerksam, von seiner Seite aus seit zwei Jahren auf die Verpflichtung der Kommune für die Bereitstellung von Kita-Plätzen hingewiesen zu haben. „Ich habe rechtzeitig den Finger gehoben“. Seit Monaten sei von der Kirchenverwaltung „gepredigt“ worden, dass eine Betriebsträgerschaft nicht übernommen werden könne, wenn die Pfarreien Eslarn und Moosbach zusammengelegt werden. „Das spielt jetzt alles keine Rolle mehr“. Zum Beschluss, dass der Bauausschuss ermächtigt werde, die Vergabe der noch ausstehenden Arbeiten hinsichtlich Parkplätze und Revisionsschacht zu vergeben, erhob sich eine Gegenstimme.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.