23.04.2020 - 10:27 Uhr
EschenbachOberpfalz

Zweite Auflage von „Plempl, Bist und Bockl“

Aus der Vergangenheit der Rußweiherstadt gibt es viel zu erzählen. So viel, das Bernd Thurn und Karlheinz Keck vom Heimatverein Eschenbach nun einen zweiten Band von „Plempl, Bist und Bockl“ herausbringt

Die zweite Auflage von „Plempl, Bist und Bockl“, die der Eschenbacher Heimatverein herausgebracht hat, enthält auch Geschichten über Gottfried Böllath
von hevProfil

Es ist schon einige Jahre her, dass Bernd Thurn und Karlheinz Keck vom Heimatverein Eschenbach den ersten Band mit Eschenbacher G'schichten – betitelt mit „Plempl, Bist und Bockl“ – herausgebracht haben. Das reich illustrierte Buch enthielt über fünfzig lustige und nachdenkliche Erzählungen aus dem Leben der Heimatstadt und seiner Umgebung. Stories von Originalen wie Ludwig Singhäuser, Baptist Lunz oder Resa Schönemann sind darin zu finden. Kurze Begebenheiten aus Kriegs- und Friedenszeiten, von Kommunbrauern, Pfarrherrn und Handwerksmeistern geben ein abwechslungsreiches Kaleidoskop der letzten 200 Jahre. Kein Wunder, dass die erste Auflage der Eschenbacher G'schichten bald ausverkauft war.

Jetzt hat der Heimatverein eine zweite Auflage von „Plempl, Bist und Bockl“ vorgestellt, diesmal als Paperback in ansonsten gleicher Aufmachung zum Preis von 9,90 Euro. Auch vom zweiten Band der Erzählungen namens „Boder, Knast und Donnerhall“ in gebundener Form (14,90 Euro) sind noch Exemplare vorhanden. Beide Bücher gibt es in der Stadt-Apotheke und in der Buchhandlung Bodner in Pressath zu kaufen. Auch beim Heimatverein kann das Buch per E-Mail an stadtapo.keck[at]t-online[dot]de bestellt werden. Die Zustellung und der Versand sind kostenlos.

Als Kostprobe des Buches seien zwei kurze Geschichten aus „Plempl, Bist und Bockl“ über Gottfried Böllath (1914-1980), Angestellter der Stadtgemeinde und passionierten Kunstmaler, zitiert.

"Einmal ging der Gottfried mit der Spindler (Tietz) Anni im Winter den Eschenbacher Stadtberg herunter. Sie redeten über dies und jenes und achteten nicht auf die winterlichen Tücken des Marktplatzes.

Plötzlich rutschten beide aus und knallten zu Boden, wobei es sich so fügte, dass der Gottfried auf die Anni fiel. Für ihn endete der Sturz glimpflich, da er gut abgefedert wurde, während die Anni laut aufschrie und ihr Bein festhielt, denn es war gebrochen. Als sich der Künstler wieder aufgerappelt hatte, bemerkte er trocken: „Andere Männer brechen den Frauen die Herzen. Ich brech` ihnen das Bein“.

Auch folgende Geschichte ist im Buch zu finden:

"Gottfried Böllath war ein starker Raucher. Er war es gewohnt, eine Zigaretten immer mit Streichhölzern anzuzünden, die er anschließend wegwarf. Nachdem er oft kein Streichholz parat hatte, wenn sein Laster wieder von ihm Besitz ergriff, kaufte er sich eines Tages ein Feuerzeug. Als er die erste Zigarette damit angezündet hatte, warf er das Feuerzeug nach alter Gewohnheit ebenfalls weg. Der Gottfried war seiner Zeit offensichtlich weit voraus. Er kann somit als Erfinder des Wegwerffeuerzeugs betrachtet werden".

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