05.11.2020 - 16:19 Uhr
EslarnOberpfalz

„Chipsihalle“: Brandursache steht fest

Die Erdäpfelbauern der Erzeugergenossenschaft haben keine leichte Aufgabe: Die mit großer Mühe herangezogenen und geernteten Knollen müssen nun nach dem Brand wieder mit viel Aufwand entsorgt werden. Indes steht die Brandursache fest.

von Elisabeth DobmayerProfil

Nun ist die Ursache des Großbrandes geklärt: Ein technischer Defekt an dem Heißvernebelungsgerät ist laut dem Gutachter der Brandversicherung, der am Mittwochnachmittag im Beisein der ermittelnden Polizeibeamten aus Vohenstrauß und der Kriminalpolizei aus Weiden vor Ort war, Grund für den verheerenden Großbrand an der „Chipsihalle“ der Erzeugergenossenschaft Eslarn. Menschliches Versagen konnte definitiv und zweifelsfrei ausgeschlossen werden, heißt es im Polizeibericht der Vohenstraußer Beamten.

Die Gesamtschadenshöhe wurde nun nach Abschluss der Ermittlungen und der neu gewonnenen Erkenntnisse auf bis zu vier Millionen Euro hochgeschraubt. Allein der Wert der nun unbrauchbaren Kartoffeln beträgt rund eine Million. Dazu kommt der Schaden an den hölzernen Lagerboxen, am Gebäude und die rund 100-Kilowatt-Peak große Photovoltaikanlage, die vom Feuer vernichtet und beschädigt wurden. Der Vorsitzende der Erzeugergenossenschaft Markus Stahl zeigte sich nun trotz des Schadensbildes erleichtert, dass kein menschliches Verschulden als Brandursache in Frage kommt.

Bei diesem Heißvernebelungsgerät oder auch Bedampfungsmaschine handelt es sich um ein Gerät, durch das ein Mittel zur Eindämmung der Kartoffelkeimung nebelartig versprüht wird. Das Gerät und die dazugehörigen Mittel werden der Genossenschaft durch die Vertragsfirma Lorenz Snack-World aus Neunburg vorm Wald zur Verfügung gestellt, um die Erdknollen auf längere Zeit qualitätskonform lagerfähig zu halten. Erst wenn die Erdäpfel von der weiterverarbeitenden Firma angefordert werden, steht der kurze Transport nach Neunburg an. Bis dahin bleiben die Ernten in den Lagerdepots der jeweiligen Genossenschaften.

Kein Chips-Engpass zu befürchten

Neunburg vorm Wald

Nach derzeitigem Stand werden die geschädigten Kartoffeln jetzt zeitnah entsprechend lebensmitteltechnisch untersucht und anschließend drei Kategorien zugeführt, berichtete Stahl. Demnach könnte ein Teil der Knollen entweder in Biogasanlagen wandern oder kompostiert werden. Die völlig unbrauchbaren Erdäpfel kommen schweren Herzens in die Müllverbrennungsanlage. Eine endgültige Entscheidung fällt aber erst nach rund zwei Wochen, wenn der Genossenschaft die Untersuchungsergebnisse mitgeteilt werden, machte Stahl deutlich. „Es hat sechs Wochen gedauert, bis wir die Ernte einfuhren, deshalb geht es nun auch nicht von einer Stunde auf die andere, bis die Hallen leergeräumt sind.“

Wenngleich man alles daran setze, so schnell wie möglich zu handeln, um die Rauchentwicklung zu beenden. Diese Arbeiten sollen nach Zielsetzung der Erdäpfelbauern zusammen mit der Spezialabbruchfirma Hierold aus Moosbach unter Zuhilfenahme schwerer Geräte noch an diesem Donnerstag abgeschlossen werden können. Erst dann könne auch die Feuerwehr endgültig abgezogen werden, für die sich dieser Einsatz nach dem Brand am Montagvormittag sehr zeit- und arbeitsintensiv gestaltete und die seither rund um die Uhr im Drei-Schichtbetrieb Brandwache hielten. Die gut 2300 Quadratmeter große „Chipsihalle“ setzt sich durch eine 44 mal 36 Meter große Kistenlagerhalle und des später angebauten Loselagerhaltungsdepots mit 44 mal 17 Meter zusammen.

Der Erzeugergenossenschaft, die 1969 gegründet wurde, gehören noch 44 Mitglieder an, von denen aktuell noch 24 Landwirte den Kartoffelanbau stemmen, um die geforderte Vertragsmenge für die Veredelung von Knabberprodukten zu sichern.

Es hat sechs Wochen gedauert, bis wir die Ernte einfuhren, deshalb geht es nun auch nicht von einer Stunde auf die andere, bis die Hallen leergeräumt sind.

Markus Stahl, Vorsitzender der Kartoffelerzeugergenossenschaft Eslarn

Markus Stahl, Vorsitzender der Kartoffelerzeugergenossenschaft Eslarn

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