21.04.2021 - 12:07 Uhr
EslarnOberpfalz

Eslarner Original: Trauer um Reinhard Fritsch

Der bürgerliche Name Reinhard Fritsch dürfte in Eslarn weniger bekannt sein, da er von seinen Freunden stets liebevoll "Tschechen-Reiner" genannt wurde. Jetzt ist Fritsch plötzlich und unerwartet verstorben.

Reinhard Fritsch.
von Karl ZieglerProfil

Die Wiege des am 12. Februar 1949 geborenen Reinhard Fritsch stand in Falkenau in der Tschechischen Republik. Sein Wohnsitz lag in der Nähe beim Wallfahrtsort "Maria Kulm", einer der größten und bekanntesten in Westböhmen. Das Ehepaar Anna und Anton Fritsch zog mit den Kindern, Helena und Reinhard, nach Eslarn und erwarb 1974 das "Koiserschneinda-Haus" an der Sportplatzstraße.

Reinhard Mitglied wurde beim Turn- und Sportverein und Bayernfanclub. Bereits bei seinem Beitritt wünschte er sich bei seiner Beisetzung musikalische Klänge an seinem Grab. Ein gern gesehener Gast bei jeder Musikveranstaltung, allen Vereinsfeiern und im alten Sportheim war Reiner und sein Vater, der von den Mitgliedern liebevoll "Dada" genannt wurde. Bekannt wurde Reinhard Fritsch auch durch sein liebevollen Spruch "zollst a Seidl", dem fast jeder gerne nachkam. Der Grund dürfte vor allem in seiner Hilfsbereitschaft gelegen haben.

Den Freunden und Bekannten half er beim Holzmachen, der Rasenpflege oder bei Gartenarbeiten. "Seinen" TSV unterstützte er beim Mähen der großen Fußballplätze. Er war sozusagen "Mädchen für alles", da ihm keine Arbeit zu viel war. Unterstützung gewährte er auch dem Bayernfanclub, in dem er ebenfalls lange Jahre Mitglied war. "Eslarn verliert einen Menschen, den man als Urgestein bezeichnen kann", erzählt Bayernchef Markus Kleber. Der Eslarner war in seiner persönlichen Art ein Original, düste tagtäglich mit seinem Elektro-Roller, auch mal mit Anhänger durch Eslarn.

Nach dem Tod seiner Eltern und seiner Schwester Helena lebte er alleine. Seine größte Freude waren die Faschingsumzüge, bei denen er mit einem Pflug durch Eslarn unterwegs war. In den letzten Jahren besuchte "Reiner" mit seinem engsten Freund Johann Pemsl letztmals seinen ehemaligen Heimatort in Tschechien. Beide schwärmten von der beeindruckenden Landschaft. Aufgrund einer schweren Krankheit verbrachte Reinhard Fritsch die letzten Monate im örtlichen Seniorenheim "K&S Lebenswelten". Am 27. März 2021 verstarb er unerwartet im Klinikum Weiden.

Nach Absprache mit seinem Neffen Johannes kümmerte sich der TSV um Vorsitzenden Thomas Meckl und Fabian Dimper, der beim Markt Eslarn für die Friedhofsverwaltung verantwortlich zeichnet, um eine Grabstelle. Am vergangenen Samstag erfolgte die Urnenbeisetzung. Im Beisein Verwandter, einer kleinen Abordnung des TSV mit Vereinsfahne und vom Bayernfanclub fand im engsten Kreis die Urnenbeisetzung statt. Das Segensgebet und tröstende Worte sprach Pfarrer Erwin Bauer. Leider war coronabedingt keine Trauerfeier mit all seinen Freunden möglich – und auch nicht die Erfüllung seines Wunsches nach einem musikalischen Abschied.

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