26.01.2020 - 10:39 Uhr
EschenbachOberpfalz

Vorträge über Heizen und Betriebsrenten bei Freien Wählern

Die Freien Wähler Eschenbach hatten zu einem Vortragsabend geladen. Bezirkskaminkehrer Richard Plößner und AOK-Betriebswirt Michael Brüchner stellten einige Änderungen vor, die zuletzt von der Bundesregierung beschlossen wurden.

Richard Plössner (links) und Michael Brüchner stellen sich Fragen zum Klimaschutzpaket 2030 der Bundesregierung und zu den jüngsten Änderungen zu Betriebsrenten.
von Walther HermannProfil

Das Klimaschutzpaket 2030 der Bundesregierung wird beeinflussen, wie wir in Zukunft heizen. Ab 1. Januar 2026 treten für Hauseigentümer erhebliche Einschränkungen für Ölheizungen in Kraft.

Zu einem Bürgergespräch hatten die Freien Wähler Bezirkskaminkehrer Richard Plössner geladen. Im „Matth sein Wirtshaus“ befasste sich der Energieberater mit dem neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) der Bundesregierung, mit dem die bisherige Energieeinsparverordnung (ENEV) und das Erneuerbare Energie-Gesetz (EEG) zusammengefasst werden. „Paragraf 72 des GEG enthält ein Betriebsverbot für Ölheizungen“, verkündete der Referent und sprach von einer erheblichen Förderung für Maßnahmen, die zu einer deutlichen Minderung von CO2 führen: Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen und Geschoßdecken, Erneuerung von Außenfenstern und –türen und von Heizanlagen.

Er untermauerte seine Aussagen mit einer Förderübersicht zum „Heizen mit erneuerbaren Energien 2020“. In ihr sind für bestehende Gebäude Fördersätze mit Austauschprämie Ölheizung von 45 Prozent für Heizungsanlagen „Biomasseanlage oder Wärmepumpenanlage“ und „Erneuerbare Energien Hybridheizung (EE-Hybride)“ angekündigt. Bei Gas-Hybridheizung mit erneuerbarer Wärmeerzeugung beträgt der Fördersatz 40 Prozent. Als Folge des neuen GEG sah der Kaminkehrer eine Überlastung der Heizungsbauer voraus.

Ab dem Jahr 2021 kündigte Plössner zudem Mehrkosten für Heizöl an, die ab 2025 für Einfamilienhäuser gar eine Größenordnung von jährlich zirka 390 Euro erreichen werden. Der Energieberater stellte sich stets Zwischenfragen der Zuhörer und ging ergänzend auf die Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung im Steuerrecht ein. Die Verordnung enthält Abschreibungsmöglichkeiten von sieben Prozent in den ersten beiden Jahren und von sechs Prozent im dritten Jahr, maximal jedoch 40.000 Euro pro Gebäude.

Ein Filmbeitrag vertiefte die Inhalte des Vortrags und gab zu erkennen, dass für die Umsetzung der Vorgaben des GEG viel Fachwissen erforderlich ist. Das Fazit Plössners lautete: „Erneuerbare Heizungen werden deutlich attraktiver. Die Zeit ist reif für klimafreundliche Heizungen. Ein Umdenken ist gefragt.“ Nach einer kurzen „Erholungspause“ ermunterte Ortsvorsitzender und Bürgermeisterkandidat Thomas Riedl die Bürger zu weiteren konkreten Fragen an den Energieberater.

Zur Frage nach Klimapolitik auf örtlicher Ebene nahm Zweiter Bürgermeister Karl Lorenz Stellung und erinnerte an das vor einigen Jahren von Professor Markus Brautsch erstellte Energiekonzept, das unter anderem zu Maßnahmen an Markus-Gottwalt-Schule, Rathaus und Bauhof geführt hat. „Wenn wir die Energiewende wollen, dann müssen wir auf allen Süddächern PV-Anlagen anlegen“, erklärte er. Lorenz könnte sich vorstellen, dass die Stadt jede Maßnahme mit 500 Euro fördert.

Mit Hinweis auf den Flugbetrieb rund um den Truppenübungsplatz verneinte Thomas Riedl die Möglichkeit zum Bau von Windrädern, sprach sich jedoch für ein Nahwärmenetz mit Biogas aus. Mit der Auswirkung der erst vor Weihnachten beschlossenen Gesetzesänderung zur Entlastung der Betriebsrenten befasste sich Michael Brüchner. Der AOK-Betriebswirt stellte die bisher stets kranken-und pflegeversicherungspflichtigen Rentenbezüge der bereits ab 1. Januar geltenden Regelung gegenüber, die Freigrenzen und Freibeträge beinhaltet. Mit Beispielen veranschaulichte er das Ergebnis der Schnellentscheidung des Bundestags, das teilweise zu Lasten der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds geht und Kosten von 1,2 Milliarden Euro verursacht. Abrechnungstechnisch sah er eine Umstellungszeit von einem Jahr voraus.

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