26.02.2021 - 16:18 Uhr
EslarnOberpfalz

Mit Eslarner Hilfe warmes Wasser für das Bistumshaus

Bischof Beatus Urassa aus Tansania war zwei Jahre lange Pfarrvikar in Eslarn. Von seinen Freunden aus der Oberpfalz bekommt er immer wieder Unterstützung. Diesmal bei einem Bau einer Solarthermieanlage.

Mit den Plänen aus Eslarn entstand am Bistumshaus in Sumbawanga eine ökologische und stromsparende Solarthermieanlage.
von Karl ZieglerProfil

Die Verbindung von Tansania zu seinen Freunden nach Bayern, insbesondere nach Eslarn, lässt Bischof Beatus Urassa nicht abreißen. Nach der Priesterweihe 1997 in Tansania wirkte der Geistliche 2016 bis 2018 als Pfarrvikar in der Eslarner Pfarrei und wurde in seinem Heimatland 2018 Bischof der Diözese Sumbawanga.

Im Bistum kümmert er sich unermüdlich um schulische Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, fördert adäquate Krankenstätten und kämpft gegen Krankheiten, Hungersnöte, Wassermangel und aktuell gegen Corona. Das jüngste Projekt ist eine ökologische und stromsparende Solarthermieanlage zur Brauchwassererwärmung.

Als geistlicher und administrativer Leiter der in Tansania südwestlich gelegenen römisch-katholischen Diözese von Sumbawanga bemüht sich der hohe Würdenträger um ein erträglicheres Leben seiner tief gläubigen Gemeinschaft. Die enge Beziehung zur Natur entfachte in seinem Team den Wunsch nach einer Solaranlage. Bisher wurde das Warmwasser mit Hilfe von teuren Strom gewonnen, der über weite Strecken aus dem Nachbarland Sambia nach Tansania gelangt.

Für die Umsetzung seines Traums fehlten nur noch ein Plan und Geld. Die Lösung hatte spontan der um Rat gefragte Pfarrer Erwin Bauer parat. Auf Bitten des Ortsgeistlichen erstellte der Eslarner Installateur und Heizungsbauer Thorsten Kleber für die Solaranlage in Sumbawange kostenlos einen Plan und eine einfache, aber effektive Anleitung zur Umsetzung. Der Unternehmer nutzte ruhige Tage im Coronajahr für die auch für Laien verständliche Projektplanung.

Noch im gleichen Jahr startete im 10.710 Kilometer entfernten Sumbawanga am Bistumshaus eine Gruppe von fachlich versierten Helfern mit der Umsetzung der Selbstbau-Solaranlage. Ohne der detaillierten Aufzeichnungen aus Eslarn wäre dies nicht möglich gewesen. Auf dem Dach wurden Solarkollektoren installiert und durch das solarthermische Verfahren das in dünnen Röhren durchströmende Wasser aufgeheizt.

Das Wasser gelangt über einem am Dach installierten Warmwasser-Boiler über ein an der Hauswand verlegtes Rohrleitungssystem zu den sanitären Räumen. Mit dem Einfrieren der Außenleitungen ist aufgrund der ganzjährigen Sonneneinstrahlung in den tropischen Wintermonaten nicht zu rechnen.

Im Februar 2021 übermittelte Bischof Beatus seinem Mitbruder Pfarrer Bauer mit großer Freude und Dankbarkeit die frohe Botschaft: "Die Solaranlage funktioniert, und wir haben warmes Wasser". Die Mitbrüder, Mitschwestern und einquartierten Gäste freuten sich nach der Fertigstellung nicht nur über die umweltfreundliche Wärme, sondern auch über das Einsparen von Stromkosten.

"Im Juni haben wir noch darüber nachgedacht und die Umsetzung geplant, jetzt läuft das warme Wasser und jeder kann aus der Leitung eines holen und wir können durch die Sonnenenergie sparsamer wirtschaften", fasste Bischof Beatus die Fertigstellung zusammen. Für die Verwirklichung seines großes Traums dankte er mit dem tansaischen Gruß "Asante Sana" und schickte ein herzliches Vergelt's Gott nach Eslarn. Durch die einfache Bauweise der Anlage können in seinem Bistum weitere Interessenten einen positiven Nutzen daraus ziehen.

Doch auch hier zeigte das Leben wieder einmal, dass Freud und Leid oft Hand in Hand gehen. Die gute Botschaft wurde von der Erkrankung vieler Menschen, darunter auch Priester und Mitarbeiter, überschattet. "Die südafrikanische Coronamutation hat jetzt auch Tansania erreicht." Die Leute erkranken und viele Menschen, auch Priester sterben aufgrund fehlender Medizin innerhalb von 10 Tagen. "Vor allem die Leute auf dem Land wissen wenig von der Gefährlichkeit der ansteckenden Krankheit und haben auch keinen Schutz gegen Corona."

Bischof Beatus sorgt sich mit wenig vorhandenen Möglichkeiten um die Menschen, schließt alle in sein tägliches Gebet mit ein und bittet auch seine Freunde in Eslarn für alle zu beten. Besonders schwer erkrankt sei sein Sekretär Edgar, der nach einem Hospitalaufenthalt in Sumbawanga in die rund 900 Kilometer entfernte Hauptstadt nach Dar es Salam geflogen werden musste. "Die Nieren sind schlecht, und die Ärzte haben zweimal wöchentlich mit der Dialyse begonnen."

Der Frühling naht

Eslarn

Für Bischof Beatus Urassa hat Gott für die Welt und jeden Menschen einen Plan. "Die Menschheit muss sich wieder ganz Gott zuwenden und nur dann können wir für immer bei ihm sein." Mit dem bischöflichen Segen und lieben Grüßen dankte Bischof Beatus allen Unterstützern und Spendern. "Du bist nicht alleine", antwortete Pfarrer Erwin Bauer auf die E-Mail und versprach, alles zu tun, um die christliche Arbeit seines Freundes in Tansania mit Spenden zu unterstützen.

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