03.02.2021 - 14:54 Uhr
EslarnOberpfalz

Eslarn bekommt neue Kläranlage

Der Markt Eslarn errichtet eine neue Kläranlage. Das soll nach einer vorläufigen Schätzung rund 5,5 Millionen Euro kosten.

Ausgedient nach 50 Jahren hat der Schreiber-Tropfkörper (links). Die Kläranlage Eslarn wird nach der "Ertüchtigung" ein völlig neues Aussehen haben.
von Walter BeyerleinProfil

Der Marktgemeinderat erteilte in der Sitzung am Dienstagabend einstimmig den Zwick Ingenieuren Weiden den Auftrag für die Erstellung der Vorplanung einer neuen Kläranlage. Günter Schwab hatte zuvor dem Gremium drei mögliche Varianten vorgestellt. Die Kosten belaufen sich nach einer vorläufigen Schätzung auf rund 5,5 Millionen Euro.

Bürgermeister Reiner Gäbl meinte in seiner Einleitung, dass die Benennung des Tagesordnungspunktes mit „Ertüchtigung der Kläranlage“ dem Grunde nach nicht richtig sei. Es handle sich vielmehr fast um einen kompletten Neubau der Kläranlage. Die jetzige Abwasserbeseitigungsanlage ist 50 Jahre alt. „Ich kenne keine Anlage mit einer so langen Lebensdauer, das ist ein Zeichen, dass wir gute Mitarbeiter in der Kläranlage haben“, freute sich das Marktoberhaupt. Das Wasserwirtschaftsamt fordere aber neue Techniken zur Reinigung des Abwassers, so dass bereits im Jahr 2019 mit den Überlegungen begonnen wurde, welche Konsequenzen sich daraus für den Markt Eslarn ergeben, sagte der Bürgermeister.

Aufgrund der Auftragssumme ergab sich die notwendige Ausschreibung auf europäischer Ebene. Hier habe sich der Markt Eslarn für das einheimische Büro Zwick Ingenieure entschieden, weil dies auch „vor Ort“ sei. Der entsprechende Auftrag wurde dem Ingenieurbüro nach den Worten Gäbls im Januar 2020 erteilt.

Günter Schwab, unterstützt von Umut Begen, stellte dem Marktgemeinderat und den zahlreichen Zuhörern die drei ausgearbeiteten Varianten für den Kläranlagenneubau vor.

Bei den Planungen muss bei jeder Variante berücksichtigt werden, dass ein „unantastbares“ Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) an die Kläranlage angrenzt. Beim Kläranlagenneubau kann das bestehende Betriebsgebäude weitergenutzt werden, unabhängig davon sind Erweiterungsbauten notwendig. Ebenso bleibt das Rechenhaus bestehen, dessen Technik bei guter Wartung noch Jahrzehnte seinen Dienst leisten kann, meinte Günter Schwab. Der Sandfang muss neu gebaut werden. Die Unterschiede der Varianten ergeben sich aus der Anordnung der Belebungs- und Nachklärbecken. Wichtig aber: Die maschinelle Schlammentwässerung wird so angeordnet, dass die Schlammabholung von außen ohne Befahren des Kläranlagengrundstückes möglich ist. Bei der Bauausführung ist zu beachten, dass die bestehende Kläranlage bis zur Fertigstellung der neuen Kläranlage betriebsfähig sein muss.

Die elektrotechnische Ausstattung der Kläranlage ist laut Günter Schwab grundsätzlich nicht mehr zeitgemäß. So kann bei einer neuen Technik der Klärwärter über auftretende Mängel per Handy informiert werden und kann dann entscheiden, ob sein Erscheinen in der Kläranlage wegen einer angezeigten Störung notwendig ist.

Die neue Kläranlage wird für 4999 Einwohner ausgelegt, weil ab der nächst höheren Einwohnerzahl ebenso höhere Anforderungen an die Kläranlagenüberwachung gestellt werden. In jedem Fall muss die Kläranlage so gebaut werden, dass sie wenigstens 30 Jahre in Betrieb sein kann und die Anlagenteile auch noch danach funktionsfähig sind.

Günter Schwab empfahl dem Marktgemeinderat die Variante 1 zu wählen, weil hier die Nachklärbecken für spätere Zeiten Reserven haben.

Zur Finanzierung des Neubaus wies Schwab auf die sogenannte „RZWAs“ als Förderrichtlinie hin. Demnach kann der Markt Eslarn aufgrund seiner derzeitigen Einwohnerzahl mit einem Zuschuss von rund 675.000 Euro rechnen. Als Zeit zum Bau der neuen Kläranlage gibt die Förderrichtlinie das Jahr 2024 vor.

Jetzt muss laut Günter Schwab noch ein Statiker für die Berechnung der Becken gefunden werden. Die Erstellung der Entwurfsplanung wird zwei bis drei Monate in Anspruch nehmen. Anschließend kann der Förderantrag eingereicht werden. Im günstigsten Fall könnte nach Einschätzung Schwabs die Vergabe der Arbeiten im Herbst erfolgen. Im Frühjahr 2022 sieht er den Beginn der Arbeiten im jedem Fall gesichert.

Die Kosten belaufen sich bei Variante 1 auf geschätzte 5.509.000 Euro, bei Variante 2 auf 5.685.000 Euro und bei Variante 3 auf 5.883.000 Euro. Diese Schätzungen nannte Günter Schwab „seriös“ und auf dem derzeitigen Wissensstand beruhend. Die Kosten seien anhand der Baukosten vergleichbarer Anlagen errechnet worden. Einstimmig entschied sich der Marktgemeinderat für die Variante 1.

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