24.05.2020 - 11:26 Uhr
EschenbachOberpfalz

Robert Dotzauer wird 75: Vom Halbwaisen zum viermaligen Bürgermeister von Eschenbach

An diesem Sonntag, 24. Mai, feiert Robert Dotzauer 75. Geburtstag. Er blickt auf ein erlebnisreiches Schaffen zurück. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien erzählt er, wie aus dem Halbwaisen ein viermaliger Bürgermeister wurde.

Robert Dotzauer feiert seinen 75. Geburtstag im kleinen Kreis mit Ehefrau Agnes und Familienangehörigen.
von Stefan NeidlProfil
In den 1990er Jahren überreichte Bürgermeister Robert Dotzauer an Max Danzer den Schlüssel für das neue Feuerwehrfahrzeug.
Robert Dotzauer (links) und Stadtpfarrer Andreas Uschold begrüßten in den 1990er Jahren Diözesanbischof Manfred Müller in Eschenbach.
2018 zeichnete Sozialministerin Emilia Müller Robert Dotzauer mit dem Bundesverdienstkreuz aus.

"In der Kindheit ist mir nichts in den Schoß gefallen", erinnert sich der Altbürgermeister und Neu-75-Jährige Robert Dotzauer. Vieles musste er sich hart erkämpfen, und dies habe in seinem Denken schon früh eine soziale Einstellung zementiert. So fiel auch seine Berufswahl aus: "Die Anstellung bei einem Sozialversicherungsträger wurde zu meiner Berufung."

1972 heiratete Dotzauer die Apfelbacherin Agnes Stopfer. 1974 kam Tochter Doris, 1976 Sohn Thomas zur Welt. Da war er schon ehrenamtlich engagiert, bereits seit jungen Jahren. Als Pfarrjugendführer in der katholischen Pfarrgemeinde hatte er Kontakte auf Dekanatsebene, als Posaunist der Jugendblaskapelle und Sänger fand er Entspannung in der Musik und als Fußballfan ließ er sich sogar zum DFB-Schiedsrichter ausbilden. 1974 übernahm er auch noch den Vorsitz der Jungen Union. Dazu berief ihn das Amtsgericht Weiden zum Schöffen, als solcher fungierte er ganze vier Perioden lang.

Kennedy-Spruch leitet Dotzauer

Bereits in den 1960er Jahren wuchs das Interesse Dotzauers an der Politik. Besonders ein Spruch John F. Kennedys hatte es ihm angetan: "Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst." Diese Einstellung sollte für ihn Zeit seines Schaffens als Kommunalpolitiker ein Leitbild sein.

1978 zog Dotzauer erstmals in den Stadtrat ein. Aufgrund seines herausragenden Wahlergebnisses nominierte die CSU ihn gleich zum Fraktionssprecher. "Die Eschenbacher zeigten mir ihre Wertschätzung dann bei der Wahl 1984 - da wurde ich im Stadtrat der Stimmenkönig", freut sich der 1945 Geborene. Konsequenz war die Wahl zum zweiten Bürgermeister. Ein Erfolg, der sich auf Kreisebene fortsetzte: Dotzauer wurde 1984 in den Kreistag gewählt und war von da an bis 2008 Schatzmeister der CSU-Kreistagsfraktion.

"1990 ging für mich ein Traum in Erfüllung: Mit Zweidrittel-Mehrheit wurde ich Bürgermeister in Eschenbach", erklärt Dotzauer stolz. Insgesamt 18 Jahre als erster und 6 Jahre als zweiter Bürgermeister prägte er die Entwicklung der Stadt. So gilt er als Vater der Altstadtsanierung.

Bundesverdientskreuz für Netzaberg

Er selbst freut sich über den Erhalt des 400 Jahre alten Malzhauses als "Kleinod Oberpfälzer Brauereigeschichte", zahlreiche Infrastrukturprojekte, die Schaffung eines neuen Rußweiher-Freibades und das "Schmuckkästchen" Altstadt. Trotz oder gerade wegen der zahlreichen Investitionen entwickelte sich Eschenbach zu einer der finanzkräftigsten Kommunen in der nördlichen Oberpfalz. Zahlreiche Betriebe fanden in der Stadt eine neue Heimat und sorgten für Arbeit.

Ein besonderes Augenmerk richtete Dotzauer in seiner Zeit als Bürgermeister auf die gute Zusammenarbeit mit den US-Streitkräften. So war er mit federführend am Pilotprojekt "Netzaberg" beteiligt: 832 Wohnhäuser auf einem Baugelände von 2,5 Quadratkilomtern bieten hier stationierte US-Soldaten eine neue Heimat. 2018 wurde er für seine Beteiligung an dem Projekt von Sozialministerin Emilia Müller mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Mit seinem politischen Schaffen ist er im Einklang: "Ich glaube, ich war stets aufrichtig, offen und ehrlich."

Noch heute ist der 75-Jährige vielfältig engagiert: Aktiv in zahlreichen Vereinen oder als Schnittstelle zwischen Einrichtungen und Verwaltung trägt er seinen Teil zur Gemeinschaft bei. Ein Hobby ist auch die Berichterstattung für den "Neuen Tag" aus vielen Gemeinden: "Das hält mein Hirnkastl fit, und man erfährt immer wieder was Neues."

Dotzauer ist aber nicht nur geistig, sondern auch körperlich fit. Das Überstehen der Corona-Erkrankung zeigt seine Rüstigkeit. Die augenblickliche Situation machte auch ein großes Fest unmöglich, so dass der 75. Geburtstag nur im kleinen Familienkreis gefeiert wird.

Das Bundesverdienstkreuz für Robert Dotzauer

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