27.07.2020 - 12:20 Uhr
EslarnOberpfalz

Eslarner Kurpark grünt seit 25 Jahren

Die grüne Insel inmitten der Marktgemeinde ist beim Heimatfest 1995 der Öffentlichkeit übergeben worden. Der Wegbereiter des Areals erlebt die Einweihung allerdings nicht mehr.

Inmitten des Ortes entstand eine grüne Oase.
von Karl ZieglerProfil

Die Umsetzung des Bürgermeister-Karl-Roth-Kurparks erinnert an die elfjährige Amtszeit des gleichnamigen Marktoberhaupts. Die Fertigstellung der grünen Lunge in den Hofweiherwiesen mit einem Auftragsvolumen von rund einer Million Mark, die mit Zuschüssen gemindert werden konnten, dauerte von der Planung bis zur Fertigstellung rund fünf Jahre. Im 23.000 Quadratmeter großen Terrain sorgen 600 Pflanzen und 90 Bäume für eine grüne Oase, die jederzeit ohne Eintrittsgeld betreten werden kann. Das herrliche Areal trübt seit der Fertigstellung ein Arm- und Wassertretbecken ohne Wasser.

Große Grünfläche

Der Gemeinderat um Bürgermeister Karl Roth, der von 1984 bis 1995 Rathauschef war, schuf in den Loisbachauen inmitten von Eslarn eine große Grünfläche. In der Loisbachsenke haben vor Jahrhunderten bereits die Händler aus dem bayerischen Kurfürstentum auf ihren Weg ins Böhmische ihre Pferde und Ochsen getränkt und weiden lassen und sich auf ihrem beschwerlichen Weg eine kleine Rast gegönnt. Da durch die einsetzende Motorisierung der Rastplatz seine Bedeutung verlor und in den Jahren die landwirtschaftlich genutzte Fläche wegen der alljährlichen Überschwemmungen keine erstklassigen Ertrag erbrachte, entfachte der Wunsch, hier einen Erholungsort zu schaffen. Den Weg dazu ebnete die Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung mit der Erstellung eines Verbindungsweges von der Brennerstraße bis zur Bahnhofstraße und dem Erwerb einer Teilfläche.

Unterirdische Stromleitung

Dazu kam 1979 vom Grundstückseigentümer und Unternehmer Herbert Bösl eine weitere Fläche von einem Hektar. Im Zuge des Flurbereinigungsverfahrens konnte von einem Landwirt eine weitere Talwiese abgekauft werden. Diese Flächen waren die Grundlage für den geplanten Kurpark, der sich wie eine "grüne Lunge" durch die prägende Loisbachsenke zog. Die beabsichtigte Idee, dass sich der Park bis zum Sägewerk Wildenauer im Süden ziehen sollte, konnte nicht umgesetzt werden. Zugleich wurde die Hochspannungsleitung, die durch das Tal lief, unterirdisch verlegt.

OWV-Wanderheim älter als der Kurpark

Eslarn

Im Oktober 1993 wurde ein Förderantrag an die Regierung der Oberpfalz für die Errichtung eines Kurparks auf den Weg gebracht. Das Vorhaben wurde mit Bewilligungsbescheid der Oberpfälzer Regierung und mit "Ziel-B5-Gebieteförderung" der Europäischen Union unterstützt. Einige Tonnen an Erdbewegungen waren notwendig, um auf einer Fläche von etwa zwei Hektar eine Wasserfläche, Feuchtwiesen, befestigte Spazierwege und Stege zu schaffen.

Müll in Kneipp-Anlage

Die Kneipp-Anlage mit Wassertret- und Armtauchbecken sollte rege genutzt werden, erhielt aber nie einen natürlichen Wasserzulauf, sondern wurde lediglich bei Festlichkeiten ab und zu mit Wasser gefüllt. Angedacht war die Verlegung einer Zuleitung von der Quelle am Vogelpark bis zum Kneippbecken. Dass das als Abfalleimer zweckentfremdete Kneipp-Becken auf der Homepage der Gemeinde, in Flyern und im Internet angepriesen wird, steht das Becken ohne Wasser seit Fertigstellung in den sozialen Medien in der Kritik.

Seit der Fertigstellung des Kurparks sammelt sich statt Wasser Unrat im Kneipp-Becken.

Auch ein Lehrgarten und gastronomische Wochenendbewirtschaftung wurden nicht umgesetzt. Am Rande des Kurparks entstand ein Musikpavillon mit Dachbepflanzung. Um die Sicherheit zu garantieren, legte die Kommune Wert auf eine großzügige Ausleuchtung des gesamten Geländes. Im östlichen Parkbereich kam die Natur durch die Anlage eines Trockenbiotops zu ihrem Recht. Inmitten der Anlage entstand ein Himmelsteich, in dem sich Seerosen, Schilf und Rohrkolben, aber auch Wasserbewohner ausbreiten. Breite Holzstege, die in ein Biotop reichen, verlocken, die Füße ins kalte Nass einzutauchen und dabei die scheuen Goldfische, stolze Störche oder einheimische und in den Vogelvolieren des angrenzenden Vogelparks exotische Vogelarten zu beobachten.

Auf die Anbindung des Parkgeländes an den Ortskern und der Landschaft angepassten Zugänge aus allen Richtungen legt der Gemeinderat besonderen Wert. Mit einem Kinderspielplatz wurde auch an die Familien gedacht. Im 23.000 Quadratmeter großen Terrain sorgen rund 600 Pflanzen und 90 Bäume für das nötige Grün. Nicht nur wegen des Artenreichtums wurden einheimischen Gehölzen und bodenständigen Pflanzen der Vorzug gegeben. Nach Fertigstellung segnete Dekan Hugo Wagner am 13. August 1995 den Bürgermeister-Karl-Roth-Kurpark. Der Namensgeber konnte sein Werk nicht mehr genießen, er starb am 13. Juli 1995. Zweiter Bürgermeister Horst Forster bezeichnete die Umsetzung des Kurparks als Herzensangelegenheit von Roth. Bürgermedaillenträger Josef Hösl hatte den Bau des Pavillons finanziell großzügig unterstützt. In den Jahren fanden Heimat-, Markt- und Vereinsfeste, Barthl- und Weihnachtsmärkte sowie Maibaumfeste und Serenaden statt.

Absage:

Kein Biergartenfest

Wegen der Corona-Pandemie hat das Landratsamt das für 31. Juli anberaumte Biergartenfest im Kurpark nicht genehmigt. Die Veranstaltung mit Sitzweil sollte nicht nur das Areal beleben, sondern auch an das abgesagte und auf 2021 verlegte Heimatfest erinnern.

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