18.09.2020 - 10:38 Uhr
EschenbachOberpfalz

Stadtrat Eschenbach für Kreisverkehr an Schloderer-Kreuzung

Die Spange Ost gehört bald endgültig der Vergangenheit an. Der Eschenbacher Stadtrat spricht sich für einen Kreisverkehr aus.

Ortstermin des Stadtrats: Durch den Bau eines Kreisverkehrs soll die Sicherheit an der stark befahrenen Schloderer-Kreuzung erhöht werden.
von Walther HermannProfil

Begleitet von hohem Verkehrsaufkommen auf der B 470 tagte der Stadtrat an der Schloderer-Kreuzung. Ziel von Bürgermeister Marcus Gradl war es, eine Entscheidung darüber zu erreichen, die risikoreiche Kreuzung durch eine bauliche Maßnahme zu entschärfen. Er bezog sich auf die Untersuchungsergebnisse zur Verbesserung der Verkehrsführung und auf den bevorstehenden deutlichen Anstieg der Arbeitskräfte im Gewerbegebiet „Am Stadtwald“.

Als Beitrag zur Verkehrssicherheit schlug er eine Lichtzeichenanlage vor und nannte dafür einen Kostenaufwand von rund 180 000 Euro. Als er als „eventuelle Option“ auch die Möglichkeit eines Kreisverkehrs vorbrachte, hatte er sofort Reinhard Wiesend auf seiner Seite: „Ein Kreisverkehr wäre mir lieber, auch wenn sich das Straßenbauamt vermutlich für eine Ampel ausspricht.“

Unterstützung dafür gab es von Harald Neustätter, der sich daran erinnerte: „Das Amt war in den vergangenen 30 Jahren noch nie Befürworter eines Kreisverkehrs.“ Wenn jetzt eine Chance dafür bestehe, sollte diese genutzt werden. Bürgermeister Gradl stellte der Ampel- die Kreisverkehrlösung gegenüber. Er sah in der beim Kreisverkehr eingebauten Querungsfurt einen „Beitrag zur Sicherheit für Fußgänger“.

Sicherheitsrisiko minimieren

Dass an dieser Kreuzung das Sicherheitsrisiko vermindert werden müsse, hielt auch Klaus Lehl für unbenommen. Euphorie für einen Kreisverkehr brachte er aber nicht auf, denn er hat Bedenken: „Mir fehlt noch der Glaube.“ Karl Lorenz – für ihn war „die sicherste Variante leider gestorben“ – hielt in Anbetracht der zu erwartenden 1500 neuen Arbeitsplätze im Gewerbegebiet „Am Stadtwald“ den Kreisverkehr für die beste Lösung. Bei drei Gegenstimmen (SPD) beauftragte das Gremium schließlich die Verwaltung weitere Schritte zum Bau eines Kreisverkehrs zu unternehmen.

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Grafenwöhr

In einer Sondersitzung des Stadtrats am 10. Juli 2019 hatte Patrick Schwenteck von der Planungs- und Betriebsberatungsgesellschaft Consult aus Nürnberg das Ergebnis der Leistungsfähigkeit „Knotenpunkt B 470/Gewerbegebiet Am Stadtwald“ vorgestellt, das sich primär mit den Verkehrsströmen zum und vom wichtigsten Gewerbegebiet Eschenbachs befasst. In seine Untersuchungen hatte er Erweiterungsstufen durch die Vergrößerung des Gewerbegebiets um bis zu 1800 Mitarbeiter (1300 in Stufe I, plus 500 in Erweiterungsstufe II) mit einbezogen und angeregt, den verkehrlichen Einfluss einer Verbindungsstraße nördlich des Gewerbegebiets über die Hammermühlstraße zu überprüfen.

Gutachten empfiehlt Ampelanlage

Ein Fazit des 40 Seiten umfassenden Gutachtens lautete, dass mit der Belastung von 764 Fahrzeugen zur Morgenspitze beziehungsweise 752 Fahrzeugen zur Nachmittagsspitze der derzeitige Zustand an der Kreuzung als unkritisch zu betrachten sei. Mit dem weiteren Ausbau des Gewerbegebiets „Am Stadtwald“ wurde jedoch eine Erhöhung der Verkehrsbelastung in Spitzenstunden um 22 Prozent am Morgen beziehungsweise um 21 Prozent am Nachmittag prognostiziert. In der Erweiterungsstufe II geht das Gutachten von einem Anstieg der Verkehrsstärke gegenüber dem Ist-Zustand um 44 Prozent (morgens) und 50 Prozent (nachmittags) aus, was stärkere Auswirkungen auf die Verkehrsqualität mit sich bringen werde.

Nach der Erläuterung von Ergebnissen der Verkehrs- und Knotenpunktserhebungen stellte Schwenteck dem Gremium zeichnerisch dargestellte Szenen der Verkehrsbelastung im Kreuzungsbereich vor und leitete daraus einen Signalzeitplan für eine Ampelanlage mit Vorfahrtsregelung ab. Nach seinen Vorstellungen gelte es, mit einem Optimierungsprogramm möglichst viele Verkehrsteilnehmer über die Kreuzung zu bringen. Den Vorteil einer Ampel sah er darin, dass sie bei Schichtwechsel steuerbar wäre.

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