25.04.2021 - 09:51 Uhr
EschenbachOberpfalz

Stadtrat Eschenbach: SPD-Fraktion beantragt Modernisierung der Markus-Gottwalt-Schule

Die SPD-Fraktion im Stadtrat wünscht sich eine grundlegende Modernisierung des Altbaus der Markus-Gottwalt-Schule. Mit einem Antrag dazu will sie die Situation in der Schule "ins Blickfeld von Stadtrat und Öffentlichkeit rücken".

Die "grundlegende Modernisierung" des Altbaus der MGS beantragt die SPD-Fraktion im Stadtrat
von Walther HermannProfil

SPD-Fraktionssprecher Thomas Ott wandte sich mit einem Plädoyer an den Stadtrat und begründete den Antrag der Fraktion auf Modernisierung der Markus-Gottwalt-Schule (MGS) mit einer Fülle von Details zu Schulgebäude, Turnhalle und Außenanlagen. In seinen Ausführungen zum Sachstand blickte er zurück auf die 1950er Jahre. Der Umzug der Schule vom Pfarrplatz in das neue Gebäude in der Jahnstraße erfolgte zum Schulbeginn 1952. Er verwies auf jüngste Teilsanierungen wie die Umrüstung der Beleuchtung auf LED-Technik vor rund zwei Jahren und die energetische Sanierung des Gebäudes in den Jahren 2009/2010 und resümierte: „Eine grundlegende Sanierung fand hierbei nicht statt.“ Handlungsbedarf meldete er als Lehrkraft an der MGS für den Bereich Digitalisierung des Altbaus an, insbesondere vor dem Hintergrund, dass hierfür verfügbare Fördermittel von rund 100.000 Euro bis Ende 2024 genutzt werden können.

Zahlreiche Erneuerungen notwendig

Ott stellte Arbeiten vor, „die in jedem Fall notwendig sind und im Rahmen eines Konzepts mit eingearbeitet werden können“. Dazu zählte er: Erneuerung der Dacheindeckung inklusive Einschalung des Dachstuhls, Erneuerung der Fenster und Türen im Altbau inklusive der „Gefahrenstelle“ Haupteingangstüre, Generalsanierung der Turnhalle und deren Eindeckung, Erneuerung der elektrischen Anlage mit Einbau der zum digitalen Schulbetrieb notwendigen digitalen Verbindungsleitungen, Erneuerung der Fußböden und des Innenputzes, Erneuerung des seit 1957 bestehenden Wasserleitungssystems, eventuell nach vorheriger Wirtschaftlichkeitsberechnung, Umstellung der Heizanlage auf ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk zur Nutzung des Eigenstroms und der Abwärme, nach Rücksprache mit den Verantwortlichen des Schulverbandes schrittweise Erneuerung des Mobiliars in den Klassenzimmern und Instandsetzung der Treppenanlage am Haupteingang.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten konnte sich Ott als Synergieeffekt einen pädagogischen und schulprofilbildenden Mehrwert vorstellen durch Maßnahmen wie die Nutzung des „Klarnervilla“-Grundstücks für ein Freiluftklassenzimmer, Sitzbänke, Weidentunnel und Bolzplatz sowie den Anbau einer Außenkletterwand an der Nordseite der Schulturnhalle im Zuge der energetischen Außensanierung.

Nachbargelände nutzen

Da der Stadtrat bereits einen städtebaulichen Rahmenplan für das Gelände ehemalige Volksschule II und „Klarner-Villa“ eingeleitet hat, forderte Ott einen engmaschigen Zeitplan „für eine notwendige Modernisierung im Einklang mit der künftigen Nutzung des Geländes“. Als Hintergrund dazu erwähnte er „die Tatsache, dass die umfassende Sanierung des Altbaus nur unter Auslagerung des Schulbetriebs in ein Containerdorf möglich sein wird.“ Überzeugt zeigte er sich, dass dieses Containerdorf problemlos im Bereich des Geländes Volksschule II ausgebaut und betrieben werden kann, zumal auch der Schulbusbetrieb keinerlei Einschränkungen erfahre.

