23.04.2021 - 15:16 Uhr
EschenbachOberpfalz

Widerstand gegen PV-Anlage

„Rettet die Natur“ fordert seit wenigen Tagen ein Transparent an einem Flurweg westlich von Trag. Anlass ist der beabsichtigte Bau einer Photovoltaikanlage im Umfeld, der in der Stadtratssitzung Anlass zu unterschiedlichen Reaktionen war.

"Keine PV-Anlage" lautet die Forderung der Photovoltaikgegner.
von Walther HermannProfil

Zu den laufenden Planungen der interkommunalen Genossenschaft Neue Energien West eG hatte deren Sprecher Andreas Wilczek Stellung genommen und sich erfreut über das Angebot aus Trag gezeigt, zirka zwölf Hektar bisher landwirtschaftlich genutzter Fläche für eine PV-Anlage nutzen zu können. Er sprach von einer regionalen Wortschöpfung und berichtete von Vorgesprächen mit der Bayernwerk-Netz GmbH, nach denen die Anlage zur Lieferung von acht Millionen KW-Stunden führen werde.

weniger Nutzflächen

Während einer regen Aussprache mahnte Reinhard Wiesent an, dass der Grund für die Herstellung von Nahrungsmitteln immer kleiner wird und bei der Fortführung dieses Trends Nahrungsmittelimporte aus Russland und Südamerika folgen werden. Er forderte PV-Anlagen primär auf Dächern. Mit der Begründung „Ich kann nicht Öko-Strom bestellen, ich muss ihn auch herstellen“, sprach sich Thomas Riedl (Freie Wähler) für das Vorhaben aus.

Eschenbacher Räte forcieren Klimaschutz

Eschenbach

„Bester Ackerboden geht verloren“, mahnte Jürgen Schäffler (ÜCW) an und stellte grüne Energie importierten „schmutzigen Nahrungsmitteln“ gegenüber. Mit der Aussage „von irgendwo muss der Strom aber herkommen“, rückte Thomas Ott (SPD) die Vorteile der NEW-Genossenschaft in den Vordergrund. Mit einem Positionspapier der ÜCW sprach sich Andreas Hermann zwar deutlich für Photovoltaik und Windkraft auch vor unserer Haustür aus. Keinesfalls vertretbar hielt er jedoch einen Tausch von sauberem Strom gegen schmutzige Nahrungsmittel und den Verlust von 12 Hektar besten Ackerlandes mit höchster Bonität. In der Folge des Verlusts von Ackerland für die Bauern sah er einen „enormen Preisanstieg für die Anpachtung von Flächen. „Wir müssen die vorgebrachten Anliegen mitnehmen“, forderte Bürgermeister Marcus Gradl und rief zu Beratungen auf.

Erneuerbare ja, auf Ackerland nein

Das Transparent „Rettet die Landwirtschaft – Keine PVA auf Ackerland“ steht auf einem Grundstück von Markus Schneider, Thomasreuth. Ihm und weiteren Gleichgesinnten Landwirten ist am Erhalt von Ackerland gelegen. Gleichzeitig spricht er sich für erneuerbare Energie aus. Schneider erzeugt Biostrom auf verschiedenen Wegen in der Größenordnung von jährlich rund 300 000 KW, „ohne die Landschaft zu verschandeln“, wie er betont.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.