Der SPD-Sprecher dachte bereits einen Schritt weiter, als er die Nutzung eines Containerdorfes für den Fall einer Sanierung des Sonderpädagogischen Förderzentrums „für möglich und anzustreben“ erachtete, um mögliche Doppelausgaben durch Kommune und Landkreis zu vermeiden. Für sinnvoll, nach vorheriger Prüfung, hielt er zudem eine Mitnutzung der Containeranlage durch die Offene Ganztagsschule (OGTS).

Ott hält für den ersten Teil der Beratungen eine Ortstermin im Altbau der Schule für erforderlich, um aus Sicht des Schulleiters und des eventuell bereits beauftragten Architekten den Umfang der Arbeiten zu verifizieren und in nähere Planungen einsteigen zu können. Zum weiteren Teil seiner vorgeschlagenen Beratungen zählte er die Ermittlung der Kosten, die Klärung verfügbarer Fördermittel und die zeitliche Abstimmung mit einer möglichen OGTS-Erweiterung. Unter Hinweis auf die nicht unerheblichen Kosten war ihm für die nächsten Jahre an „Fingerspitzengefühl bei der Finanzplanung“ gelegen, „um überbordende Entnahmen aus der Allgemeinen Rücklage zu vermeiden“. Den Antrag seiner Fraktion ergänzte er mit einer Zeitschiene: Planung und Ausschreibung im laufenden Jahr und Mittelbereitstellung mit Beginn der Sanierungsmaßnahmen in 2022.

Zur Zielsetzung des Antrags brachte Ott eine Reihe von Gründen vor. Unter Hinweis auf die Grundlagen für weiterführende Schulen, die an der Grundschule gelegt werden, sah er in der MGS vor allem einen wichtigen Standortfaktor der Bildung. Mit Blick auf die „große Konkurrenz zu Gymnasium, Realschule und Wirtschaftsschule“ bekräftigte er, dass die MGS durch ein sehr gutes Schulklima, vielfältige Angebote zur Berufsbildung, Schüleraustausch, Sport und Freizeit durchaus attraktiv bleibt. Dies müsse auch für den Baubereich gelten.

Rahmenplan bereit eingeleitet

Die Erwiderung von Bürgermeister Marcus Gradl gipfelte mit Hinweisen auf den bereits eingeleiteten Rahmenplan, der auch die Turnhalle mit einschließt, und auf die bereits angedachte Besichtigung der Schule, deren Missstände bekannt sind. „Wir wissen, es liegt im Argen“, bekannte Gradl und versicherte: „Wir werden die erforderlichen Mittel in den Haushalt aufnehmen.“ Für wichtig hielt er es, die Modernisierung des Altbaus mit Verstand anzugehen. Da die Sanierung nicht bei laufendem Schulbetrieb möglich sei, gelte es, sich Gedanken zu einer Auslagerung zu machen.

Thomas Riedl (Freie Wähler) interessierte, inwieweit sich Sanierungskosten auf den Pro-Kopf-Beitrag der Schulverbandsmitglieder auswirken. „Dies wird vom Kämmerer berücksichtigt“, kündigte Gradl an. Sehr verwundert zeigte sich CSU/ÜCW-Sprecher Korbinian Dunzer, dass „innerhalb der zwölfjährigen Regentschaft der SPD das Thema Altbausanierung nicht angegangen worden ist“. Er zeigte daher wenig Verständnis für den Antrag der SPD-Fraktion und empfahl, die Sanierung erst nach Vorliegen des Rahmenplans wieder auf die Tagesordnung zu nehmen. Ott sah jedoch „keinen Zusammenhang bei Sanierung und Rahmenplan“. Der Bürgermeister beendete die Aussprache mit dem Aufruf noch einen Monat zu warten, bis der Rahmenplan des Stadtplaners vorliegt. Zudem gelte es „Forderungen der Regierung bezüglich Fördermitteln“ zu beachten.

Jugendsozialarbeit an der Markus-Gottwalt-Schule

Eschenbach
Über dem Haupteingang zur Schule ist das Alter der Bildungseinrichtung dokumentiert

 

 

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